Film lässt Kalkhaldenpark-Historie Revue passieren

Von: clg
Letzte Aktualisierung:
kalkfilm_5sp_bu
Vor einem Jahr noch Brache, im Sommer 2008 Baustelle (Foto), nun ein Ort der Naherholung: Die Bauarbeiter bewegten bei den Arbeiten für den Kalkhaldenpark rund 4000 Kubikmeter Erdreich. Eine 50 Minuten lange Dokumentation des Film- und Fotoclubs Bardenberg hat die ereignisreiche Zeit festgehalten. Foto: Stefan Klassen

Würselen. Wie aus einem Relikt der frühen industriellen Zeit Würselens in nur sechs Monaten als Projekt der Euregionale 2008 an der Elchenrather Straße eine Oase der Erholung entstanden ist, hat der Film- und Fotoclub Bardenberg mit der Kamera dokumentiert.

Den aus vielen Metern Filmmaterial geschnittenen 50-minütigen Streifen präsentierten Vorsitzender Ernst Offermanns und Herbert Hintzen jetzt im Alten Rathaus der Öffentlichkeit.

Ein Exemplar überreichte Offermanns Bürgermeister Werner Breuer fürs Archiv der Stadt, der dieses zu treuen Händen an dessen Leiter Heinz-Josef Küppers weiterreichte.

Gefallen an der interessanten Dokumentation fanden auch Technischer Beigeordneter Ulrich Wigand und Projektleiterin Annette Hunscheidt, die beide - so Breuer - viel Herzblut bei der Realisierung des Kalkhaldenparks gelassen hätten.

Breuer bedankte sich beim Film- und Fotoclub mit einem Teller der Stadt. Zur Einstimmung auf die filmische Dokumentation ertönten als Hommage an die Heimat Lieder des „Würselener Ostermanns” Friedel Schwartz.

Vorab erinnert die Video-Produktion daran, wie die Kalkhalden an der Elchenrather Straße entstanden sind. Eine Urkunde im Stadtarchiv belegt, dass die Königliche Bezirksregierung in Aachen dem jungen Unternehmer Honigmann am 21. Februar 1873 die Genehmigung zur Errichtung einer Versuchsanlage zur Gewinnung von Soda erteilte.

Im Jahr 1910 wurde das Werk von Solvay käuflich erworben. Betrieben wurde das Sodawerk bis zum Jahre 1934, als auf dem Gelände zwischen Krefelder Straße und Elchenrather Straße die beiden Kamine fielen. In besten Zeiten hatten dort bis zu 500 Menschen ihr täglich Brot verdient.

Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelte sich auf dem Gelände des Solvay-Werks die Firma Recker an, die vornehmlich Stahlträger für den Grubenausbau produzierte. Als der Steinkohlenbergbau im Wurmrevier starb, ging auch die Recker-Ära an der Elchenrather Straße zu Ende. Übrig blieb eine Industriebrache.

Vor dem geistigen Auge der Besucher zog Abschnitt für Abschnitt die Entstehungsgeschichte der neuen grünen Lunge inmitten der Stadt vorüber: Bürgermeister Breuer stieß am 15. Februar 2008 an einem windigen Wintermorgen den Spaten offiziell zur Entwicklung des mit 2,2 Millionen Euro veranschlagten Euregionale-Projektes - 1,85 Millionen steuerte das Land bei - in die steinige Erde.

Von da an rollten die Lkws ununterbrochen. Gut 4000 Kubikmeter Kalk-/Erde-Gemisch wurden abgefahren. Das Fundament für die 60 Meter lange Stützmauer des Teiches, auf dem bei der Eröffnung Modellschiffe ihre Runden drehten, wurde ausgehoben.

Im behindertengerechten Zickzackkurs arbeiteten sich die Bagger auf die große Halde vor.

Und alte Birkenbestände wurden gefällt, neue gepflanzt, was angesichts der Bodenbeschaffenheit kein leichtes Unterfangen war. Nach den Plänen des geistigen Vaters des Projektes, Professor Hinnerk Wehberg, entstand schließlich der Dreiecksplatz.

Es waren beeindruckende Bilder, die Ernst Offermanns und Herbert Hintzen festgehalten haben. Erst recht von der Einweihung des Projektes am 30. August 2008, einem wunderschönen Sommertag mit strahlendem Sonnenschein, der das Werk über Stunden in seinen schönsten Farben erstrahlen ließ.

„Es war nicht nur eine schwierige Geburt, es war sogar eine schwierige Zeugung”, blickte Achim Dahlheimer vom NRW-Ministerium Bau und Verkehr dabei mit den Repräsentanten der Stadt zurück. Er gratulierte zu einem außergewöhnlichen Erholungspark.

Wie außergewöhnlich er ist, das bringt der Film facettenreich auf den Punkt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert