Herzogenrath - Fotograf Heinz Tiemann: Vielfältiges Naturerlebnis am Futterhaus

Fotograf Heinz Tiemann: Vielfältiges Naturerlebnis am Futterhaus

Von: Beatrix Oprée
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Schon Kinder haben auf dem Beobachtungsposten die größte Freude: Heinz Tiemann und sein Enkel David kontrollieren im Garten, ob auch genug Futter in dem kunstvollen Holzhaus liegt. Foto: Beatrix Oprée
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Seltenes Ereignis: Durch einen Ruf kündigt sich der Buntspecht meistens an, verweilt dann aber eine ganze Zeit am Futterplatz. Foto: Heinz Tiemann

Herzogenrath. „Sehen Sie, extra für Sie bestellt!“ Ein stattlicher Eichelhäher landet mitten auf der Thujahecke, schiebt sich seine Beute, eine dicke Erdnuss, nochmal im Schnabel zurecht und hebt ab ins freie Feld. „Die Nuss bringt er nun irgendwo in Sicherheit“, erklärt Heinz Tiemann. Da fliegt auch schon ein zweites Exemplar des vergleichsweise farbenfrohen Rabenvogels heran, wohl wissend, dass es in Tiemanns Garten immer was zu schnabulieren gibt.

Und zwar für jeden Geschmack: Zapfen, Beeren, Sonnenblumenkerne, Nüsse. In dem hübschen Vogelhaus mitten auf der Wiese ist der Andrang entsprechend groß. „Wenn ich im Winter aus dem Fenster schaue, empfinde ich Freude.

Rotkehlchen, Blau- und Kohlmeise, Kleiber und Buchfink finden sich am Futterhaus ein. Hier picken sie Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, geeignetes Weichfutter und schaukeln an den Meisenknödeln“, gerät Heinz Tiemann ins Schwärmen. Muße und Entspannung findet er in solchen Momenten.

Reiche „Beute“

Auch als Fotograf kann er dann reichlich Beute machen, wenn er mit seiner Nikon samt Teleobjektiv auf die Pirsch geht. Der Vogelschutz ist ihm Leidenschaft und Berufung zugleich. Vor Jahrzehnten bei einem Urlaub in der Eifel war seine Passion geweckt worden. Im Nachbarhaus saß jeden Tag ein älterer Herr im Rollstuhl auf der Veranda, dem die Beobachtung der Vogelwelt ringsum mit einem Feldstecher zur Freude geworden war. „Da ist der Funke übergeschlagen“, erzählt Tiemann.

Noch im selben Urlaub hat er sich das erste Bestimmungsbuch gekauft, um mehr zu lernen über die gefiederten Gesellen ringsum. Meisterhaft fängt er die Tiere in ihrem typischen Gehabe mit der Kamera ein. Seine zauberhaften Tierporträts ediert er mittels eines Online-Anbieters in wunderbaren Bildbänden, in denen mittlerweile auch die beiden Enkelchen David und Jan begeistert blättern.

Immer weiter zog es Heinz Tiemann in die Natur, um die Vogelwelt zu erkunden. Bei einer dieser Fotoexkursionen traf er einst auch auf Karl Lang, einen Kollegen aus den Glaswerken. Das gemeinsame Sujet an diesem Tag: ein brütendes Haubentaucher-Pärchen.

Aus dem zufälligen Zusammentreffen entwickelte sich ein abwechslungsreiches Hobby, das in Gemeinschaftsausstellungen und diverse Exkursionen mündete. 2002 ging es das erste Mal mit dem Wohnmobil nach Norwegen. Die großartigen Naturimpressionen im hohen Norden haben den Fotografen nicht mehr losgelassen, die rote Landesflagge mit dem blauweißen Kreuz, die über dem Tiemannschen Gartenhaus in Merkstein weht, zeugt davon.

Beschauliche rotweiße Holzhaussiedlungen vor schneebedeckten Gipfeln, die sich im glasglatten Wasser der Meeresbuchten spiegeln, bizarre Stockfischgestelle in alten Fischerdörfern, raue Steppenlandschaften und vor allem die wilde Tierwelt ... fünfmal ist Tiemann seither alleine in Norwegen gewesen. Nie wird er die fast hautnahe Begegnung mit einem mächtigen und nicht ganz ungefährlichen Moschus-Ochsen vergessen, der sich ihm unbemerkt genähert hatte, als er es kameratechnisch eigentlich auf ein hübsches Blütenensemble abgesehen hatte.

Die seltensten Tiere hat Heinz Tiemann also schon vor der Linse gehabt, doch für die Motivsammlung in der Heimat hat er noch Wünsche: „So würde ich gerne den Dompfaff, den Kernbeißer oder die putzige Haubenmeise einmal am Futterhaus fotografieren.“ Vielleicht bekommt er nun aufgrund dieses Artikels bei der Winterfütterung im Kreise unserer Leser die Möglichkeit dazu?

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