Ergreifender Abschied von Glaskünstler Ludwig Schaffrath

Von: eli
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Der Meister: Wie kaum ein Zweiter hat Ludwig Schaffrath selbst die Sonnenstrahlen durch sein Werk gezähmt. Gleißendes Licht war ihm Werkzeug und Sujet zugleich. Foto: Beatrix Oprée

Würselen. Er wollte noch zwei Dinge erleben: Die Erstellung der Barbarakapelle in Alsdorf und die Wirkung des Lichts seiner Chorfenster in der Aachener St. Josef-Kirche. „Und wenn nicht, dann hatte ich doch ein reiches Leben.” Diese Worte hatte Ludwig Schaffrath einige Tage vor seinem Tod noch zu Pfarrer Rainer Gattys gesagt.

Dass es nicht mehr dazu kommen würde, daran hatte damals niemand geglaubt. Auch Rainer Gattys zeigte sich betroffen vom Tod des Maler-Professors, der am 6. Februar gestorben war.

„Wie soll das zusammengehen? Die Gedanken an Ludwig Schaffrath, die Danksagungen für die Spuren, die er in St. Lucia hinterlassen hat, und die Worte Gottes”, fragte er im Gedenkgottesdienst, der am Wochenende in der Kirche St. Lucia gefeiert wurde, dem Gotteshaus, das das Leben und Wirken des Künstlers vor Augen führt.

Gattys versuchte die Antwort mit einem Zitat von Hermann Hesse zu geben: „Damit das Mögliche entsteht, muss das Unmögliche versucht werden.” Er spricht von der Pfarrkirche, in der sich die Trauergemeinde eingefunden hat, und die 20 Jahre lang unter Ludwig Schaffrath entstanden und gestaltet worden war. Fenster, Ausmalung, Gegenstände und ihre Platzierung, das Vortragekreuz und der Kelch sind mit „langem Atem und Kraft zusammengestellt und erarbeitet” worden.

Über den Tod hinaus verbunden

„Gegen Widerstände und über Durststrecken hinweg” erinnerte Pfarrer Gattys an die Differenzen, welche die Kirche und den Künstler über einige Zeit hinweg getrennte Wege gehen ließen. Pfarrer Hans-Rolf Krewinkel war es, der Ludwig Schaffrath zurückholte. Es wuchs eine enge Freundschaft zwischen den beiden und eine besondere Bindung zu der Kirche.

St. Lucia entstand als „Ebenbild des Himmels”, die Ausmalungen und Bewegungen sind einzigartig im Bistum Aachen. Der im Dialog entstandene Raum strahlt Ruhe aus und ist dennoch bewegt; er vereint Gegensätzliches. „Ludwig Schaffrath hat seinem Leben in diesem Raum Ausdruck und Gestalt verliehen”, sagt Gattys. „Damit wird das Unmögliche möglich, das Wort und die Liebe Gottes können wir hier erfahren.”

Der Ehrenbürger der Stadt Alsdorf starb an einem Sonntag, dem Tag der göttlichen Vollendung. Die Familie hatte in der Todesanzeige Marie von Ebner-Eschenbach zitiert: „Aller Anfang ist schwer, gilt nur für Fertigkeiten. In der Kunst ist nichts schwerer als beenden.” St. Lucia hatte er vollendet. „Daran glaubte er und legte Zeugnis dafür ab”, sagte Gattys. 30 Jahre war die Gemeinde St. Lucia mit Ludwig Schaffrath verbunden. „Nun sind wir es über den Tod hinaus und durch den Tod hindurch.”
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