Fachklasseneinrichtung: Gebraucht wird teurer als neu

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:

Alsdorf. Es war gut gemeint und auf den ersten Blick auch absolut plausibel: Die Fachklasseneinrichtung Physik/Chemie der Gustav-Heinemann-Gesamtschule ist dringend erneuerungsbedürftig, Die entsprechende Einrichtung der aufgegebenen Gerhart-Hauptmann-Schule dagegen ist sehr gut erhalten.

Eine Neuanschaffung für die Gesamtschule würde geschätzte 200.000 Euro kosten, der Umzug der gebrauchten Ausstattung dagegen geschätzte „schlappe“ 39.000 Euro. So die Theorie. Eine Neuverlegung aller Installationen sei jedoch erforderlich. Die Gesamtkosten sollten sich auf rund 150.000 Euro belaufen, die die Stadt Alsdorf aus den laufenden Mitteln für den Bauunterhalt bestreiten wollte.

Zwischenzeitlich jedoch stellt sich die Angelegenheit etwas anders dar. Im Juni teilte die mit der Umsetzung beauftragte GSG Grund- und Stadtentwicklung GmbH der Verwaltung mit, dass „die geplante Maßnahme laut aktuellsten Kostenberechnungen erheblich teurer zu werden droht“, war jetzt als Grundlage der Beratungen im Ausschuss für Schulen, Sport und Kultur zu hören. Da wurde von einer Überschreitung der geplanten Kosten in Höhe von 65.300 Euro gesprochen. Wir addieren: Eigentlich sollten die Gesamtkosten ja 150.000 Euro betragen, dann 215.300 Euro, also mehr als die Neuanschaffung in Höhe von 200.000 Euro.

Die GSG spricht demnach von „Unwägbarkeiten, die damals nicht berücksichtigt werden konnten“. So vermochte die GSG die Planung auf Grund von „knappen Ressourcen“ nicht selbst zu stemmen, sondern musste auf externe Planungsbüros zurückgreifen. Kostenpunkt: 11.500 Euro für den räumlichen Ausbau, 26 500 Euro für den technischen.

„Nicht berücksichtigt“

Die verschärfte Trinkwasserverordnung, heißt es weiter, sorgt für 6000 Euro Mehrkosten. Und: Der erforderliche Aufwand für die Elektroinstallation wurde laut GSG in der Vorplanung schlichtweg unterschätzt. Die kostet jetzt 56.300 Euro, also 14.300 Euro mehr als gedacht. Weitere Kostentreiber: „Reserven für unvorhergesehene Arbeiten, Bauendreinigung und jährliche Preissteigerung wurden nicht berücksichtigt.“

Und noch ein Aspekt: Im August wurde die Einsturzgefahr der Gerhart-Hauptmann-Schule festgestellt. Zur „Bergung des Fachklassenmobiliars aus dem Gebäude wurden „umfangreiche Abstütz- und Sicherungsmaßnahmen“ notwendig. Geschätzte Kosten hierfür: 15.000 Euro.

Wie sollen die Mehrkosten nun im aktuellen Haushalt „gedeckt“ werden? Antwort: Geht nicht auf einmal! Wahrscheinlich auf Grund des Doppelhaushalts 2013/14 auch nicht im nächsten Jahr, wie Schuldezernent Stephan Spaltner im Schulausschuss sagte. Es könnte 2015 werden, bis dass genügend Geld locker gemacht werden kann, um zwei Fachräume Physik/Chemie herrichten zu können.

Zähneknirschend schloss sich der Fachausschuss dem Vorschlag der Verwaltung an, zunächst nur einen Spezialraum nebst Vorbereitungsraum neu aus- und herzurichten. Das will nun Schuldezernent Spalter im Detail mit Schulleiter Martin May noch klären.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert