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Faszination: Horst Christians und die Galaxien und Sternhaufen

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
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Beeindruckenden Aufnahmen hat Hobbyastronom Horst Christians aus Hückelhoven bei seinen Beobachtungen gemacht. Zum Beispiel vom Planeten Jupiter.
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Horst Christians wartet auf klare Nächte. Dann schaut er mit seiner Ausrüstung ins All. Foto: Gerhards

Hückelhoven. In klaren Nächten liegt Horst Christians nie in seinem Bett. Dann ist er auf den Beinen – egal wie kalt es ist. Horst Christians schaut in den dunklen Himmel. Er beobachtet Galaxien, Sternhaufen und Planeten. Himmelskörper, die teilweise mehrere Millionen Lichtjahre entfernt sind.

Christians schaut aber nicht bloß ins All. Er hält die beeindruckenden Bilder auch mit der Kamera fest. Der 63-jährige Rentner beschäftigt sich seit mittlerweile 30 Jahren mit der Astronomie. „Ich finde das extrem spannend“, sagt er. Was so spannend ist? So weit entfernte Objekte sehen zu können, die es in dem Moment, in dem er sie sieht, vielleicht schon gar nicht mehr gibt. Er ist beeindruckt vom Jupiter mit seinen Wolkenbändern und dem berühmten roten Fleck. Oder vom Saturn mit seinen Ringen.

Eine Menge gelernt

Dabei hat alles ganz einfach angefangen. Christians, der bis vor zehn Jahren in Wuppertal lebte, hatte einen beruflichen Termin. Bei seinem Kunden, einem Hobby-Astronomen, sah er dann all die Geräte. Und er war total beeindruckt. „Ich habe das gesehen und wusste sofort: Das will ich auch machen“, sagt Christians. Er freundete sich mit seinem Kunden an, traf sich oft mit ihm und lernte eine ganze Menge über Astronomie.

„Königsklasse“ der Astronomie

Heute ist er selber ein Experte. Und mit der Fotografie von fernen Galaxien und hellen Sternen bewegt er sich in der „Königsklasse“ der Astronomie. Die Fotografie bringe Objekte zum Vorschein, die man selbst mit riesiger Profiausrüstung nicht sehen könne. Nur durch extrem lange Belichtungszeiten von mehreren Stunde werden sie erkennbar.

„Dafür braucht man die richtige Ausrüstung, Erfahrung und man muss sich gut am Himmel auskennen“, sagt er. Bis es so weit war, musste Christians aber erst einmal einen langen Weg hinter sich legen. „Die Astronomie ist ein Hobby, in das man sich langsam reinarbeiten muss“, sagt er.

Seine Ausrüstung, mit der er seine Beobachtungen vom Bauernhof einer befreundeten Familie aus mache, ist dabei größtenteils in Eigenarbeit entstanden. Das Kernstück ist seine selbstgebaute Montierung – der Laie würde sagen, das Stativ. Die Aluminium-Einzelteile dafür hat er in einer Dreherei anfertigen lassen. Passungen, Lager und Zahnräder für die 60 Kilogramm schwere Montierung seien allesamt extra gefertigt worden. Und dabei ist höchste Präzision gefragt.

Denn die elektronisch gesteuerte Montierung gleicht die Erdrotation aus und sorgt dafür, dass die Instrumente stabil befestigt sind. „Die Erde dreht sich ja. Dadurch scheint es so, als bewegten sich die Himmelkörper. Dieser Effekt wird durch die parallaktische Montierung ausgeglichen“, sagt Christians. Eine kleine Ungenauigkeit, eine kleine Erschütterung und seine Aufnahmen wären absolut ruiniert.

Nächte in der Kälte

Ferne Galaxien fotografiert er zum Beispiel mit einer Belichtungszeit von mehreren Stunden mit einer modifizierten Spiegelreflexkamera, die an eines der Teleskope montiert ist. Planeten filme er dagegen mit einer Kamera. Am Computer würden die Einzelaufnahmen dann zu einem Bild zusammengefügt. „Von den Ergebnissen bin ich immer noch selbst beeindruckt. Dafür lohnt es sich, die ganze Nacht in der Kälte auszuhalten“, sagt er.

Es wird nie langweilig

Langweilig wird es dem Astronomen also nie: „Es gibt unzählige Objekte und Galaxien, die man fotografieren kann“, sagt Christians. Und mit den Jahreszeiten ändert sich auch das Bild am Himmel. Derzeit sei unsere Nachbargalaxie, der Andromeda-Nebel, gut zu sehen. Genauso wie die Plejaden oder der drei Lichtjahre große Pferdekopf-Nebel. Christians zählt noch eine ganze Reihe anderer Objekte auf, die es sich zu beobachten lohnt. Es gibt eben einfach unzählige.

Und weil richtig gute Bedingungen für Astronomen extrem selten seien, nutze er auch mal eine Wolkenlücke aus, um ins All zu schauen. „Sonst bekommt man tatsächlich Entzugserscheinungen“, sagt er.

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