Fantasievolle Vorträge mit Schmunzel-Garantie

Von: Vera Cornette
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Statt doppeltes Lottchen doppelter Ulrich: Bass-Bariton Ulrich Schütte und Pianist Ulrich Raue arbeiten seit 2008 zusammen. Kästners „Die 13 Monate”, vertont von Edmund Nick, führt Schütte in diesem Jahr erstmals öffentlich auf. Foto: Vera Cornette

Würselen. „Frankreich hat mehr zu bieten als Baguette und Rotwein”, sagte Nora Jordans mit einem Augenzwinkern. Das Land sei wunderbar und abwechslungsreich, so die Französischlehrerin vom Städtischen Gymnasium.

Um den kulturellen Austausch zu fördern und das Interesse an der „Grande Nation” wach zu halten, veranstaltete die Deutsch-Französische Gesellschaft Würselen, zu deren Vorstandsmitgliedern auch Jordans zählt, einen Chansonabend im Alten Rathaus.

Freundschaftsvertrag

Besonderer Anlass war der Jahrestag der Elysée-Verträge, die am 22. Januar 1963 vom französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer in Paris unterzeichnet wurden. Vor dem musikalischen Teil erläuterte Julia Plum, Schülerin des Gymnasiums, die Bedeutung des Freundschaftsvertrages und den Einfluss der beiden Länder zur europäischen Einigung. Der Vertrag sei die Basis der deutsch-französischen Zusammenarbeit im politischen, wirtschaftlichen und eben auch kulturellen Bereich.

Die kulturelle Verständigung mit Morlaix, der in der Bretagne gelegenen Partnerstadt, hat sich die Deutsch-Französische Gesellschaft in Würselen auf die Fahnen geschrieben. „Wir unterstützen etwa den Schüleraustausch - mit persönlichen Kontakten und finanziell”, so Ellen Thielen-Vafaie, Vorsitzende des Vereins.

Gute Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland seien deshalb wichtig, weil „ohne die beiden großen Länder in der Europäischen Union nichts läuft”. Städtepartnerschaften leisteten dazu einen wichtigen Beitrag.

Viel Abwechslung

Das gute Miteinander und unterhaltsame Zusammensein stand auch bei der musikalischen Gestaltung im Vordergrund. Bass-Bariton Ulrich Schütte trug mit großer Passion Chansons wie „Un homme et une femme” („Ein Mann und eine Frau”), das herzzerreißende „Ne me quitte pas” („Bitte geh´ nicht fort”) und das melancholische „Les feuilles mortes” („Die toten Blätter”) vor. Begleitet wurde er am Klavier von Ulrich Raue. Den größten Part machte Erich Kästners Gedichtzyklus „Die 13 Monate” aus.

Die Kästner-Gedichte, vertont von Edmund Nick, beschreiben den Ablauf der Monate mit ihrer charakteristischen Atmosphäre. So heißt es über den Januar: „Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege / Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald / Doch riecht es noch nach Krapfen auf der Stiege / Man steht am Fenster und wird langsam alt.”

Besinnlich, mal tragisch, oft gewürzt mit einer guten Prise Humor, fängt Kästner die Vielfalt des Jahreskreises ein. Ganz à la Kästner: der 13. Monat, sein „Wunschmonat”. Den Schaltmonat „Elfember” malt er sich in „holden Dolden” und gleichzeitig mit Äpfeln „mürb und rot und golden” aus.

Das zahlreiche Publikum schmunzelte oft bei den fantasievollen Kästner-Texten und applaudierte dem Sänger und seinem Pianist begeistert, als ein Abend im Zeichen der deutsch-französischen Verständigung sein Ende nahm.

Besuch und Gesang aus Morlaix gibt es im Februar, wenn 60 „Babsingers” nach Würselen kommen und am Donnerstag, 12. Februar, ein Konzert in der Aula des Euregio-Kollegs geben.

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