Energiespürnase und Schiri auf dem Hof

Von: Andrea Thomas
Letzte Aktualisierung:
pausenschiri_bu
Gibt es Ärger beim Fußball spielen auf dem Schulhof der Grundschule Pannesheide, vermittelt der „Pausenhof-Schiri”. Frederik (Mitte mit Kappe) trennt die „Gegner” und verteilt auch schon mal eine gelbe oder rote Karte. Das Projekt ist Teil der Schulsozialarbeit in Pannesheide und hat sich bewährt. Foto: Andrea Thomas

Herzogenrath. Seit 2001 arbeiten Christiane Hauschulz und Gabriele Rogge jeweils mit einer halben Stelle als Schulsozialarbeiterinnen an der Grundschule Pannesheide und der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Merkstein. Was genau aber macht eine Schulsozialarbeiterin?

Dieser Frage ging auch der Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur nach. Die Damen hatten bei der Politik nachdrücklich dafür geworben, dieses Angebot auszubauen und nach Möglichkeit auf alle Grundschulen auszuweiten. Die Probleme in den Familien würden immer vielfältiger, hieß es, sei es die soziale Situation, Trennung der Eltern oder ein Migrationshintergrund.

All das könne das Kind belasten und Einfluss nehmen auf sein Verhalten in der Schule.

Hoher Stellenwert

Im Einzelnen beruhe ihre Arbeit auf sechs Säulen, so die Sozialarbeiterinnen. Das ist die Einzelfallhilfe, wenn ein Kind auffällig wird. Hier arbeiten Hauschulz und Rogge dann als Vermittlerinnen, suchen das Gespräch mit Lehrern, Eltern und Kind, versuchen die Ursachen zu klären und Vereinbarungen zu treffen, um das Problem zu lösen.

Generell kommt der Elternarbeit ein hoher Stellenwert zu, um für eine vernünftige Verknüpfung der beiden kindlichen Lebenswelten Elternhaus und Schule zu sorgen. Eine weitere Säule ist die soziale Gruppenarbeit, in der versucht wird, Kinder dabei zu unterstützen, ihre Rollen auszufüllen und Verantwortung zu übernehmen.

Daran schließen sich auch Beteiligungsprojekte an den Schulen an. Dazu gehören beispielsweise die Mitbestimmung in schulischen Dingen über das Kinderparlament oder die Beteiligung der Kinder in Belangen der Ganztagsschule. Wichtig sei, so Christiane Hauschulz, dass die Kinder sich mit ihrer Schule identifizieren, zum Beispiel über Schulregeln.

In Pannesheide treten Grundschüler unter anderem als Streitschlichter, Pausenhof-Schiedsrichter oder „Energiespürnasen”, die beispielsweise nachschauen, ob Computer unnütz laufen.

„Sinnvoll udn notwendig”

Gabriele Rogge organisiert an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule zudem ein Café für nicht aus Deutschland stammende Mütter, um mit ihnen in Kontakt zu kommen. Die Herzogenrather Tafel springt ein, sollte es benachteiligten Kindern vielleicht an Obst und Gemüse fehlen.

Der Fachausschuss des Rates möchte diese „sinnvolle und notwendige Arbeit” nicht nur den Grundschulen Kohlscheid und Merkstein angedeihen lassen, sondern auch den übrigen Grundschulen in der Stadt. Das Problem jedoch sei die Finanzierung.

Regierung gefordert

Der Vorschlag der Landesregierung, eine Lehrerstelle in eine Sozialarbeiterstelle umzuwandeln, hielten die Fraktionen im Ausschuss für wenig praktikabel. Gemeinsam richteten sie ihre Forderung nach Düsseldorf, aus anderen Etats Finanzmittel zur Verfügung zu stellen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert