Herzogenrath - „Falken” bietet erstmals ein Sprachcamp an

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„Falken” bietet erstmals ein Sprachcamp an

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:

Herzogenrath. „Gute Sprachkenntnisse sind der Schlüssel zum beruflichen Erfolg” - „Sprache ist das wichtigste Instrument, um Welt und Menschen zu verstehen” - vielfach propagierte Erkenntnisse wie diese sind für die „Falken” nicht nur Lippenbekenntnisse.

„Um in Deutschland eine Chance zu haben, müssen Kinder mit Migrationshintergrund überhaupt die Notwendigkeit sehen, Deutsch zu sprechen”, sagt Beate Kuhn, Fachkraft für Jugendarbeit bei den „Falken”.

Die Jugendorganisation hat sich deswegen für die Sommerferien etwas Besonderes einfallen lassen: ein Sprachcamp - jeweils zwei Wochen in Merkstein und in Eschweiler.

Zielgruppe sind Sieben- bis Zehnjährige aus ausländischen Familien. Die Idee: Sprache spielerisch lernen. Als fachgerechtes Fundament dient eine Stunde intensiver Sprachförderunterricht in kleinen Gruppen, den eine Deutschlehrerin erteilt.

Dazu gibt es ein Theaterprojekt, „bei dem natürlich die deutsche Sprache und die gute Aussprache im Vordergrund stehen”, erläutert Beate Kuhn. Zudem fördern Auftritte vor Publikum das Selbstbewusstsein der kleinen Akteure.

Doch gibt es auch viel Raum für Spiel, Sport und Spaß, unter anderem bei zwei Ausflügen. Kuhn, gelernte Berufsschullehrerin: „Denn auch das gemeinsame Erleben erweitert den Horizont. Die Hauptschwierigkeiten bestehen ja nicht bei der Alltagskommunikation, sondern bei der erweiterten Sachkompetenz.”

Will heißen: Bei der Erläuterung komplexerer Zusammenhänge, Ideen und Gedanken gehen Migrantenkindern - genauso wie ihren Eltern - viel zu oft die Worte aus. Wortschatzerweiterung ist daher zentrales Anliegen des Camps.

„Da wir Kinder aus vielen verschiedenen Nationen erwarten”, erklärt Samira Elmahi, Vorstandsmitglied und Gruppenleiterin bei den „Falken”, „wird die gemeinsame Sprache zwangsläufig Deutsch sein.”

Für rund 40 Kinder - nicht nur aus Eschweiler und Merkstein sind die Camps konzipiert. Im Preis von 20 Euro sind Unterricht und Arbeitsmaterialien, Ausflüge, Mittagessen und Nachmittagsimbiss (nach muslimischen Speisevorschriften, in Merkstein wird das Essen von Frauen des Moscheevereins geliefert) enthalten.

„Wir hoffen, dass auch Lehrer in der Schule für unsere Camps werben”, sagt Samira Elmahi. Gemäß Untersuchungen des Bremer Max-Planck-Instituts entspreche ein sechswöchiger Sprachurlaub einem Jahr Sprachunterricht in der Schule.

Beide Organisatorinnen erhoffen sich zudem Impulse für die Jugendarbeit in den Städten - auch wenn solche Aktionen „etwas aufwändiger” seien.

Mit 27.000 Euro schlägt das Sprachcamp zu Buche, das zu 70 Prozent aus Mitteln des Landesjugendplans im Rahmen des Programms „Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie” gefördert wird. Ein Förderantrag ist zudem an die Stadt Herzogenrath gestellt, Eschweiler habe einen Zuschuss bereits zugesagt.
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