Feuerwehr setzt auf Kontraste - mit der Wärmebildkamera

Von: Christoph Classen
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Kontrastprogramm: Alsdorfs Feuerwehr-Chef Peter Adenau (l.) und Oberbrandmeister Dirk Schagen wollen auf die Wärmebildkamera nicht mehr verzichten - auch wenn sie kein „Allheilmittel” Foto: Classen

Alsdorf. Wenn sich die Feuerwehr von der Lage am Einsatzort ein Bild machen will, dann rückt die Wärmebildkamera in den Fokus. Seit etwa zehn Jahren wird das Gerät bei den Brandbekämpfern in Alsdorf eingesetzt und Stadtbrandmeister Peter Adenau mag es nicht missen.

„Die Kamera bietet in vielen Dingen große Vorteile”, sagt der Alsdorfer Feuerwehr-Chef. Ein „Allheilmittel” sei sie allerdings nicht - was zuletzt bei dem Brand einer Doppelhaushälfte in Kohlscheid deutlich wurde, zu dem die Feuerwehr gleich zweimal ausrücken musste (siehe Infobox). Zwischen 10000 und 15000 Euro kostet eine Wärmebildkamera, der Preis ist abhängig von der Akkulaufzeit und der Größe des Displays. Das Gerät der Feuerwehr in Alsdorf hat schon einige Jährchen auf dem Buckel und wird wohl auch so bald nicht ausgetauscht. Schließlich sind Wärmebildkameras äußerst robust, Fallenlassen und Hitze hinterlassen keine bleibenden Schäden.

Damit letztere möglichst klein ausfallen, nimmt die Feuerwehr das Gerät mit zum Einsatz. „Wir müssen keine Decken mehr einreißen, wenn es eigentlich gar nicht nötig ist”, sagt Adenau. Denn die Wärmebildkamera macht Glutnester sichtbar, die dem menschlichen Auge allein entgehen würden. Lodert in der Decke also rein gar nichts mehr, darf sie drin bleiben.

Schwierige Interpretation

Allerdings sind auch der Technik Grenzen gesetzt. Wenn zwischen Objektiv und Glutnest etwa ein dicker Balken liegt, zeigt die Kamera nichts an. Auf der anderen Seite geht aber auch nicht jeder registrierte Ausschlag auf ein Feuer zurück. „Es werden alle Wärmequellen angezeigt. Auch die, die für uns nicht von Belang sind”, sagt Adenau. Die Interpretation der Kamerabilder macht das natürlich nicht einfacher. „Dabei ist die Routine ein wichtiger Faktor”, sagt Dirk Schagen, Oberbrandmeister in Alsdorf. Und damit sich möglichst viele Kollegen ein Bild machen können, werden der Aufnahmen der Kamera per Funk in den Wagen der Einsatzleitung übertragen.

Der Technik der Geräte macht sich die physikalische Tatsache zu Nutze, das jedem Gegenstand und jedem Lebewesen eine gewisse Energie in Form von Infrarotstrahlen zu eigen ist. Sie wird auf dem Display sichtbar gemacht, es entsteht ein Bild, das sich aus schwarz-weiß Kontrasten zusammensetzt.

Je heller, desto wärmer

Die Lesart ist simpel: Je heller etwas ist, desto wärmer ist es auch. „Wenn Sie mit 37 Grad Temperatur vor einer Wand stehen, die 37 Grad warm ist, dann sehe ich Sie auf dem Kamerabild nicht”, verdeutlicht Schagen.

Weil dies aber nur selten vorkommt, leistet die Wärmebildkamera auch bei der Suche nach Menschen wertvolle Dienste. Nicht zuletzt deswegen führt der jeweils zuerst vorrückende Feuerwehrtrupp das Gerät mit sich. Zudem erleichtert es die Orientierung der Einsatzkräfte gerade in stark verrauchten Gebäuden ganz enorm.

Die moderne Bauweise macht es den Einsatzkräften und ihrer Technik dagegen manchmal schwer. „Heute ist ja jeder Dachboden gegen Kälte isoliert. Und damit auch gleichzeitig gegen Wärme”, sagt Adenau. Allein auf die Bilder der Wärmebildkamera verlässt sich die Feuerwehr ohnehin nicht. Peter Adenau kann sich jedenfalls darauf verlassen, dass seine Kollegen die Augen offenhalten.

Glutnest verursacht zweiten Brand in Kohlscheid

„100-prozentige Sicherheit liefert die Wärmebildkamera nicht”, sagt Peter Adenau, Stadtbrandmeister in Alsdorf - das Feuer einer Doppelhaushälfte in Kohlscheid, das in der vergangenen Woche ausgebrochen war, bestätigen seine Worte.

Dort musste die Feuerwehr - wie berichtet - zweimal anrücken. „Beim zweiten Mal wurde das Feuer durch ein nicht gelöschtes Glutnest verursacht”, nennt Sandra Schmitz, Pressesprecherin der Polizei Aachen, die Ermittlungsergebnisse der Kriminalpolizei.

Kein Vorwurf sei dabei der Feuerwehr zu machen. „Es wurde alles Mögliche getan, eine Brandwache eingerichtet, eine Wärmebildkamera eingesetzt”, sagt Schmitz, die von einer „Verkettung unglücklicher Umstände” spricht.

Ursprünglich war das Feuer in der Küche des Hauses ausgebrochen. Warum genau, ist unklar. Ein technischer Defekt oder Brandstiftung sind nach den Ermittlungen aber auszuschließen.

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