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Experten fordern: OGS-Standards verbessern

Von: eli
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Das Miteinander in den OGS fördern: (v.l.) Andreas Heine, Frank Lohse, Margret Braun-Bartlog, Moderatorin Birgit Kuballa, Simone Schulte, Astrid Lorenz und Klaus Zebner. Foto: Elisa Zander

Herzogenrath. Wie motiviert man Kinder, Computerspiele gegen einen Nachmittag im Regen zu tauschen? Warum ist Elternarbeit ein wichtiger Bestandteil in der Grundschule? Und erfüllen Hausaufgaben noch den eigentlichen Sinn und Zweck?

Es sind nur wenige Fragen von vielen, auf die im Laufe der Fachtagung für Ganztagsgrundschulen unter dem Motto „Unser Miteinander macht Kinder stark” eine Antwort gesucht wurde. Rund 200 Teilnehmer - Lehrer, Koordinatoren und sozialpädagogische Fachkräfte - aus allen neun Herzogenrather Ganztagsgrundschulen waren zusammengekommen, um den Standard der OGS zu verbessern und zu vereinheitlichen.

Weiterhin stand die stärkere Vernetzung zwischen dem Vor- und Nachmittag und den verschiedenen Professionen im Vordergrund. „Die Offene Ganztagsschule (OGS) ist ein Bestandteil der Schule und kein Anhängsel”, sagt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Herzogenrath, Birgit Kuballa.

Das Umdenken hierzu habe bereits begonnen. Dennoch müsse eine intensivere Verzahnung entstehen, auch hinsichtlich des Nachmittags. „Unterricht und Freizeitgestaltung können in einer OGS nicht mehr strickt getrennt werden”, findet Klaus Zebner, Schulleiter der Grundschule Alt-Merkstein.

Auch Bürgermeister Christoph von den Driesch machte auf diese „nicht zu unterschätzende Schwierigkeit der Konzeptentwicklung auf der Praxisebene” aufmerksam. „Schulleitung, Lehrerinnen und Lehrer und die sozialpädagogischen Fachkräfte müssen sich zusammensetzen, eine gemeinsame Sprache finden und auf dieser Basis ein gemeinsames integriertes Konzept der Offenen Ganztagsschule entwickeln.”

Johannes Bienfeld vom Schulverwaltungsamt der Stadt Neuss war einer der Referenten. Er verdeutlichte, dass insbesondere die Hausaufgaben zu einem Problem mutieren. Auch Birgit Kuballa sieht hier Handlungsbedarf. „Die Rückkopplung zwischen Sinn und Zweck fehlt.” Die Gründe und Lösungsmöglichkeiten dazu müssten noch diskutiert werden.

Total verplante Tage

Eine weitere diskutierte Problematik war die Frage nach dem allzu verplanten Tag der Kinder. „Schule, Sport, Freizeitaktivitäten, die von den Eltern ausgewählt werden - da bleibt kein Raum für das freie Spiel, Experimentieren und Entdecken der Kinder”, bemängelt Johannes Bienfeld.

Doch nicht nur diese Einstellungen müssten überdacht werden. Auch die Standpunkte und Ideen der Landesregierung, die vor sieben Jahren das Konzept der Offenen Ganztagsschulen ins Leben gerufen hat, bedürften einer Reform. „Aktuell ist die OGS per Erlass noch bis 2011 geregelt”, erläutert Klaus Zebner. „Ein entsprechender Gesetzesbeschluss wäre wünschenswert.” Auch darum sei ein Überdenken des Konzeptes nötig, um den Schulen und Trägern eine Planungsfreiheit zu ermöglichen.

Doch nicht nur Denkanstöße sollte die Fachtagung mit auf den Weg geben. Vielmehr sollten auch Impulse für das tägliche Arbeiten mitgenommen werden. Das sehr praxisorientierte Angebot bot für alle Interessen Arbeitsgruppen und Fachvorträge. „Die Lehrer, Koordinatoren und Fachkräfte sollen mit neuem Schwung und Lust in die Schulen zurückgehen”, sagt Birgit Kuballa. Mittelfristig sollte noch an einer Rhythmisierung des Unterrichts gearbeitet und die finanzielle Ausstattung insbesondere im Hinblick auf das Personal verbessert werden, so Kuballa weiter.
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