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Flüchtlinge aus Syrien berichten von ihren Kriegserlebnissen

Von: ehg
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Viele Köche verderben in diesem Fall nicht den Brei, im Gegenteil: Sie alle haben dazu beigetragen, mit dem Benefizessen auf die Probleme in Syrien aufmerksam zu machen. Foto: W. Sevenich

Würselen. Am meisten leiden im Krieg Kinder und alten Leute. Leider ist es nicht anders im syrischen Bürgerkrieg, der seit Monaten schon tobt. Um ein Zeichen der Solidarität mit den geschundenen Bürgern zu setzen, lud die Pfarrei St. Sebastian in Zusammenarbeit mit dem Jüdisch-Christlichen Arbeitskreis und dem Erzählcafé zu einem Benefizessen in das Pfarrheim an der Ahornstraße.

In der Küche schwang ein persisches-deutsches Frauenteam schon Stunden vor dem Beginn gemeinsam den Kochlöffel und bereitete orientalische Speisen zu. Wolfhard Berthel, der durch die multikulturelle Begegnung von Mensch zu Mensch geleitete, begrüßte nicht zuletzt auch syrische Familien, die mit einer Änderungsschneiderei in Würselen ansässig geworden sind und eine neue Heimat gefunden haben.

Mit am reich gedeckten Tisch saßen auch Bürgermeister Arno Nelles sowie seine beiden Vertreter Harald Gerling und Winfried Hahn mit ihren Ehefrauen, aber auch die Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers sowie Vertreter des Kirchenvorstandes St. Sebastian und eine Abordnung der Evangelischen Kirchengemeinde Würselen.

Nelles bedankte sich bei den Organisatoren für das Zeichen friedliebendes Zusammenleben, das sie „vor Ort“ mit dieser „bunten“ Veranstaltung setzten. Schmecken ließen es sich gemeinsam an die 60 Gäste, die der „Musicus“ Hans-Günter Leuchter mit leichter Musik vor, zwischen und nach den drei Gängen bestens unterhielt. Unterstützung erhielt er dabei von einem syrischen Jungen, der sein musikalisches Talent fernab seines Heimatlandes beherzt unter Beweis stellte.

Berichte von Gräueltaten

Viele bekamen eine Gänsehaut, erst recht, als ein Syrer, der gerade angereist war, um seine entferntere Verwandtschaft zu besuchen, berichtete, welche Gräueltaten verübt werden. Es werde auf alles geschossen, was sich bewege, auf Tiere und erst recht auf Menschen. Dabei taten er und auch sein Dolmetscher sich schwer, die Tränen zu verbergen. Man konnte eine Stecknadel im Saal fallen hören.

Aufgetischt wurde ein dreigängiges Menü. Voran eine Suppe, orientalisch gewürzt. Danach gab es Reis mit Hähnchenfleisch, ebenso pikant, jedenfalls für den Geschmack der deutschen Küche. Obendrauf gab es Leckereien, wie sie im Orient auf den Tisch kommen. Die nicht-alkoholischen Getränke wurden gesponsort.

Gesellig wurde noch einige Zeit miteinander in froher Runde verbracht. Dabei kamen die Einheimischen auch mit den Gästen ins Gespräch, von Mensch zu Mensch.

Der Erlös der Veranstaltung – der Wunsch nach einer Neuauflage war unüberhörbar – fließt über einen in Würselen beheimateten Syrer unmittelbar in ein syrisches Dorf. Auch wenn noch nicht „spitz“ abgerechnet ist: Ein nettes Sümmchen dürfte zusammengekommen sein.

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