Feuerwehr Würselen wirbt fleißig für Rauchmelder

Von: Hannah Wilkensund Stefan Schaum
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Helfer zur Hand: Stadtbrandins
Helfer zur Hand: Stadtbrandinspektor Ralf Jüsgens (l.) und Kreisbrandmeister Bernd Hollands werben gerne für die Rauchmelder. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Ein Rauchmelder kann Leben retten und ist nicht teuer. Dennoch haben die wenigsten einen in der Wohnung. „Ungefähr 70 Prozent haben keinen”, bedauert Ralf Jüsgens, Stadtbrandinspektor in Würselen. Jüngst erst hat er wieder gesehen, wie wertvoll die kleinen Apparate sind.

Am Montag dieser Woche hatte das eindringliche Signal eines Melder zwei Bewohnerinnen eines Hauses an der Gerhart-Hauptmann-Straße aufgeschreckt. Sie alarmierten die Feuerwehr und rannten ins Freie. Und das war gut so, denn im Keller hatte ein Kabel einen Schwelbrand ausgelöst.

„Da sieht man, wie wichtig Rauchmelder sind”, sagt Jüsgens. Überhaupt verzeichnet die Wache dieser Tage viele Anfragen. „Nach dem schrecklichen Brand in Aachen, bei dem drei Kinder ums Leben gekommen sind, ist die Aufmerksamkeit wieder groß.” Soll heißen: Meist muss erst etwas geschehen, bevor das Thema wieder in aller Munde ist.

Es kann schnell geschehen

Dabei ist so schnell etwas geschehen: Eine Kerze fällt um, ein Haushaltsgerät überhitzt sich - in diesem Fall kann ein Rauchmelder warnen, bevor das Feuer ausgebrochen ist. „Bei einem Brand kommen die meisten Personen nicht durch das Feuer selbst, sondern durch den Rauch zu Schaden.” Schon bei kleinen Feuern könne es passieren, dass Menschen durch die gefährliche Gasentwicklung sterben.

Viel Technik steckt gar nicht drin in den kleinen Rauchmeldern: Sobald Rußpartikel eine Fotozelle blockieren, wird Alarm ausgelöst. Zur Probe drückt Jüsgens auf den Testknopf eines Melders und sofort piepst es enorm: „Das kann man nicht überhören!”

Allein in Würselen komme es ungefähr dreimal im Jahr vor, dass die Feuerwehr einen Einsatz hat, bei dem durch das Vorhandensein eines Rauchmelders großer Schaden verhindert werden konnte, so Jüsgens. Solcher Schutz ist nicht teuer. Einen Rauchmelder gibt es bereits ab zehn Euro im Baumarkt. Beim Kauf sollte auf das VDS-Prüfsiegel geachtet werden, rät Jüsgens. Dem Kauf sollte ein sorgfältiger Auswahlprozess folgen. Denn nicht überall macht solch ein Gerät auch Sinn. Jüsgens: „In den Schlafräumen und Kinderzimmern sollte in jedem Haus ein Rauchmelder zu finden sein, weil ein Feuer Personen dort im Schlaf überraschen kann.” Auch in der Küche sei ein Brandmelder sinnvoll, weil es dort viele elektrische Geräte gebe und Kabelbrände möglich seien.

Allerdings ist gerade dort die Chance hoch, dass starke Rauchentwicklung beim Kochen einen Fehlalarm auslöst. Überhaupt schrecke diese Möglichkeit so manchen ab, sich einen Rauchmelder zuzulegen. „Viele Leute fürchten, dass solch ein Ding ständig piepst”, sagt der Feuerwehrmann. Das treffe jedoch erstens nicht zu, und zweitens „ist es besser, einmal zu oft gewarnt zu werden als einmal zu wenig”.

Wer einen Rauchmelder anbringt, sollte auf sichere Montage achten und das Teil am besten an der Decke mit Dübeln verankern. Es gibt auch Zeitgenossen, die es mit doppelseitigem Klebeband versuchen. Doch da rät Jüsgens dringend ab. „Wenn es bei einem Brand heiß wird, schmilzt der Kleber und der Melder fällt einfach runter.” Was die Lebensdauer der Batterien betrifft: „Die meisten halten im Durchschnitt ein Jahr. Sind sie leer, wird das durch minütliches Piepsen angezeigt. Das Auswechseln ist aber kein Problem.” Abdrehen, austauschen, fertig. Das Gerät selbst sollte nur etwa alle zehn Jahre ausgetauscht werden.

Vorurteile ausräumen

Um Vorurteile auszuräumen und für die Melder zu werben, sind die Helfer im Rahmen der Brandschutzerziehung in Kindergärten und Schulen aktiv. „Immer mehr Kinder erkennen einen Rauchmelder, wenn wir ihn zeigen.” Kinder, die noch keinen Rauchmelder zu Hause haben, würden ihre Eltern danach oftmals darauf hinweisen, dass es sinnvoll sei, sich einen anzuschaffen. Die Feuerwehr wünscht sich vor allem eins: „Mehr Akzeptanz! Die Leute sollen sich nicht nur einen Feuermelder kaufen, sondern sich auch Gedanken darüber machen, was im Notfall in welcher Reihenfolge zu tun ist.”

Pflicht muss kommen

Eine Rauchmelderpflicht in der Bauordnung fordern Feuerwehr und Versicherungen schon seit Jahren. Nun hat auch die Landesregierung NRW für Herbst eine Gesetzesnovelle entworfen, die eine solche Vorschrift für Neubauten vorsieht. Das kommentiert Jüsgens so: „Es wird auch wirklich Zeit.”
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