Würselen - Fotograf Vladimir Shvemmer zeigt „Menschen in Würselen”

Fotograf Vladimir Shvemmer zeigt „Menschen in Würselen”

Von: Elisa Zander
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Momentaufnahmen vom Männerkochkurs: Vladimir Shvemmer traf dort auch den Ersten Bürger mit Schürze... Foto: Elisa Zander

Würselen. Ein Mann mit einem Zollstock in der Hand und einer Spanplatte auf dem Schoß lacht beherzt sein Gegenüber an. Im Hintergrund stehen Holzfiguren auf einer großen Werkbank.

Auf der rechten Seite beugt sich ein weiterer Herr über ein Fahrrad und repariert etwas am Rahmengestell. Es ist eine Momentaufnahme der Seniorenwerkstatt in Würselen, festgehalten von Vladimir Shvemmer. Vor rund einem Jahr besuchte der Deutsch-Russe die Werkstatt. Heute hängt die Fotografie mit vielen weiteren scheinbaren Schnappschüssen als Teil der Ausstellung „Menschen in Würselen” im Alten Rathaus.

Vor fünf Jahren kam Vladimir Shvemmer mit seiner Familie nach Würselen. Beinahe 60 Jahre hatte er in seiner Geburtsstadt Tscheljabinsk in Russland gelebt, wo er Geschichte studierte und 34 Jahre lang als Prorektor an der staatlichen Pädagogischen Universität von Tscheljabinsk tätig gewesen war.

„Eine wirklich herausragende Position, denn Deutsch-Russen sind in der Stadt nicht sehr angesehen”, erzählt der heute 64-Jährige. Neben seiner Hochschulkarriere interessierte sich Vladimir Shvemmer stets für die Fotografie, besuchte Kurse bei dem bekannten russischen Fotografen Jurij Teusch. Seine Begeisterung war so groß, dass er später sogar über Pädagogik mit dem Schwerpunkt Fotografie promovierte.

Aber mit den Aufgaben als Prorektor rückte die Foto-Leidenschaft etwas in den Hintergrund. Erst mit dem Umzug nach Deutschland, dorthin, wo schon vor 250 Jahren Vorfahren seiner Familie lebten, entdeckte Vladimir Shvemmer die Faszination der festgehaltenen Momente wieder: „Die Fotografie ist wie eine erste Liebe - man kann sie nie vergessen.” Schnell schloss er Bekanntschaft mit den Würselenern und übernahm bald die Leitung des Foto-Zirkels.

Schüler stellen auch aus

Dass Vladimir Shvemmers Fotokurse Früchte tragen, zeigt sich bei zwei seiner Schülerinnen. Alfi Hundert und Gertraude Dörre haben ebenfalls einige Fotografien zusammengestellt, die im Rahmen der Ausstellung im Alten Rathaus zu sehen sind.

„Er taucht überall auf, wo etwas los ist”, erzählte Bürgermeister Arno Nelles in seiner Rede zur Eröffnung der Ausstellung unter dem Titel „Menschen in Würselen”. Zwar sei Vladimir Shvemmer zurückhaltend in der Sprache, aber ständig präsent mit seiner Kamera, die sein Mittel der Kommunikation sei und durch die er Kommunikation visualisieren könne, wie eben Momente in der Seniorenwerkstatt oder bei einem Männerkochkurs.

Als die Ausstellung vor gut einem Jahr von der Volkshochschule und der Gleichstellungsstelle angeregt wurde, stand das Thema gleich fest. „Wir wollten eine Ausstellung von und für Würselen präsentieren, Menschen zeigen, die hier leben, wie sie leben. Es ist eine enorme Vielfalt, die in verschiedensten Perspektiven ihren Ausdruck verliehen bekommt”, sagt Vladimir Shvemmer selbst.

Nahezu noch wichtiger war ihm, durch die Fotografie einen Weg in die Gesellschaft zu finden und zu zeigen, „dass wir nicht nur vorübergehend in Deutschland sind, sondern für immer bleiben wollen”. Schwer fiel dieser Anspruch nicht, hatte er doch bereits viele Bekanntschaften geschlossen. Noch unbekannte Gesichter von Jungenspielteilnehmern finden sich da in einer Riege mit dem Bürgermeister in Kochschürze oder dem Stadtprinzen der Session 2008 Dieter III. (van Horn).

Shvemmer nutzte sein Potenzial und gibt nun mit den ausdrucksstarken Aufnahmen der Stadt und seinen Bewohnern etwas zurück. Es sind Dokumentaraufnahmen, Portraits und Momente, die Emotionen und Eindrücke transportieren. Aber auch Kunstfotografien finden sich an den Wänden.

Die Ausstellung ist bis zum 5. Februar zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen: Dienstag bis Freitag von 10.30 bis 13 Uhr und von 15 bis 18.30 Uhr sowie Samstag von 10 bis 13 Uhr.
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