Erstes Ziel der Grünen: „Große Koalition” verhindern

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Alsdorf. Auf einen Bürgermeisterkandidaten aus eigenen Reihen will Bündnis 90/Die Grünen in Alsdorf verzichten. Noch. Denn nur „unter den jetzigen rechtlichen Bedingungen” sollte kein eigener Kandidat benannt werden.

Hintergrund ist die nun ausgesetzte Stichwahl, sollte einer der Amtsbewerber nicht sogleich mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommen. Bei der vorigen Bürgermeisterwahl konnte unter fünf Bewerbern die Grüne Beatrix Schongen den Favoriten - und jetzigen Bürgermeister - Helmut Klein (CDU & SPD) in die Stichwahl zwingen.

„Nach intensiver Diskussion”, so Ortsverbandssprecher Hartmut Malecha, wären Alsdorfs Grüne bei ihrer Ortsmitgliederversammlung zu der Entscheidung gelangt, nur dann einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufzustellen, wenn in den nächsten Wochen wieder die Möglichkeit einer Stichwahl eingeführt wird.

Das wollen Grüne und SPD im Landtag mittels Klage gegen das neue Wahlrecht, das die Wahl des Bürgermeisters - „anders als in allen anderen Bundesländern” - in nur einem Wahlgang vorsieht, erzwingen. Zwar habe große Einigkeit darüber bestanden, dass es wünschenswert wäre, den Wählerinnen und Wählern auch in diesem Jahr ein eigenes „Grünes Angebot” für das Amt des Verwaltungschefs zu unterbreiten.

Aber die Siegchancen wurden von der Versammlung als „wesentlich schlechter als 2004” eingeschätzt, weil CDU und FDP im Landtag „aus wahltaktischen Gründen” die Stichwahl zwischen den beiden aussichtsreichsten Kandidaten abgeschafft haben.

Hartmut Malecha weiter: „Gerade die kleineren Parteien werden dadurch erheblich benachteiligt.” Vor fünf Jahren habe Beatrix Schongen gerade deshalb gute Chancen gehabt, Bürgermeisterin zu werden, weil sie als Zweitplatzierte des ersten Wahlgangs in die Stichwahl kam. Diese Möglichkeit gibt es derzeit nicht mehr.

„Es ist aber kaum möglich für uns, beide Kandidaten von CDU und SPD auf Anhieb zu schlagen, auch weil viele Leute befürchten, dass ihre Stimme verloren sein könnte, wenn sie sich für unseren Bürgermeisterkandidaten entscheiden.”

Unter den jetzt geltenden Umständen wollen die Grünen „unsere Kräfte ganz auf die Stadtratswahl konzentrieren”, sagt Hartmut Malecha. „Hier gibt es reichlich zu tun, um unser Ziel zu erreichen, die für Alsdorf so lähmende große Koalition im Herbst zu beenden.” Dazu habe man ein Programm- und Wahlkampfteam gebildet, das regelmäßig daran arbeiten werde.

Dennoch: Sollte die laufende Klage der Landtagsopposition gegen die Abschaffung der Stichwahl Erfolg haben, so die Ortsverbandsversammlung, werde man einen - und wesentlich aussichtsreicheren - eigenen Kandidaten ins Rennen um das Bürgermeisteramt in Alsdorf schicken.
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