Flüchtlinge: Jeden Tag muss mit Neuzuweisungen zu rechnen sein

Von: bea/-ks-
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Die Kleinsten tragen das größte Leid: Geschätzt eine Million syrischer Kinder ist zurzeit auf der Flucht. Foto: stock/Cornish

Nordkreis. Insgesamt leben in Herzogenrath derzeit 160 Flüchtlinge. Fünf von ihnen stammen aus Syrien, die anderen aus Guinea, Eri-trea, Bangladesh, Indien, Pakistan, Kongo, Ghana, Armenien, Mazedonien, Nigeria, Russland, der Russischen Föderation, Weißrussland, Ukraine, Afghanistan, Somalia, Iran, Sierra Leone, Albanien und in der letzten Zeit verstärkt aus Serbien.

Aufgrund der erheblich gestiegenen Zahl an Neuzuweisungen – oft von heute auf morgen – habe die Stadt schon vor geraumer Zeit begonnen, Langzeitflüchtlinge in normale Mietverhältnisse zu vermitteln, so dass nur noch die Hälfte der Menschen in den sechs städtischen Unterkünften lebten, legt Jürgen Venohr, Fachbereichsleiter Bürgerdienste, dar. „Dabei achten wir auch darauf, dass der Mietzins im angemessenen Rahmen ist.“ Und dass es kein problemträchtiges Nebeneinander gibt. Venohr: „Das klappt gut, wir haben weder im Umfeld noch in den Häusern Schwierigekeiten.“

„Wir wissen nie, wie viele kommen“, sagt auch Frank Brunner, Beigeordneter in Baesweiler. Die Zuweisung erfolge über die Bezirksregierung Arnsberg nach einem bestimmten Verteilschlüssel. Hat eine Kommune Zuteilungen erhalten, rutsche sie auf der Liste nach unten, die anderen entsprechend hoch. „Wann man wieder dran ist, hängt ganz von der Zahl der Flüchtlinge ab.“ Und die ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, von 12 Zuweisungen in 2011 auf 15 in 2012 und bereits 28 zum Stichtag 23. August 2013. Alleine in den vergangenen vier Wochen seien 11 Menschen neu gekommen, „für Baesweiler eine hohe Zahl“, wie Brunner verdeutlicht.

Zwei große Unterkünfte gibt es in der Stadt: jeweils zwei Gebäude an der Peterstraße und Am Bauhof. Insgesamt 60 Flüchtlinge sind hier einquartiert. Dazu kommen 47 so genannte Analogleistungsempfänger, Menschen, die länger als vier Jahre in Deutschland leben und Leistungen nach Sozialgesetzbuch 12 erhalten. Sie können sich Wohnraum auf dem freien Markt suchen. „Diese Menschen werden von uns natürlich auch weiter betreut“, sagt Brunner. Ein Außendienstmitarbeiter sei zudem fast täglich in den Unterkünften, um in Zusammenarbeit mit dem Baubetriebshof die wohnlichen Standards zu gewährleisten,

Nach Würselen kommt im Durchschnitt per Zuweisung pro Woche ein Asylant bzw. Flüchtling, sagt Würselens Stadtsprecher Bernd Schaffrath. Zurzeit sind es 59. Davon leben nur noch drei Männer in der auslaufenden Unterkunft an der Jülicher Straße 24. Acht sind in einem Haus an der Neustraße untergebracht, 33 in einem Objekt an der Kaiserstraße, 15 an der Kreuzstraße. Die Menschen stammen aus Guinea, Georgien, Iran, Syrien, Marokko, Afghanistan und Tatschikistan. Es ist zu erwarten, dass aus dem Bürgerkriegsland Syrien in nächster Zeit weitere Menschen via Städteregion auch nach Würselen kommen. Auf internationaler Ebene, sagt Schaffrath, habe sich Deutschland bereit erklärt, 5000 Syrer aufzunehmen.

Spitzenreiter Serbien

In Alsdorf leben derzeit rund 140 Asylanten sagt Horst-Michael Müller vom Sozialamt. Spitzenreiter bei den Herkunftsländern ist Serbien-Montenegro mit 35 Personen, es folgen Russland bzw. die Russische Föderation mit 13, Nigeria mit 11 sowie Syrien mit 8 und Sri Lanka und Irak mit je 7. Die weiteren Herkunftsländer sind auf dem Globus verteilt: Bangladesh (6), Kongo (6), Marokko (6), Libanon (6), Armenien (5), Türkei (5 Kurden), Iran (5), Pakistan (5), Ukraine (4), Albanien (2), China (2), Guinea (2), Eritrea, Indien, Israel (Palästinenser) und Kosovo – letztere mit je einer Person. Die Zahlen und die nationale Zusammensetzung würden sich ständig ändern, sagt Müller.

Keine Ghettoisierung

Innerhalb eines Jahres sei die Zahl der Alsdorf zugewiesenen Asylanten bzw. Flüchtlinge deutlich gestiegen. Müller geht davon aus, dass bis zum Jahresende nochmals 20 nach Alsdorf kommen. In der ehemaligen Bergbaustadt ist nur ein kleiner Teil der Ankommenden in einem zentralen Haus untergebracht. Zügig würde der Personenkreis auf dem Wohnungsmarkt vor Ort vermittelt. „Wir haben hier keine Ghettoisierung“, betont Müller.

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