Würselen - Exotische Klänge in der Kirche St. Pius

Exotische Klänge in der Kirche St. Pius

Von: Sebastian Dreher
Letzte Aktualisierung:
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Brachten südamerikanische Stimmung in die Kirche St. Pius: „Sacambaya” aus Bolivien sammeln bei ihrer Europatournee Geld für soziale Projekte in dem Andenstaat. Foto: Sebastian Dreher

Würselen. Bolivien ist ein Land der Gegensätze: reich an atemberaubenden Gebirgslandschaften und Hochebenen sowie an christlicher und vorchristlicher Kultur, aber gleichzeitig auch sehr arm. Die sieben Musiker von „Sacambaya” wollen mit ihrer Musik ihren Landsleuten helfen und touren aus diesem Grund durch die Konzerthallen Europas.

„Wir singen für die Menschen in unserer Heimat”, sagt Bandleader Jorge Aquino. Der sympathische Sänger hat in Kassel studiert, kennt sich also nicht nur mit der deutschen Sprache, sondern auch mit der hiesigen Mentalität aus. „Viele Menschen, insbesondere Kinder, haben es sehr schwer in Bolivien. Die Landbevölkerung flieht in die Städte, in der Hoffnung, mehr Geld zu verdienen.”

Aquino und seine Mitstreiter unterstützen mit ihrer Tournee, bei der immer auch bolivianische Produkte wie Taschen, Mützen sowie Musikinstrumente verkauft und Spenden gesammelt werden, soziale Projekte in der Heimat.

Das „Casa de la Region” gibt Schülern die Möglichkeit, in Ruhe Hausaufgaben zu machen oder zu lesen. In öffentlichen Solarduschanlagen können sich Menschen ohne sanitäre Anlagen waschen, und es sollen sogar Teile des Regenwaldes mit Hilfe der europäischen Gelder wiederaufgeforstet werden.

Die „Músicos por un mundo” lassen sich bei ihren Konzerten regelmäßig von einheimischen Musikern oder Chören unterstützen. Bei ihrem Konzert in St. Pius wurden sie von dem Jugendchor des Gymnasiums Würselen begleitet.

Die aufgeführte „Misa Criolla” des argentinischen Komponisten Ariel Ram’rez ist in Lateinamerika eines der populärsten Werke christlicher Musik. „Jeder kennt diese Messe, die vor allem zu Weihnachten gesungen wird”, weiß Chorleiter Bernhard Wiesemann. Der Oberstudienrat leitet den Chor, zu dem neben Schülern auch einige Lehrer und Eltern gehören, seit 25 Jahren. Seine Inszenierung des Musicals „Les Miserables” wurde auf Burg Wilhelmstein und im Ludwig Forum aufgeführt.

Nach der Messe wurde den Zuschauern ein vielfältiges Repertoire südamerikanischer Musik geboten. Die sechs Männer und eine Frau wechselten sich an der Andenföte Quena, der zwölfsaitigen Charango, der Panflöte Samponia sowie an Gitarre und Trommel ab und verwandelten die Kirche in ein südamerikanisches Festzelt.
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