Baesweiler - Frank Küster überspringt das Sommerloch

Frank Küster überspringt das Sommerloch

Von: mas
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Küster gibt Gas: Mit Schlagze
Küster gibt Gas: Mit Schlagzeuger Marcel Mader und Keyboarder Andreas Hirschmann brachte er den „Wind of Change” in die Alte Scheune der Baesweiler Burg. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Der hochdekorierte Gast bestellte „Tortellini in Sahnesauce”! Das Mahl, das sich Kabarettist Frank Küster kurz vor seinem Auftritt von Gastronom Willi Koehnen zubereiten ließ, hatte ein bisschen „Symbolkraft”.

Denn auch die Zutaten in seinem Programm waren frisch und somit auch von Aktualität durchzogen.

Dass die laufenden Sommerferien und das damit einhergehende -loch ihm einen Ideenklau bescheren könnten, widerlegte der Schnelldenker in der zwei Stunden dauernden Küster-Nacht nachhaltig.

Zwar war die Alte Scheune in der Burg Baesweiler nicht ganz besetzt, aber dafür hatte Kulturamtsleiter Wolfgang Ohler eine griffige Erklärung: „Die Karten sind alle weggegangen. Ich denke, dass einige Leute noch in Urlaub sind”.

Ferien, damit stieg Küster in sein Programm ein. Wer von den Anwesenden besuchte die griechische Insel Kreta? An diese Urlauber richtete der Künstler mit Bezug auf die milliardenschwere Unterstützung durch die EU die Frage: „Muss man da überhaupt noch bezahlen, oder reicht es schon, einen deutschen Pass vorzulegen?”

Der Nacktscanner, natürlich auch ein Thema für Läster-Küster. Der Holzmichl wird einfach umgetextet und das Publikum schunkelt mit zur Weise, „Gibts denn den alten Nacktscanner noch...”.

Küster überholt sich bei seinen angesetzten Pointen teils selbst, so schnell ist der Mann. Der Gagschreiber von TV-Star Harald Schmidt hat zwei professionelle Musiker bei sich. Schlagzeuger Marcel Mader und Keyboarder Andreas Hirschmann. Gemeinsam knöpfen sie sich die Scorpions-Nummer „Wind of Change” vor, kleiden sie neu ein und heben auf alternative Energien ab. Mit Blick auf die neuen Energiesparlampen bemerkt Küster: „Wenn so eine Birne runterfällt, muss man das Technische Bundesamt rufen, um das Gift wieder aus der Bude zu kriegen.”

Ganz heißer Tipp

Einen ganz heißen Tipp hat der „Headliner” des Programms „Kultur nach Acht” für die Suche nach Libyens gestürzten Staatschef Muammar Al Gaddafi. „Alles sucht nach dem. Hat schon mal einer in der Villa von Berlusconi nachgeguckt?” Noch ein bisschen mehr Griechenland gibts mit den „Baesweiler Bouzouki Boys” (Mader/Hirschmann), die sich instrumental in „Zorbas Dance” hineinsteigern und eine pulsierende Version abliefern.

Einen guten Griff tat Küster auch mit seinem „Special Guest” Christian Macharski, der aus dem Heinsberger Raum stammt und Teil des auseinandergegangenen Rurtal-Trios war. In seiner Rolle als Hastenraths Will liefert Macharski eine treffende Beschreibung des Landwirts und Vereinsfunktionärs („Ich bin Präsident unserer KG de Föttchesföhler”) in Personalunion ab.

Viel Applaus erntet der Gastkomödiant für die Beschreibung seines Bauern-Kollegen, der „in jede Verpackung von Bio-Eiern noch eine Hühnerfeder hineinklebt”. Ein Tabuthema wird von Macharski, der im Winter mit seinem Soloprogramm startet, quasi entkleidet: die Sexualität. „Sie gehört zum Leben wie Essen, Trinken und Schwarzarbeit”. Oder: „Bei der Liebe muss man sich auch in die Psychologie des Gegners versetzen können!”

Mit Jens Heinrich Claassen schickt Küster einen weiteren guten „Athleten” der Comedy in den Ring und packt noch ein Weilchen Klavier-Kabarett drauf. Der Auftakt für einen heißen Comedy-Herbst in Baesweiler ist gemacht.

Die Veranstaltungsreihe Kultur nach Acht” setzt sich fort am 6. Oktober mit Jürgen Beckers Abendthema „Von Frankenfeld bis Erhardt - große Komiker”.
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