Herzogenrath - Erfolgsstorys im Sprachcamp

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Erfolgsstorys im Sprachcamp

Von: Elisa Zander
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Deutsch lernen: Mit Unterstüt
Deutsch lernen: Mit Unterstützung von Cigdem Capaat fällt es Dirk Zanders (links) und Jeremy Hassel leichter, sich mit der Sprache auseinanderzusetzen. Foto: Elisa Zander

Herzogenrath. „Picknick ist cool” steht auf dem Blatt Papier, das vor Dirk Zanders liegt. Zwar fällt es dem Zwölfjährigen schwer, die korrekte Orthographie niederzuschreiben, aber die Unterscheidung zwischen Adjektiv und Verb hat er verstanden. Der spezielle Unterricht hat ihm dabei geholfen, ein besseres Gefühl für die Sprache zu entwickeln.

Ähnlich geht es Jeremy Hassel. Deutsch sei neben Mathematik sein Lieblingsfach in der Schule, aber manchmal gebe es eben Probleme. „Es macht Spaß, hier in der kleinen Gruppe zu lernen”, sagt er, „aber es ist für mich mehr eine Wiederholung von Sachen, die wir schon in der Schule gemacht haben.”

Zwei Wochen lang dauert das zum dritten Mal angebotene Sprachcamp des sozialistischen Jugendverbandes „Die Falken Merkstein”. 36 Kinder im Grundschulalter und einige Förderschüler mit unterschiedlichen Muttersprachen wie Türkisch, Russisch aber eben auch Deutsch, können hier in den Ferien ihre Deutschkenntnisse verbessern. „Die Sprachferne ist kein nationenspezifisches Pro-blem”, erklärt Beate Kuhn von den Falken. „Es ist vielmehr die Bildungsferne. Es gibt keine Bücher, die Kinder sehen den Sinn nicht, das im Unterricht Gelernte im Alltag umzusetzen.”

Das Camp ist somit mehr als Deutschunterricht, nämlich eine Heranführung an die Welt, um die Neugierde zu wecken und den Horizont zu erweitern.

Großer Gewinn

Zwei Lehramtsanwärterinnen bereiten auf spielerische Weise das auf, was die Gruppe in den übrigen Stunden des Camps erlebt: Tierparkbesuche, gemeinsames Kochen, Theaterproben. Es gibt kein stures Lernen von Rechtschreibung und Zeichensetzung, vielmehr eine Steigerung des Selbstbewusstseins im Umgang mit der Sprache.

Dazu gehört auch die Arbeit mit der Theaterpädagogin Jessica Höhn aus Köln, die wie bereits im vergangenen Jahr eine kleine Inszenierung mit den Schülern probt. „Es werden Szenen, in denen die Kinder das Thema Abenteuer verarbeiten”, erklärt Jessica Höhn. Wichtig bei den Proben ist, dass es viele Sprechanlässe gibt. Viel erzählen, eigene Erlebnisse, Erinnerungen hervorrufen und dadurch an eigene Abenteuer denken und sie erzählen - so entsteht eine Teilhabe, die Sprache wird erlebt.

Durch solche Angebote haben auch Kinder wie Katharina Derichs die Möglichkeit, mehr aus sich herauszukommen. Auf die Frage, was ihr bislang im Camp am besten gefallen hat, kann sie sich gar nicht richtig entscheiden. Aber dann erzählt sie vom Ausflug der Gruppe zum Continium in Kerkrade, den dort durchgeführten Experimenten und ihrem Erfolg in den Deutschstunden, in denen sie bereits einen Text für die Sprachcamp-Zeitung verfasst hat.

„Erfolgserlebnisse erfahren die Kinder hier immer wieder”, erzählt Beate Kuhn. „Manchmal ist es sogar das erste Mal in ihrem Leben, dass sie es als ein solches empfinden.” Bei Kindern, die sonst keine Lust am Schreiben und Lesen haben, ein großer Gewinn, auch für die Lehramtsstudentinnen, die wie Cigdem Capaat mit großer Geduld den Kindern sprachliche Unterschiede näherbringen. „Sie sind noch nicht so alt und bekommen dadurch einen schnelleren Bezug zu den Schülern”, hat Beate Kuhn beobachtet.

Und so haben weder Dirk noch Jeremy Beklemmungen, Fragen zu stellen, und entwickeln mehr und mehr Freude an der Sprache. Und eines haben sie in den vergangenen Tagen gelernt: Wenn man sich besser artikulieren kann, dann ist es viel einfacher, miteinander zurecht zu kommen und ein viel erfüllteres Leben zu leben.
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