Alsdorf - Etablierter Discounter rüstet seine Filiale auf

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Etablierter Discounter rüstet seine Filiale auf

Von: Karl Stüber
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Wird größer und qualitativ aufgewertet, um im Wettbewerb mit dem neuen Nahversorgungszentrum am Mariadorfer Dreieck bestehen zu können: die Filiale des Discounters Lidl – hier vom ovalen „Kreisverkehr“ am Busbahnhof aus gesehen. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Wie viel Nahversorgung für die Bevölkerung ist am Mariadorfer Dreieck notwendig? Nachdem dort an der Eschweilerstraße neben dem Busbahnhof ein neues Nahversorgungszentrum entstanden war, will nun der zuvor etablierte Lidl-Markt im Wettbewerb nachziehen und seine Verkaufsfläche „zeitgemäß“ anpassen, wie im Ausschuss für Stadtentwicklung deutlich wurde.

Derzeit verfügt die Filiale des Discounters über 800 Quadratmeter genutzte Fläche. Die Waren sollen auf einer um 300 Quadratmeter erweiterten Verkaufsfläche „bei gleicher Sortimentstruktur“ attraktiver präsentiert werden. Der Wettbewerber will so die „Einkaufsbedingungen verbessern“. Zugleich wird ein Vorbereitungsraum für Backwaren errichtet. Ferner wird ein Raum zur Annahme von Pfandflaschen entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen eingerichtet, so der Plan. Beides an der Nordseite des Marktgebäudes.

Außerdem will der Discounter das bestehende Gebäude auf der Ostseite Richtung Autobahn um rund 16 Meter eingeschossig erweitern, um die Eingangs- und Kassenzone aufzunehmen.

Die Bewertung des Vorhabens aus Sicht der Verwaltung: „Insgesamt erfolgt durch die Neubebauung unter Einbeziehung der Nachbargrundstücke eine städtebauliche Aufwertung des Planungsraums. Das neue Einzelhandelszentrum auf der Nordseite der Eschweilerstraße erhält einen gestalterischen und städtebaulich wirksamen Gegenpol.“ Um insgesamt 1100 Quadratmeter Verkaufsfläche zu ermöglichen, will die Kommune den Bereich, der derzeit als „Mischgebiet“ gilt, als „Sondergebiet“ deklarieren.

Dem Ansinnen widersprach Hartmut Malecha (Grüne), der die Erweiterung des Marktes als „kontraproduktiv“ ansieht. Die bereits vorhandenen „Standorte“ ringsum würden darunter leiden. Malecha bezeichnete den Wettbewerb der Anbieter am Dreieck als „Discounter-Kannibalismus“. Zudem werde sich auf diese Weise auch die „verkehrliche Situation“ verschärfen.

Dagegen befand Franz Brandt (CDU), dass eine „zeitgemäße Präsentation der Waren auf vorhandener Fläche“ akzeptabel sei.

Hart kritisierte der fraktionslose Hartmut Knippschild den Eigentümer der Schwarz-Gruppe, die hinter Lidl und Kaufland stehe, und deren Umgang mit dort Angestellten. Deshalb schließe er sich der ablehnenden Haltung der Grünen an.

ABU-Fraktionsvorsitzender Bernd Mortimer (ABU), der von einer intensiven Diskussion innerhalb seiner Gruppe sprach, stimmte hingegen der „Nachrüstung“ von Lidl „schweren Herzens“ zu.

Ausschussvorsitzender Heinrich Plum (SPD) sagte, er habe sich zu verschiedenen Tageszeiten beim neuen Nahversorgungszentrum umgeschaut und immer einen Parkplatz bekommen. Die Verkehrssituation sei aus seiner Sicht nicht so dramatisch. Zudem sei nach Fertigstellung des Neubaus der Aldi-Filiale in Alsdorf-Mitte mit einer Entlastung zu rechnen.

Bei zwei Gegenstimmen wurde die Anpassung des Bebauungsplans an die Lidl-Erweiterung vom Ausschuss für Stadtentwicklung befürwortet.

Bauamtsleiter Michael Göttgens ergänzte im Verlauf der Ausschusssitzung, dass – je nach Tageszeit – das zwischenzeitliche Ausweichen von Kunden auf den Aldi-Mark am Dreieck 15 bis sogar 40 Prozent an zusätzlicher Fahrzeugfrequenz bewirke. Die neue Ampelschaltung und die zusätzlichen Abbiegespuren, die sich bereits bewährt hätten, würden ab Mai, wenn in Alsdorf-Mitte die neue Filiale des Discounters in Betrieb geht, auf Normalniveau reduzieren.

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