Feuerwehrfrau ist kein Modepüppchen

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
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Ganz schön eng. Die Atemschutzmaske findet Julia recht gewöhnungsbedürftig.

Herzogenrath. Schick ist anders. Den Schnitt, die Farben, die Accessoires - das alles findet die elfjährige Nayla bei der Feuerwehruniform nicht gerade spannend. „Geht so, sieht langweilig aus.” Vielleicht peppt sie die Modelle ja irgendwann einmal auf? Modedesignerin möchte die Elfjährige nämlich werden. Doch warum nicht frühzeitig in andere Berufe hineinschnuppern?

Das hat sie am Donnerstag ausgiebig bei der neunten Auflage des Mädchenaktionstages „Girls´ Day”.

In der Polizeiwache schauen sich Nayla und 19 weitere Mädchen aus der fünften Jahrgangsstufe der Herzogenrather Gesamtschule um. Auch im Rathaus sind sie zu Gast und in der Feuerwache. In letzterer sehen sie Dinge, die sonst kaum jemand sieht. Die Werkstatt im Keller etwa, in der die Funkgeräte repariert werden. Oder die lange Rinne, in der die Schläuche gewaschen werden.

Sogar mit Atemschutzmasken und Sauerstoffflaschen dürfen die Mädchen hantieren. Wie das geht, zeigt ihnen Silke Müller. Die 26-jährige ist Unterbrandmeisterin und seit neun Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr in Roda. Eine von fünf Frauen ist sie dort. Wohlgemerkt: von fünf Frauen unter 55 Männern. „Immerhin”, sagt sie, „das ist eine ganz gute Quote.” Die Frauen seien „voll akzeptiert” und mit Machosprüchen hielten sich die Männer in der Truppe auch bedeckt.

Unterschiede zwischen den Geschlechtern werden ohnehin nicht gemacht. Anders als bei der Polizei, gibt es bei der Feuerwehr für Männer und Frauen komplett dieselbe Kleidung. Da bleibt kein Platz für Eitelkeiten. Auf ein Accessoire sollten Frauen indes nicht verzichten: ein Haargummi. Die Besucherinnen erfahren, warum das so ist. Als eine von ihnen sich eine Atemschutzmaske überzieht, verfangen sich die langen Haare nämlich in den Gummiriemen und es zwickt ganz schön. Müller: „Deshalb sieht man bei uns eigentlich nur Frauen mit Pferdeschwanz.”

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