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Familienzentren: Fragebogen soll Bedarf klären

Von: Anja Klingbeil
Letzte Aktualisierung:
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Hier wird nicht nur gespielt: Auch für die Jungen und Mädchen in der Kindertagesstätte soll es viele neue Angebote geben. Sie sollen etwa die niederländische Sprache kennen lernen. Foto: Anja Klingbeil

Herzogenrath. Sie sind in aller Munde: Familienzentren. Doch für viele Menschen ist das immer noch ein abstrakter Begriff, der wenig mit Leben gefüllt ist. Diese Erfahrung macht Lena Rongen in ihrer täglichen Arbeit.

Die 51-Jährige ist die Leiterin der Helene-Simon-Kindertagestätte der Arbeiterwohlfahrt (AWO) an der Forensberger Straße. Die Einrichtung ist auf dem Weg zum Familienzentrum, mitten in der Zertifizierungsphase.

Die bringt für Lena Rongen und ihre Mitarbeiter eine Menge Arbeit mit sich. Nicht nur Aufklärungsarbeit im Umfeld, was denn überhaupt ein Familienzentrum so macht, sondern auch das Ausfüllen von langen Listen, die Sichtung von neuen Angeboten und Kooperationspartnern, die sich im Familienzentrum Helene Simon später unter einem Dach zusammenfinden sollen.

Denn der Kindergarten wie es ihn vor 15 Jahren gab, der ist schon längst ein Auslaufmodell: Schon lange haben sich die Einrichtungen gewandelt, haben sich nach außen geöffnet.

Bildungsangebote sind in den Vordergrund gerückt - für Kinder und Eltern gleichermaßen. Flexible Öffnungszeiten wurden eingeführt, um die Bedürfnisse von berufstätigen Vätern und Müttern zu befriedigen.

Vor zwölf Jahren öffnete in der Kita Helene Simon die erste Tagesstellengruppe mit neun Kindern. Heute sind es bereits 60 Jungen und Mädchen, die den ganzen Tag im Kindergarten verbringen, weil ihre Eltern arbeiten.

Auch der Bedarf an Plätzen für Kinder unter drei Jahren ist deutlich gestiegen. Aktuell zählt die Einrichtung zwölf U-3-Kinder. „Doch der Bedarf wäre eigentlich noch höher”, sagt Lena Rongen, die auch schon Eltern absagen musste, da das zugeteilte U-3-Kontingent der Kita erschöpft ist.

All diese Entwicklungen haben dazu beigetragen, dass der Schritt hin zum Familienzentrum die logische Konsequenz sein musste. Wird die AWO-Kita zertifiziert, so erhält sie als Familienzentrum 12.000 Euro Förderung des Landes im Jahr.

Diese Chance will Lena Rongen natürlich nicht verstreichen lassen. Doch sie und ihre 19 Mitarbeiterinnen in der Einrichtung wollen als Familienzentrum den Menschen - nicht nur den Väter und Müttern, deren Kind die Kita besucht - die Wege verkürzen.

Ausgehend von der Frage „Was braucht eine Familie im Ganzen” soll die Nachfrage das Angebot regeln. Dazu werden in der Elternschaft, im näheren Umfeld in der Nachbarschaft und auch in den Grundschulen Fragebögen verteilt, die eine genaue Bedarfsplanung ermöglichen sollen.

Ende Oktober gab es ein erstes Treffen bei der Landesregierung in Köln. Bis zum 31. März muss das Konzept stehen, die Antragsunterlagen müssen ausgefüllt sein.

„Ich denke, dass wir auf jeden Fall eine Zertifizierung erhalten, auch wenn es ein großer zeitlicher Druck ist, der auf uns lastet. Aber wir fangen als Einrichtung ja nicht bei null an”, erzählt Lena Rongen.

Für sie ist mit dem Gütesiegel der Weg noch nicht zu Ende, denn ein Familienzentrum befinde sich in einem stetigen Prozess, müsse sich ständig weiterentwickeln.

„Die Idee des Familienzentrums kann vielleicht nur mit und mit vermittelt werden. Die Eltern werden in die Prozesse eingebunden, machen ihre Erfahrungen, sehen, was sich verändert. Es muss einfach wachsen und ins Bewusstsein kommen, dass wir als Familienzentrum alle ansprechen. Aber ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg.”
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