Frauentheater: Schüchterene Chefs und eine „wild and dirty Sexmachine“

Von: Ingrid Puhl
Letzte Aktualisierung:
4522877.jpg
Sie sorgten für einen Abend der Lachsalven: Die Theatergruppe der Frauengemeinschaft Beggendorf machte die Bürgerhalle an mehreren Abend „knallevoll“. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Vier Tage Theater vom Feinsten boten wieder die 27 Spielerinnen der Theatergruppe Beggendorf in der EWV-Bürgerhalle. Aus nah und fern strömten die Besucher herbei, um sich über hintergründige Sketche, temperamentvolle Tänze, gekonnte Gesangsdarbietungen und witzige Parodien zu amüsieren. Die Akteurinnen agierten brillant und profimäßig auf der großen Showbühne, die für sie seit Jahren die Bretter der Welt bedeuten. Für ihre treue „Fangemeinde“ geben alle Spielerinnen gerne ihr Bestes.

Schmissig der Einstieg in das vierstündige Programm mit der „Blos mer jet un Bumskapell“. Köstlich die Gespräche einer Hochzeitsgesellschaft beim Anblick eines soeben in den Ehestand getretenen Paares. In einer Dorfkneipe war es interessant zu hören, worüber man derzeit spricht. Elf gleich aussehende Püppchen tanzten in herrlicher Kinder-Designermode.

Was wäre ein Firmenchef ohne eine Sekretärin, auf die er sich blind verlassen kann? Sie weiß in speziellen Fällen ohnehin besser Bescheid als er, der dringend etwas gegen seine Schüchternheit unternehmen und zu einem Psychiater auf die Couch müsste.

Mit ihrem bewährten trockenen Humor strapazierte „Oss Käthe“ wie jedes Jahr die Lachmuskeln ihrer Zuhörer. In ihren Witzen am laufenden Band nahm sie besonders ihren Mann Jupp und sich selbst gerne auf die Schippe.

Mit „Tanz der Vampire“ hat Roman Polanski seinerzeit ein Highlight geschaffen. Die Aufführung der Beggendorfer Theatergruppe als Vampire in Ewigkeit (Ewigkeit ist Langeweile auf Dauer) war Spitze. Sie bestach durch tolle Kostüme, perfekt einstudierten Gesang und Liebe zum Detail.

Soll das Kind mit zur „Kommulion“ gehen, müssen im Vorfeld viele Vorbereitungen getroffen und so manches klärende Gespräch mit dem Pfarrbüro geführt werden. Nach langem Hin und Her nimmt die gestresste Mutter Abstand von der Anmeldung ihrer Tochter Chantal.

Lottozahlen abgeändert

Im teuren Restaurant treffen sich Bekannte zum Festessen. Peter mimt einen Lottogewinner, der für alle zahlen will und vom Leben in Saus und Braus berichtet. Da gibt Peters Frau zu, die Lottozahlen ein wenig abgeändert zu haben, weil sie doch seit Jahren auf ihrem Gewohnheitstippschein nichts mehr gewonnen hätten. Darauder vermeintliche Glückspilz entrüstet: „Madame hat wieder mal versucht zu denken!“ Die Reaktion seiner besseren Hälfte: „Hör auf zu schimpfen, sie sind weg. Sie haben die Rechnung bezahlt“.

Gleichgesinnte haben gleiche Themen: So auch die fünf Trauerschnallen, die sich regelmäßig auf dem Friedhof treffen, um dort Mitbürger durch den Kakao zu ziehen. Das Publikum vernahm viele Neuigkeiten. Eltern werden in der Regel einmal jährlich zum Lehrersprechtag in die Schule bestellt.

In Beggendorf etwa besprachen sie ihre Sorgen und Nöte mit einem verständnisvollen „Lehrer“, der versicherte: „Keine Sorge, das kriegen wir wieder hin“. Keiner ahnte, dass es sich um den Hausmeister handelte. Nach einem flotten Saloontanz hat eine Ehefrau zum Geburtstag ihres Mannes eine Stripteasetänzerin bestellt.

Es erscheint eine graue Maus. Die entrüstete Ehefrau: „Sind Sie das Modell ‚Wild and Dirty Sexmachine‘?“ „Oh yes, this is the night you’ll never forget.“ Und in Windeseile wurde aus der biederen Stripperin ein feuriger Vulkan.

Das Finale spielte in England anlässlich des 60-jährigen Thronjubiläums von Queen Elizabeth, die neben ihrem Prinzgemahl Philipp auf der Bühne thronte, flankiert von Prinz Charles und Camilla. Ihre Aufwartung machten den Royals unter anderem zwei deutsche Ladies, die gerade wegen des Pferderennens in Ascot auch London besuchten, James Bond, die Beatles, Chris Howland, Cliff Richards, Tom Jones, Miss Marple, Amy Winehouse, Duffy, Shirley Bassey und Peggy March.

Dazu malte Eva Schaffarczyk ein hervorragendes riesiges Bühnenbild, auf dem der Buckingham-Palast und die Porträts der königlichen Familie zu sehen waren. Eine Meisterleistung der überregional noch nicht entdeckten Künstlerin.

Es spielten, parodierten, sangen und tanzten: Liesel Bürschgens, Anneliese, Christine und Michaela Hilgers, Gabi Hielscher, Doris Horbach, Doris Kaever, Karin Lenzen, Bärbel Lingenau, Birgit Marso, Annelie Michel, Claudia Mingers, Käthe Ophoven, Marita Palmen, Ines Pletz, Petra Porschen, Jetti Raschke, Angela Roosen, Trudi Sauren, Eva und Gabi Schaffarczyk, Ulrike Schaffrath, Edith, Inge und Karin Strank, Lilli Strauch und Waltraud Ullrich.

Durch das Programm führten Ruth Pütz und Karin Strank gemeinsam, da sich Ruth Pütz ab kommendem Jahr zurückzieht und Karin Strank ihren Part übernimmt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert