Finanzierung des Flugplatzausbaus in Würselen klären

Finanzierung des Flugplatzausbaus in Würselen klären

Von: Karl Stüber
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Der „Verkehrslandeplatz Aachen-Merzbrück“ soll für den Geschäftsflugverkehr ausgebaut werden. Aber die Finanzierung der Kosten in Höhe von mittlerweile rund 6,7 Millionen Euro ist weiterhin nicht vollständig geklärt. Anfang nächsten Jahres soll das Konzept stehen. Foto: Karl Stüber

Würselen. Eigentlich sollte noch im Dezember Würselens Stadtrat sein im Jahr 2007 abgegebenes Bekenntnis zum Ausbau des Flugplatzes Merzbrück auf Basis einer aktualisierten Kostenrechnung erneuern.

Es geht darum, die Voraussetzungen für einen umfangreicheren Geschäftsflugverkehr und für die Ansiedlung weiterer Unternehmen im Flugplatzumfeld – inklusive eines RWTH-Projekts zur Entwicklung von Hybridantrieben für Flugzeuge – zu schaffen.

Aber der entsprechende Beschluss muss auf Anfang nächsten Jahres verschoben werden, wie jetzt der Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft Würselen (SEW), Manfred Zitzen, im Finanz- und Beteiligungsausschuss erläuterte. Grund ist, dass der Aufsichtsrat der Flugplatz Aachen-Merzbrück GmbH (FAM) eine gemeinsame Entscheidungsgrundlage für alle Gesellschafter erarbeitet sehen will.

Zudem sollen laut Zitzen die Kosten genauer dargestellt werden – und geklärt werden, wie das Projekt finanziert wird. Zu den Gesellschaftern zählen zu je 25,1 Prozent die Städte Aachen und Eschweiler sowie die SEW, zu 14,97 Prozent die Städteregion Aachen und zu zehn Prozent die Fluggemeinschaft Aachen.

Gegenleistung für Entlastung

Es geht zudem um einen finanziellen Beitrag der Euregio Verkehrsschienennetz GmbH Stolberg (EVS) zum Verschwenken und Verlängern der Start- und Landebahn auf dann 1160 Meter. Bekanntlich soll die Strecke der Euregiobahn vollständig elektrifiziert werden.

In der Nähe des Verkehrslandeplatzes Merzbrück hätte dies in der Ursprungsplanung zum Tieferlegen der Bahntrasse geführt, damit die vorgeschriebenen Abstände zwischen Oberleitung und einschwebenden bzw. startenden Flugzeugen eingehalten werden können. Das wäre sehr teuer geworden. Mit dem geänderten Plan würde die EVS Geld sparen und sollte sich deshalb im Gegenzug an den Kosten für den Umbau des Flugplatzes beteiligen.

EVS-Geschäftsführer Thomas Fürpeil bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung den Sachverhalt. Unter den Beteiligten gebe es zielführende Gespräche. Sein Unternehmen sei natürlich daran interessiert, dass sowohl Elektrifizierung als auch Erweiterung des Flughafens umgesetzt werden. „Wir stehen dem sehr zuversichtlich gegenüber.“

Allerdings ist die EVS als Streckenbauer nur „ausführendes Organ“. Die Nahverkehr Rheinland GmbH (NVR) in Köln ist Auftraggeber der EVS. Entsprechend soll das Dienstleistungspaket zum Betrieb der Euregiobahn neu ausgeschrieben werden, wenn die Strecke vollständig elektrifiziert ist. Der zum Zuge kommende Dienstleister, bislang die DB Regio, müsste dann Züge – gebraucht oder neu – mit Elektroantrieb aufbieten, die die alten Dieselzüge ablösen. Dies würde sich positiv auf die Umwelt, die Betriebskosten und auf das Einhalten von Fahrzeiten (höhere Beschleunigungswerte) auswirken.

Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte NVR-Pressesprecher Holger Klein (Köln), dass die EVS als Infrastrukturbetrieb und Bauherr für die Elektrifizierung der Strecke in der Tat gefordert sei, sich mit einer Ausgleichszahlung an den Kosten für die Verlegung der Start- und Landebahn auf Merzbrück zu beteiligen. Aber NVR sei auch Zuschussgeber für Projekte des Landes. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass es dafür eine Förderung durch das Land gibt.“ Das Ganze sei ein „laufender Prozess“.

Zu den nun in Rede stehenden Kosten: Die FAM-Geschäftsführung geht mittlerweile von Gesamtkosten in Höhe von rund 6,68 Millionen Euro aus. Bei der dem Würselener Ratsbeschluss von 2007 zugrundeliegenden Schätzung waren es noch 4,6 Millionen Euro gewesen.

Mit Blick auf die Inflationsrate und zwischenzeitlich teurer gewordenen Grundstücken sowie der boomenden Bauwirtschaft sind es also rund zwei Millionen Euro mehr. Spannend bleibt die Frage, ob das Land Nordrhein-Westfalen sich tatsächlich mit 50 Prozent daran beteiligt. Zuletzt hatte die (alte) rot-grüne Landesregierung die Förderkriterien verändert. Die neu formierte Regierung aus Schwarz und Gelb hat sich noch nicht positioniert.

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