Erinnerungen werden zu Hörbüchern

Von: ssc
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Er reist mit den Menschen an exklusive Orte: der Herzogenrather Jounalist Dieter Haack. Foto: S. Schaum

Herzogenrath. Reiseleiter. Der Begriff passt gut zu ihm. Zwar kutschiert Dieter Haack keine Pauschaltouristen vom Flughafen ins Hotel, doch reist er mit Menschen an viel exklusivere Orte: Er begleitet sie auf Erinnerungstouren durch das eigene Leben.

Daraus fertigt der Herzogenrather Journalist Hörbücher an, die den Tod überdauern. Die zu ganz besonderen Erinnerungen für Ehepartner, Kinder, Freunde werden sollen. „Es gab vor gut fünf Jahren einen netten Abend mit meinem Bruder und Rotwein.” Auf den datiert der 57-Jährige die Idee zu dem Projekt.

„Damals haben wir uns gefragt: Wie hat unsere Mutter eigentlich unseren Vater kennengelernt? Weil die Brüder diese Frage nicht beantworten konnten, hat Dieter Haack sie wenig später an die Mutter weitergegeben. Und weil er ein Rundfunkjournalist ist, hat er dieses Gespräch aufgezeichnet. „Sie hat ganz spontan viele Dinge aus ihrem Leben und von unserer Familie erzählt, ich habe ihre Stimme stundenlang aufgenommen.”

Wenige Wochen später erlitt sie einen Schlaganfall, verlor die Sprachfähigkeit. Doch ein Teil ihrer Stimme blieb. „Wenn ich heute das damals entstandene Hörbuch höre, lebt meine Mutter wieder ein Stück für mich.” Dieses Gefühl hat er seitdem einigen Menschen vermittelt, denn zahlreiche Interviews hat er geführt. Der zweite Teil seiner Arbeit - der zeitlich deutlich aufwändigere - beginnt erst später. Daheim, in seinem Tonstudio im Keller.

Dort nimmt er die vier-, fünf-, oder sechsstündigen Aufzeichnungen, schneidet sie auseinander, formt sie nach Themen zu einzelnen Kapiteln, die er anmoderiert und sprachliche Verbindungen schafft. Auch Musik und Geräusche fügt er hinzu. Rund 60 Minuten dauert das Ergebnis seiner einwöchigen Arbeit später. Ein komplettes Leben auf CD. „Lebenswege” nennt er daher diese hörbaren Autobiografien.
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