Erster Spatenstich für das neue Autohaus an der B57

Von: Beatrix Oprée
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Freude: Bürgermeister Dr. Willi Linkens (l.) unterstützt Esko Thüllen gerne mit dem Spaten auf Baesweiler Grund. Foto: Stefan Schaum

Herzogenrath/Baesweiler. Während in Baesweiler der Spatenstich für die Ansiedlung des Autohauses Thüllen gefeiert wird, muss man sich in der Nachbarstadt Herzogenrath mit den Konsequenzen auseinandersetzen: einer neuen Flächenbrache.

Doch zunächst: Als „hanebüchen“ outet FDP-Fraktionschef Björn Bock den Anwurf der SPD an den Bürgermeister, „mit allergrößter Verärgerung“ aus der Zeitung von der Verlagerung der Firma Opel Thüllen aus Merkstein nach Baesweiler erfahren zu haben: „Seit Jahren ist die Stadt darüber in Gesprächen. Ausgerechnet die SPD kritisiert, dass sich in Herzogenrath in Sachen Wirtschaftsförderung nichts tut... Als wir im vergangenen Jahr den Antrag gestellt haben, die Brachen an der Roermonder Straße nach und nach zu entwickeln und dazu genaue Ziele zu formulieren, wurden wir mit der Feststellung, wir seien wohl in der falschen Partei, in die Nähe der Planwirtschaft gerückt.“ Den nun vorliegenden Antrag von SPD, Grünen und Linke, „schnellstmöglich“ für das Thüllen-Areal in Merkstein Konzepte zu erarbeiten, hält Bock daher für „einfach hinterhergekehrt“. Wahlkampfgetöse eben.

In genau dem sieht sich auch Bürgermeister Christoph von den Driesch. Als er 2008 Verwaltungschef wurde, sei die Entscheidung bei Thüllen schon gefallen gewesen, sagt er auf Anfrage: „Das muss man akzeptieren.“ Unternehmenslandschaften unterlägen aus vielschichtigen Gründen „einer gewissen Fluktuation“, entgegnet von den Driesch auch auf den Fragenkatalog der SPD: Thüllen hatte 2004 die alteingesessene Firma Schmühl in Merkstein übernommen und 2008 in Baesweiler an Kloshaus ein Grundstück gekauft, um die Autohäuser in Hoengen und Merkstein „an zentraler Stelle zusammenzulegen“. Mitte 2009 sollte der Umzug zur B57 erfolgen. Dann habe die Weltwirtschaftskrise besonders die Autoindustrie gebeutelt, habe Thüllen den Umzug auf Eis gelegt – wie es unsere Zeitung im November 2008 berichtete.

Als „zu anspruchsvoll“ beurteilte zu diesem Zeitpunkt Seniorchef Theo Thüllen die Pläne, die „so gut wie abgeschlossen“ gewesen seien. Während der Standort Merkstein gehalten wurde, musste die Hoengener Dependance geschlossen werden, die Immobilie war schon verkauft. Von all dem habe Rodas damaliger Verwaltungsvorstand aus der Presse erfahren und sofort Verhandlungen aufgenommen, Grundstücke in Kohlscheid offeriert. Thüllen aber habe die B57 bevorzugt, „aus strategischer und geografischer Sicht“. Auch das von allen Parteien gebilligte Einzelhandels- und Zentrenkonzept des Kölner Büros BBE habe das Merksteiner Areal schon 2007 als für ein Autohaus „wenig zukunftsorientiert“ eingestuft und dort Entwicklungschancen für nicht großflächigen Einzelhandel gesehen. In diesem Sinne werde nun verhandelt, sagt von den Driesch. Weiter diskutiert wird im Wirtschaftsausschuss am Donnerstag, 4. Juli, 18 Uhr, im Ratssaal.

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