Energiefresser sollen keine Chance haben

Von: Stefan Schaum
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Oft vor Ort: Die Schulbaustellen besucht Architektin Fernanda Barbato mehrmals pro Woche. Dazu klettert sie auch mal aufs Gerüst, wie hier am Dach der Bardenberger Grundschule, das komplett erneuert wird. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Noch müssen zwecks Aufprallschutz einige Teppichbahnen an die Wand und müssen ein paar Lampen montiert werden. Dann ist die energetische Sanierung der Sporthalle des Städtischen Gymnasiums Würselen nach gut neun Monaten abgeschlossen.

Andere Baustellen werden dieser Tage erst eingerichtet. Davon gibt es während der Sommerferien einige besonders große, denn in diesem Jahr kann dank der Mittel aus dem Konjunkturpaket II kräftig angepackt werden.

Rund 3,7 Millionen Euro wird die Stadt nutzen, um Schulgebäude und Kindergärten energetisch zu sanieren. Es ist die komplette Summe. Die kann deshalb voll in die Bildungsinfrastruktur fließen, weil die Stadt über eine kommunale Börse den Anteil, der eigentlich in die sonstige Infrakstruktur hätte fließen müssen, tauschen konnte. „Das hat uns sehr geholfen”, sagt Ralf Hartmann, Leiter Gebäudemanagement.

Die größten Energiefresser

Allerdings wird das Geld keineswegs reichen, um alle Schulen energetisch aufzumöbeln, die es nötig hätten. Zum Zug kommen im Prinzip die bis dato größten Energiefresser. „Wir haben die Energiekennwerte aller Gebäude überprüft und daraus eine Rangliste erstellt”, sagt Architektin Fernanda Barbato.

Ganz oben: Die Grundschule Bardenberg. Sie verschlingt mit rund 1,8 Millionen den dicksten Batzen. Komplett erneuert werden das Dach, die Fenster und die Elektroinstallation. Auch ein neues Wärmedämmverbundsystem soll an die Fassade.

Das wird allerdings dauern. Erst gegen Ende des Jahres werden die Arbeiten abgeschlossen sein. Trakt für Trakt soll es gehen, so lange wird eine Klasse in der Pausenhalle unterrichtet.

Neue Fenster und ein Wärmedämmverbundsystem wird es für die Grundschule Morsbach (rund 760.000 Euro) geben, ebenso für die Sebastianusschule (rund 700.000 Euro). Dort soll der Unterricht mit Beginn des Schuljahres ohne Beeinträchtigungen beginnen können.

Im Kindergarten in der Dell werden die Arbeiter in den nächsten Wochen anrücken. 244000 Euro wird es kosten, dort die Energieschlupflöcher zu schließen. Weitere 102.000 Euro fließen in die Erweiterung der Kita für die Betreuung unter Dreijähriger.

Damit ist das Geld ausgeschöpft, denn 180.000 Euro hat die Stadt als so genannte bedarfsgerechte und trägerneutrale Leistung dem Heilig-Geist-Gymnasium und dem Kindergarten St. Peter und Paul zur Verfügung gestellt. Auch die wollen sich energetisch rüsten.

Mit dem Konzept ist Ralf Hartmann zufrieden. „Wir sanieren lieber wenige Gebäude richtig umfangreich, als an ganz vielen nur die Fenster auszutauschen”, sagt er.

Ob solche Großbaustellen in der finanziell klammen Kommune ohne Zuschüsse noch einmal möglich sein werden, sei dahingestellt. Rein rechnerisch wird es eng. „Wir haben ein Gebäudevolumen von rund 100 Millionen Euro zu bewirtschaften”, sagt er.

Rund 1,2 bis 1,5 Millionen Euro jährlich würde es allein kosten, sie in Schuss zu halten. Würde. Denn tatsächlich ist diese Summe nicht vorhanden. „Da ist noch sehr, sehr viel zu tun.”

Neue Technik für mehr Sicherheit

Auch weitere Gelder nimmt die Stadt derzeit in die Hand, um Baustellen einzurichten. So wird der Kindergarten Lessingstraße erweitert, um unter Dreijährige betreuen zu können. Das kostet rund 220 000 Euro.

Renoviert werden Flure in beiden Treppenhäusern des Gymnasiums. Dort hatte ein Wasserschaden Spuren hinterlassen.

Erneuert wird die Sicherheitsbeleuchtung an der Aula des Städtischen Gymnasiums (rund 116 000 Euro). Überhaupt soll künftig auf die Sicherheit verstärkt geachtet werden. "Wir haben im ersten Halbjahr rund 12 000 Euro Schäden durch Vandalismus, die keine Versicherung deckt", sagt der stellvertretende Fachleiter Gebäudewirtschaft, Ralf Hartmann.

Mehr Beleuchtung an Gebäuden, Alarmanlagen und ausgedehnte, häufigere Rundgänge des Präsenzdienstes sollen deshalb zu einem neuen Sicherheitskonzept gehören.

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