Ende des ewigen Wahlmarathons ist bald in Sicht

Von: Holger Bubel
Letzte Aktualisierung:

Nordkreis. Der 9. Mai 2010 wird ein ganz besonderer Tag: Alemannia Aachen bestreitet sein letztes Saisonspiel, viele Kinder gehen zur ersten heiligen Kommunion - und es ist Muttertag. Und Landtagswahl in NRW ist übrigens auch.

Darauf haben sich die Wahlämter im Nordkreis seit Jahresbeginn intensiv vorbereitet. „Und”, gesteht Andreas Schäfer von der Verwaltung in Alsdorf, „nach den ganzen Wahlen im vergangenen Jahr - Europa-, Bundestags-, Kommunalwahl - und die Integrationswahl 2010, sind wir froh, dass dann etwas Ruhe einkehrt.”

Rund 116.000 Wahlberechtigte werden am Sonntag, 9. Mai, von 8 bis 18 Uhr noch einmal im Wahlkreis 3 - Alsdorf mit 33.730 Wahlberechtigten und 2461 Erstwählern, Baesweiler (18.809/1423), Herzogenrath (35.603/2527) und Würselen (28.292/2025) - an die Urnen gerufen. Und eines steht bereits im Vorfeld fest: Es dürfte spannend werden.

Erstmals zwei Stimmen

Auf bemerkenswerte Neuerungen braucht sich der erfahrene Wähler dabei nicht einzustellen. Allerdings: Erstmals werden zwei Stimmen abgegeben, eine für den direkten Kandidaten des Wahlkreises und die Zweitstimme für die Landesliste einer Partei. Zudem sollte der eine oder andere Wähler sehr genau auf seine Wahlbenachrichtigung schauen: „Wir wollten für einen barrierefreien Zugang zu den Wahllokalen sorgen und haben dafür einige verlegen müssen”, erklärt Bernd Souren, Leiter des Wahlamtes in Herzogenrath. Dort sind jetzt alle Wahllokale barrierefrei zugänglich.

Zwei Änderungen hat es auch in Würselen gegeben, allerdings aus profaneren Gründen als Barrierefreiheit: „Wegen des Datums - Muttertag und Kinderkommunion - haben Gastronomiebetriebe die lukrativere Variante bevorzugt und die Räumlichkeiten zum Feiern vermietet”, erklärt Bernd Schaffrath von der dortigen Verwaltung. Wohingegen in Baesweiler „alles beim alten geblieben ist”, wie Claudia Dickels vom Wahlteam vermeldet.

Mit einem „Riesenproblem” kämpfen derzeit noch alle vier Wahlämter im Nordkreis: „Langsam gehen uns die Wahlhelfer aus”, konstatiert besonders Bernd Schaffrath, der die Würselener händeringend um Unterstützung bittet.

„Die Wahlmüdigkeit ist offensichtlich auch bei den Helfern angekommen”, befürchtet er. Ob es nun an eben dieser liegt, oder ob es den einen oder anderen doch eher an diesem Sonntag zu Muttern, zur Kommunion des Patenkindes zieht - oder eben zur Alemannia: Wer weiß?! Auf jeden Fall werden die „eigenen Leute” aus den Verwaltungen für den 9. Mai in die Pflicht gerufen. Die ordnungsgemäße Durchführung des demokratischen Aktes ist also nicht in Gefahr.

Vorgebeugt haben bei der „Qual der Wahl” deutlich mehr Bürger als bei den vergangenen Urnengängen: „Die Zahl der Briefwähler hat diesmal deutlich zugenommen. Innerhalb der ersten acht Werktage sind bereits 3500 Stimmen eingegangen. Das ist überdurchschnittlich”, weiß Bernd Schaffrath aus Würselen zu berichten. Und auch die Online-Wahl scheint sich zu bewähren. Gründe, die Möglichkeit der Stimmabgabe nicht wahrzunehmen, gibt es also auch am Ende des Wahlmarathons nicht.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert