Herzogenrath - Fotoausstellung der Falken: „Anders? Ganz egal!”

Fotoausstellung der Falken: „Anders? Ganz egal!”

Von: Hanna Sturm
Letzte Aktualisierung:
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Bürgermeister Christoph von den Driesch mit Ziad Omeirat und Iman Al-Huwaish von den Falken vor dem Siegerbeitrag des Fotowettbewerbs. Foto: Hanna Sturm

Herzogenrath. Diskriminierung kann viele Gesichter haben. Menschen werden ausgegrenzt wegen ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe oder ihrer Kleidung. Diese und andere Aspekte zeigt die Fotoausstellung „Anders? - Egal!” der Sozialistischen Jugend Deutschlands (SJD) - Die Falken.

„Durch ihre Fotos oder Fotogeschichten haben sich die Jugendlichen intensiv mit ihren ganz persönlichen Erfahrungen und Eindrücken zu Themen wie Diskriminierung, Ausgrenzung und Rassismus beschäftigt”, sagte Bürgermeister Christoph von den Driesch bei der Ausstellungseröffnung im Herzogenrather Rathausfoyer.

Über 60 Kinder und Jugendliche hatten bei dem Fotowettbewerb der Falken teilgenommen und gestalteten insgesamt 13 Bildergeschichten, Collagen oder Comics.

Aus Herzogenrath stammten drei Einsendungen, zwei von den Falken und eines von dem Projekt „Türkische Mädchen aktiv in Herzogenrath”. Die jüngsten setzten sich schließlich durch: Die Falken-Kindergruppe mit zehn Grundschülern zwischen sieben und neun Jahren hat mit ihrem Comic überzeugt.

Es ist die Geschichte von dem neuen Schüler Ali, der wegen seiner dunklen Hautfarbe von den anderen Kindern gehänselt wird, aber schließlich einen Ausweg aus dem Zirkel von Gewalt und Gegengewalt findet und neue Freundschaften schließt. „In der Gruppe mussten wir erst einmal erklären, was das Wort Diskriminierung genau bedeutet”, erzählte Ziad Omeirat, der die Gruppe betreute. „Dann kamen alle Ideen für die Fotogeschichte von den Kindern.” Je länger sich die Kinder mit der Sache beschäftigten, umso mehr berichteten sie von eigenen Erfahrungen. „Die Kinder haben sich wirklich sehr mit dem Thema auseinander gesetzt und eine neue Sensibilität dafür entwickelt,” hat Ziad Omeirat einen Lernprozess beobachtet.

In anderen Beiträgen der Ausstellung werden Jugendliche ausgegrenzt, weil sie ärmliche Klamotten tragen oder ihnen Statussymbole wie auffälliger Schmuck fehlen. „Geld und Klamotten sind wichtige Themen bei Jugendlichen. Dass manche deswegen ausgegrenzt werden, ist leider sehr verbreitet”, erläuterte Falken-Koordinatorin Beate Kuhn.

Die Ausstellung ist noch bis 30. Januar im Rathausfoyer zu sehen, außerdem ist ein Kalender mit den Motiven erhältlich.

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Unterdessen laufen schon die Vorbereitungen für das nächste Projekt. Im Sommer wollen die Falken ein „Sprachcamp” für Grundschulkinder veranstalten, die Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben. Neben dem Unterricht, der von Deutschlehrern oder Lehramtsstudenten erteilt werden soll, nehmen die Kinder an einem Theaterprojekt und diversen Freizeitangeboten teil. „In dem Camp wollen wir die sprachlichen Defizite der Kinder beseitigen und ihnen mehr soziale Kompetenzen vermitteln”, erläuterte Beate Kuhn.
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