Baesweiler - Fleischergeselle startet „Mission Europa“

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Fleischergeselle startet „Mission Europa“

Von: Stefan Schaum
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Auf Dominik sind alle stolz: Seinen Pokal und die Urkunde wird Dominik Derichs (Mitte) in der Bardenberger Metzgerei von Hans-Peter und Elke Pelzer (v.l.) aufbewahren. Dort haben auch Bruder Dennis und Tatjana Kupka ihm zum Landesmeistertitel gratuliert. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Es dem großen Bruder beweisen zu wollen, kann ein richtig guter Ansporn sein. Vor ein paar Jahren hatte Dennis Derichs beim NRW-Landeswettbewerb der Fleischerjugend einen dritten Platz erreicht. Gar nicht schlecht. Aber jetzt hat Dominik nachgezogen – und ihn locker überholt. Der 19-Jährige Baesweiler hat sich vorgestern in Essen den ersten Platz auf Landesebene gesichert.

„Ist ein super Gefühl, mein Bruder ist ganz schön stolz auf mich“, sagt Dominik – und blickt schon wieder nach vorn. Wie immer. „Jetzt kommt der Bundeswettbewerb, danach könnte es auf europäischer Ebene weitergehen.“ Ob er das packt? „Schon möglich.“

Der junge Mann ist ziemlich ehrgeizig. Er selbst sagt: zielorientiert. Muss er auch sein, wenn er sich in einem so jungen Alter schon auf die Meisterprüfung vorbereitet. Bereits im dritten Lehrjahr hatte sein Chef ihm geraten, die Meisterschule zu beginnen. Und so kam es, dass Dominik noch vor der Gesellenprüfung den nächsten Schritt in seinem Traumberuf gemacht hatte.

Im Frühjahr will er den Meisterbrief in der Tasche haben, den Bruder Dennis schon hat. Bis dahin muss er zum Lernen einmal pro Woche abends nach der Arbeit nach Eupen und zweimal nach Aachen fahren. „Das dauert dann immer bis 21, 22 Uhr“, sagt er. „Das sind ganz schön stressige Tage.“

Viel Freizeit bleibt da nicht, doch seine Freundin hat Verständnis. „Sie macht eine Ausbildung zur Erzieherin und hat ja selbst nicht viel Zeit“, sagt Dominik.

Sauber zerlegt

Beim Landeswettbewerb hat er zwei Tage lang im Essener Frischezentrum bewiesen, dass er gründlich und flott zugleich sein kann. Das saubere Zerlegen eines Rinderhinterviertels war eine zentrale Aufgabe. „Da durfte möglichst wenig Fleisch am Knochen bleiben.“

Auch das appetitliche Anrichten von Wurst & Co. gehörte dazu. „Ich habe mein eigenes Deko-Material zum Wettbewerb mitgebracht“, sagt Dominik. Vielleicht ein kleines Erfolgsgeheimnis. Jedenfalls wird es auf Bundesebene eine ganze Spur härter.

Zwar erwarten ihn dort ähnliche Aufgaben, aber das Zeitlimit schrumpft. „Also muss jeder Handgriff sitzen“, sagt er mit Blick auf den 17. November, wenn er in Schwäbisch-Gmünd das Messer präzise führen muss. Das übt er sicherheitshalber noch mal.

Er macht das alles auch, um ein Vorbild zu sein. „Immer weniger Jugendliche wollen ins Handwerk“, sagt er und kann das nicht verstehen. „Ich habe einen Beruf, in dem ich jeden Handgriff kenne und alles selbst machen kann.“ Sein eigener Herr sein – das ist doch was, findet er.

Zukunftspläne hat Dominik bereits, na klar. Erstmal mit dem Bruder gemeinsam in einer Metzgerei stehen, dann vielleicht einen eigenen Laden in seiner Heimatstadt Baesweiler eröffnen. Und wer weiß: Vielleicht steht dort ja auch der Pokal eines echten Europa-Champions im Fleischerhandwerk im Regal.

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