Alsdorf - Fast-Food-Filiale geschlossen: 33 Mitarbeiter beschäftigungslos

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Fast-Food-Filiale geschlossen: 33 Mitarbeiter beschäftigungslos

Von: Holger Bubel
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Wo nicht mehr gegessen wird, wird auch nicht geparkt: Filiale und Parkplatz sind geschlossen – keiner weiß, wie lange. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Ihren Namen will sie nicht sagen, nur so viel: „Was da in den Medien berichtet wird, ist alles Quatsch!“ Zumindest eins ist bekannt: Die Dame, die das sagt, ist nach eigenem Bekunden Leiterin der Burger-King-Filiale in Alsdorf.

Und diese ist geschlossen, seit Sonntag bleiben die Lichter aus in dem markanten Gebäude in noch markanterer Ortslage, der Kreuzung Kurt-Koblitz-Ring und Luisenstraße, an der täglich viele tausend Pendler entlang fahren und einige auch einen Stop einlegen, um ihren Bedarf an Whopper & Co. zu decken. Dass die Fast-Food-Filiale geschlossen ist, bleibt aber nicht lange so – will man der jungen Filialleiterin Glauben schenken. Auch wenn sie nichts sagt, sagt sie aber doch, „dass die Leute alle keine Ahnung“ haben und sich wundern werden, „wie schnell wir wieder aufmachen“.

Täglicher Dienstantritt

Auf jeden Fall – und so war es auch am Sonntag – werden die Mitarbeiter täglich ihren Dienst antreten, aber nicht versehen können. Die Dame, die nichts sagt und Filialleiterin ist, sagt immerhin: „Schließlich bekommen wir ja unser Geld, und dann erscheinen wir auch hier.“

In der Alsdorfer Filiale der Schnellrestaurant-Kette Burger King sind 33 Mitarbeiter – in Voll-, Teilzeit oder geringfügig – beschäftigt, beziehungsweise im Moment unbeschäftigt.

Wie weitere 88 Restaurants auch, gehört die Alsdorfer Filiale zur Yi-Ko-Holding, mit der Burger King Europe den Franchisevertrag „wegen wiederholten Verstößen gegen geschlossene Vereinbarungen“ fristlos gekündigt hat. So sollen unter anderem Arbeitsverträge missachtet worden sein, Urlaubsgelder und Zuschüsse an die Mitarbeiter nicht ausgezahlt und im Krankheitsfall Gehälter erst mit Verspätung ausgezahlt worden sein, lautet der Vorwurf von Burger King Deutschland an die Yi-Ko Holding. Heißt für die Franchise-Filialen: Es gibt keine Ware mehr, das Nutzen des Firmennamens oder -logos ist untersagt. Bundesweit sind von der Kündigung 3000 Arbeitsplätze betroffen, rund die Hälfte davon in Nordrhein-Westfalen. Die Belegschaft in Alsdorf war der Kündigung nicht sofort nachgekommen, wartete auf Anweisungen und verkaufte noch die Bestandsware.

„Gegenüber den Angestellten handelt Burger King Europe verantwortungslos. Ich bin richtig wütend“, sagt Ludger Bentlage von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG).

Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt Ludger Bentlage, dass die NGG im Rahmen der derzeit stattfindenden Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband Systemgastronomie intensive Gespräche über die Zukunft der betroffenen Angestellten führe.

„Burger King Europe kann und darf sich der Verantwortung gegenüber diesen Menschen nicht entziehen“, sagt Bentlage noch einmal nachdrücklich.

Anspruch auf Arbeit

Die betroffenen Mitarbeiter auch der Alsdorfer Filiale wurden unterdessen durch eine Rundmail informiert, wie sie sich nun verhalten sollen. „Alle Beschäftigten sind auf jeden Fall verpflichtet, gemäß Dienstplan zur Arbeit zu kommen. Auch wenn das Restaurant geschlossen ist, hat man weiterhin Anspruch auf Arbeit und Bezahlung“, heißt es etwa in der Info. Aber auch: „Gleichzeitig sollte man umgehend zur Arbeitsagentur gehen und sich vorsorglich arbeitssuchend melden, auch wenn man noch keine Kündigung erhalten hat.“ Keine rosigen Aussichten kurz vor Weihnachten für die Alsdorfer Burger-King-Mitarbeiter.

Und weniger optimistische Mitarbeiter als die namenlose Filialleiterin, die nichts sagt, äußern sich zurückhaltender und glauben wegen der schlechten Ertragslage der Filiale in Alsdorf nicht an eine Wiedereröffnung.

Fest steht: Whopper und Co. werden vorerst die Speisekarte nicht mehr „bereichern“. . .

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