Alsdorf - Energeticon: Optimistischer Blick auf Erlebnisausstellung

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Energeticon: Optimistischer Blick auf Erlebnisausstellung

Von: Holger Bubel
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Will schon bald die Wirtschaft mit ins „Energeticon-Boot“ holen: Geschäftsführer Harald Richter setzt auf Kooperationen. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Am kommenden Montag startet nach zweijähriger Ausbauzeit das „Unternehmen Energeticon“ mit einem Tag der offenen Tür. Auch wenn der erste Besucher die Ausstellung noch gar nicht gesehen hat, gibt es bereits Überlegungen, wie das Erlebnismuseum in der Region und vielleicht ja sogar darüber hinaus etabliert werden soll.

Der Geschäftsführer der Energeticon gGmbH, Harald Richter, berichtet im Wochenendinterview über Netzwerkarbeit, Marketing und Zukunftsaussichten.

Wie sehen Sie das Energeticon im Jahr 2024 aufgestellt?

Richter: In zehn Jahren? Ich selbst bin ja nur noch vier Jahre dabei. Aber ich mache mir keine Sorgen. Denn das Thema Energie wird die Zukunft bestimmen. Nicht nur das nächste Jahrzehnt.

Aber das Energeticon als museale Erlebniswelt sollte für seinen Fortbestand ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden. Irgendwann wird auch die letzte Schulklasse den Parcours einmal besucht haben.

Richter: Der Energiesektor durchläuft eine hochdynamische Entwicklung. Der jetzige Zustand des Energeticon ist nicht in Stein gemeißelt, wir werden bestimmte Bereiche anpassen, aktualisieren, so dass es auch immer Neues zu entdecken gibt. Und sich demnach Folgebesuche lohnen. Außerdem: Schüler sind eine unerschöpfliche Ressource...

Aber Sie treten als Energeticon nicht als Einzelkämpfer auf, um die Menschen in die Ausstellung zu holen. Sie haben ein konkretes Konzept in der Schublade?

Richter: Das geht auch nicht alleine. Wir setzen auf Netzwerke und Partnerschaften. Mit der regionalen Wissenschaftsszene, also mit RWTH und FH Aachen und dem Forschungszentrum Jülich sind wir sehr gut vernetzt. Woran es noch ein wenig hapert, ist es, die Wirtschaft mit ins Boot zu holen, also diejenigen, die unmittelbar mit Energie zu tun haben. Solche Unternehmen, die der Energiewende nicht den theoretischen Rahmen geben, sondern sie ganz praktisch umsetzen. Darum werden wir uns jetzt kümmern.

Aber es gibt doch am Ende des Ausstellungsparcours einen Raum zur Wirtschaftsthematik.

Richter: Den Dreiecksraum, ja, dort haben regionale Energieanbieter, Ingenieurbüros oder Institutionen Info-Stände. Aber das reicht noch nicht aus, um die Brücke zur Wirtschaft zu schlagen. Da müssen wir noch intensiver dran arbeiten.

Wie kann man noch das Energeticon publik machen und die Wirtschaft einbinden?

Richter: Wir wollen die „Energiemeile“ wieder aufleben lassen, mit Ausstellern aus Wissenschaft und Wirtschaft. In den letzten Jahren konnten wir das wegen der Arbeiten am Energeticon nicht. Außerdem wollen wir thematische Informationsveranstaltungen machen. Wir haben da mittlerweile einen sehr gut aufgestellten Referentenpool aus RWTH-, FH- und Dozenten vom Forschungszentrum.

Das sind begleitende Veranstaltungen und Maßnahmen. Wie wollen Sie die Ausstellung ganz konkret bewerben?

Richter: Natürlich fahren wir auch die klassische Werbeschiene mit Anzeigen oder redaktionellen Beiträgen. Wir haben immer gesagt, dass wir einen Einzugsbereich von etwa einer Stunde Fahrzeit zu uns erreichen wollen, im deutschsprachigen Raum und dem niederländischen Limburg – so sind unsere Infotafeln ja auch in deutscher und niederländischer Sprache. Aber als Teil eines Netzwerks setzen wir auf so etwas wie „Empfehlungsmarketing“, ohne diesen Begriff zu strapazieren. Trinationales Netzwerk außerschulischer Lernorte „Exploregio.net“, Verein der Industriemuseen der Euregio Maas/Rhein, städteregionales Bildungsnetzwerk „Haus der kleinen Forscher“ – das sind die Kooperationspartner über die wir auch das Energeticon bekannt machen wollen.

Also doch im regionalen Stil.

Richter: Wir denken nicht standortbezogen, sondern sogar als ein euregionaler Teil eines Netzwerkes, das sich auch im kulturellen Bereich breit aufstellt und in unserem Fall sich nicht nur auf Alsdorf bezieht.

Inwiefern kulturell?

Richter: Das Kernthema des Energeticon ist natürlich die Dauerausstellung. Aber zu etwa einem Drittel wollen wir auch – weiterhin – ein Veranstaltungsort für kulturelle Begegnungen sein. Wir haben da zum Beispiel vier Jazzformate, bei denen wir ganz eng mit der Burg Wilhelmstein zusammenarbeiten. Zum „Alten Schlachthof“ in Eupen haben wir Kontakte aufgebaut. Auch hier wollen wir arbeitsteilig als Netzwerkpartner kooperieren. Anders geht es nicht – es sei denn man hat paar Millionen Euro in der Tasche, die man ausgeben kann. Haben wir aber nicht.

Gibt es auch Kooperationen mit anderen Highlights in der Region?

Richter: Die gibt es etwa mit dem Indemann in Eschweiler oder dem Blausteinsee. Jedes Angebot hat einen eigenen Schwerpunkt. Da wollen wir uns gegenseitig „bewerben“. Wichtig zu erwähnen ist im Übrigen auch der Förderverein Energeticon. Davon erhoffen wir uns zum einen Multiplikationseffekte, aber auch Anregungen, was man noch verbessern kann.

Haben Sie auch Erwartungen an ihren Standort, an Alsdorf?

Richter: Zunächst einmal glaube ich, dass das Energeticon dazu beitragen wird, dass Alsdorf ein noch besseres Image in der Region bekommt. Das liegt mir besonders am Herzen. Nach 20 Jahren ist diese Stadt nämlich nicht mehr dreckig und miefig, wie es lange ihr Klischee war.

Das tut das Energeticon für Alsdorf. Aber was tut die Stadt für das Energeticon, was könnte sie noch tun?

Richter: Finanziell kann sie uns bei ihrer Haushaltssituation ja nicht unterstützen, obgleich sie das über Betriebskostenzuschüsse ja tut. Auch ich bin ja bei der Stadt angestellt. Wünschen würde ich mir aber, dass sie die Halde Anna Noppenberg erwirbt. Das sollte nicht an dem absolut geringen Kaufpreis scheitern. Wäre aber ein weiterer Baustein im Energielandschaftspark und ein echtes Zugpferd als naturverträglicher Aussichtspunkt.

Da gibt es doch schon den Carl-Alexander-Park in Baesweiler.

Richter: Den kann man nicht vergleichen. Dort ist in die Natur eingegriffen worden. Die Halde Noppenberg inszeniert sich mit ihrer rauen Natur selbst.

Alsdorf hat ja noch mehr zu bieten. Erhoffen Sie sich da Synergieeffekte?

Richter: Zumindest, was die Veranstaltungsmöglichkeiten angeht. Mit Cinetower, Stadthalle und demnächst Kubiz können ganz unterschiedliche Angebote offeriert werden. Das ist für Veranstalter sehr reizvoll.

Auch die Aktionsgemeinschaft Stadtmarketing hat ja bereits Unterstützung bekundet.

Richter: Was ich natürlich sehr begrüße. Alles, was der Außenprofilierung der Stadt dient, ist willkommen. Und damit meine ich nicht nur die Aktionsgemeinschaft Stadtmarketing, sondern etwa auch den Kulturverein oder den Kunstverein. Gemeinsam sollten wir das Schiff auf Kurs halten.

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