Eurode/Nordkreis - Eurode-Rollstuhlwandertag findet immer mehr Anhänger

Eurode-Rollstuhlwandertag findet immer mehr Anhänger

Von: Beatrix Oprée
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Arbeiten schon seit Jahren gut
Arbeiten schon seit Jahren gut zusammen: die Mitglieder des deutsch-niederländischen Orga-Teams für den Rollstuhlwandertag. Foto: B. Oprée

Eurode/Nordkreis. Ihr fleißiger Einsatz hat sie zur verschworenen Truppe werden lassen, was sie mit ihren knallroten T-Shirts auch ganz gerne demonstrieren: Das deutsch-niederländische Organisations-Team für den Eurode-Rollstuhlwandertag hat wieder ganze Arbeit geleistet.

Die Strecke steht, die Verköstigung ebenso, und 160 Einladungen sind an bisherige Teilnehmer in die ganze Region verschickt worden. Der Rolstoelwandeldag, so der niederländische Name, kann am Samstag, 25. August, ab 10 Uhr bestens vorbereitet über die Bühne gehen.

Im vergangenen Jahr, beim Ausflug nach Rolduc, waren rund 100 „Rollis” dabei, zählte der Tross samt Helfern und Begleitern über 170 Personen. Diesmal wird sich die eindrucksvolle Karawane wieder auf deutscher Seite in Bewegung setzen, nämlich am Schulzentrum an der Bardenberger Straße. Eine idyllische Strecke vorbei an den Weihern im Broichbachtal hat das Streckenteam aus Rollifahrern und Fußgängern gründlich getestet und für tauglich befunden.

3,8 Kilometer freie Natur

Fernab des Autoverkehrs können die Wanderer auf dem 3,8 Kilometer langen, vorwiegend ebenen Rundkurs die Natur genießen. „Nur bei Noppenberg ist ein wenig Gefälle”, sieht Sebastian Göbbels, versierter E-Rollifahrer, aber auch darin kein weiteres Problem.

Immer mehr Fans gewinnt dieser einzigartige Ausflug, der auch im 15. Jahr detailreich geplant werden muss. „Zuletzt sind wir ja immer am TPH gestartet”, erklärt Orga-Teamerin Anne Fink, auch Vorsitzende des Herzogenrather Behindertenforums und Vize-Bürgermeisterin. „Doch dort hat es so rege Bautätigkeit gegeben, dass wir nun wieder im Broichbachtal unterwegs sind.”

Gute Vernetzung ist alles: So wird die Straßer Mittagstisch-Initiative „Tellerrand” das Catering in der Aula des Schulzentrums übernehmen. Fink: „In Rolduc war der Service so hervorragend, dass wir nun auch auf deutscher Seite die Verpflegung in professionelle Hände gegeben haben.” Ehrenamtlich dabei ist das DRK, in Vorsorge für etwaige Verletzungen oder Kreislaufpro-bleme. Fink: „Man muss eben an alles denken.” Aus Kerkrade wird deswegen - gleichfalls unentgeltlich - das Servicemobil einer Heerlener Sanitätsfirma mitrollen, für den Fall, dass sich jemand einen Platten fährt. Lilian Bos, die per E-Rolli souverän von Kerkrade bis zum Ortstermin am Schulzentrum kutschiert ist, erinnert sich schmunzelnd: „Bisher musste immer irgendetwas geflickt werden.” Die Organisatoren sind froh über eine ganze Reihe solcher Sponsoren.

„Herzogenrath bewegt sich”

Acht Helfer hat der Herzogenrather Stadtsportverband gemeldet. Denn der Rollstuhlwandertag ist auch Auftaktveranstaltung für die Aktion „Herzogenrath bewegt sich” an diesem Wochenende. Weitere freiwillige Helfer sind übrigens noch willkommen.

Nun hoffen alle nur noch auf strahlendes Wetter am 25. August, bei dem es alles andere als langweilig werden wird. Denn auf das Rahmenprogramm legen die Organisatoren großen Wert, zu denen auf deutscher Seite neben dem Behindertenforum auch die VSG Kohlscheid gehört.

Für Spannung sorgt eine Rallye, um die Aufmerksamkeit der Wanderer auf die Sehenswürdigkeiten ringsum zu lenken. Fragen wie „Welche Wasservögel sind am See zu beobachten?” gilt es da zu beantworten. Die Kommunikation möchten die Teamer damit anregen, denn genau darum geht es ihnen. Dem Sieger winkt ein Preis.

Auch aus Alsdorf wird ein Programmpunkt beigesteuert: Beatrix Schongen, Autorin und Musicalproduzentin, wartet mit Kostproben von „Grey”, dem neuen Bühnenstück vom Musical- und Theaterprojekt im K.I.N.D. e.V. („Mutik”) auf, das am 5. Oktober in der Alsdorfer Stadthalle Premiere feiern wird.

Anmelden: Jeder ist willkommen

Ob „Rolli” oder nicht - wer nun Lust bekommen hat, an der munteren Tagestour durch das Broichbachtal teilzunehmen, kann sich bis 15. August anmelden bei Anne Fink, Klinkheider Straße 41, 52134 Herzogenrath, Tel. 02407/8723, oder bei Elisabeth Schoenen, Bachstraße 26a, 52134 Herzogenrath, Tel. 02407/2752. Per E-Mail sind die Meldungen möglich an rollstuhlwandertag@googlemail.com . Dabei sollte angegeben werden, ob eine Begleitperson mitkommt respektive benötigt wird. Die Teilnahmegebühr beträgt 5 Euro pro Person und beinhaltet das Mittagessen, erfrischendes Mineralwasser sowie Kaffee und Kuchen.

Viel ist schon geschehen, das honorieren die Mitglieder des Herzogenrather Behindertenforums selbstverständlich. So finden sich abgesenkte Bordsteine an Querungen und Ampeln, hat unter anderem das Rathaus eine behindertengerechte Toilette bekommen. Doch viel gibt es noch zu tun, damit sich Menschen mit Behinderung - und niemand ist dagegen gefeit, eines Tages vielleicht einmal selbst betroffen zu sein - im öffentlichen Raum leichter bewegen können. So haben die Forumsmitglieder eine Liste über aus ihrer Sicht dringliche Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet. Sie reicht von der Einrichtung eines Behinderten-WCs in der Turnhalle An der Waidmühl über den Einbau eines neuen Schlosses im öffentlichen Behinderten-WC in Kohlscheid (siehe Umfrage), den Umbau der Behindertentoilette im Parkhaus Albert-Steiner-Straße, die Nachrüstung der Ampelanlage Willibrord-/Kirchrather Straße mit einem taktilen Signalgeber, eventuelle Zuschüsse für Geschäfte zur Schaffung barrierefreier Zugänge, die Anpassung des Eingangsbereichs und die Pflasterung der Minigolfanlage in Kohlscheid, die Aufbringung von Leitstreifen bei Querungshilfen im Stadtgebiet bis zum Dauerbrenner - die Machbarkeitsstudie für eine barrierefreie Burg Rode.

Leichter ist die Aufgabe für das Forum nicht geworden: Im Zuge des städtischen Haushaltssicherungskonzepts musste der Etat um zehn Prozent auf 45.000 Euro gekürzt werden. Doch in Roda bleibt man am Ball, kündigt Forums-Vorsitzende Anne Fink an. So wird in der öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 1. August, 18 Uhr, im Raum 103 im Rathaus wohl wieder heiß diskutiert. Denn auf der Tagesordnung steht auch die ablehnende Antwort auf eine Petition des Forums an den Landtag, die modernisierten fünf Bahnübergänge der Stadt wieder mit einem Dauersignal für geschlossene Schranken zu versehen. Die Petition sei oberflächlich abgehandelt worden, kritisiert Fink. Das Forum sei seinerzeit zwar an baulichen, nicht aber an technischen Übergangs-Umbauten beteiligt worden.

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