Eltern haben viele Fragen zur Gesamtschule

Von: jk
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Im Blickpunkt: Dezernentin Bir
Im Blickpunkt: Dezernentin Birgit Froese-Kindermann informierte auf Einladung der KAB St. Katharina Kohlscheid zum Thema „Schulentwicklung und neue Gesamtschule”. Foto: Jule Klieser

Herzogenrath. Die KAB St. Katharina Kohlscheid hat im Jugendheim über die Schulentwicklung in Herzogenrath informiert. Es wird keine Sekundarschule geben, aber eine neue Gesamtschule, teilte Birgit Froese-Kindermann ihren Zuhörern mit, rund 35 interessierten Eltern.

Die städtische Beigeordnete war vom KAB-Team als Fachfrau eingeladen worden.

Froese-Kindermann gab Einblick in den sogenannten Schulkonsens, die Einigung der Landespolitik in Sachen Schulreform: kleinere Klassen, die Gründung von Sekundarschulen für mittlere Schulabschlüsse, nahgelegene Grundschule für jedes Kind.

Die bisher garantierte Hauptschule lässt sich wegen rückläufiger Schülerzahlen nicht mehr so erhalten. Der Hauptschulabschluss kann künftig in der Gesamtschule erreicht werden. Inklusion, die gemeinsame Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung, soll spätestens in vier Jahren selbstverständlich sein.

Zweifel, Antworten, Einwände

„Herzogenrath hat einen eigenen Schulkonsens getroffen, wir hatten hier eine eigene Diskussion schon vor den Sommerferien”, sagte Froese-Kindermann. Im Mittelpunkt stand eine Elternbefragung. Viele Eltern hatten sich die Gesamtschule gewünscht. Haupt- und Realschule verzeichneten auch beim Elternwillen weiterhin rückläufige Zahlen.

„Die Gesamtschule kann als einzige dem Elternwunsch entsprechende Lösung gesehen werden, weil man dort alle Abschlüsse machen kann.” Das Ganztagsangebot sei ein weiteres Argument für die Eltern. Für ein weiteres Gymnasium gebe es zu wenige Schüler.

Also wird im kommenden Schuljahr die Gesamtschule Kohlscheid an der Kircheichstraße 60, Standort der Erich-Kästner-Hauptschule, ihre Arbeit aufnehmen. Barbara Onkels, derzeit an der Gesamtschule in Merkstein, wird kommissarisch die Schulleitung übernehmen

Die Eltern hatten viele Fragen an die Expertin, zum Beispiel über das Kollegium, zur Betreuung von ADS/ADHS-Kindern, zum Schulgebäude, zu Hausaufgaben. Zunächst werden zehn Lehrkräfte vorhanden sein (bei vier Klassen). „Wie viele Kinder inklusiv aufgenommen werden, und dazu zählen ADS-Kinder, wird gedeckelt. Deren Förderung wird sichergestellt”, erläuterte Froese-Kindermann.

„Grundsätzlich”, so betonte sie, „sollen die Kinder, wenn sie nach Hause gehen, keine Hausaufgaben mehr in der Tasche haben. Hausaufgaben sollen in den Übungsstunden gemacht werden.” Eine Mutter drückte ihre Zweifel daran aus, weil es ja nur drei Übungsstunden pro Woche gebe.

Zwei Schulen werden in dem Gebäude untergebracht sein, die neue höchstwahrscheinlich in der ersten Etage. Nach und nach wird die Hauptschule auslaufen, das bedeutet Parallelbetrieb für fünf Jahre. Es handelt sich um zwei getrennte Schulen, partielle Zusammenarbeit ist jedoch angedacht.

„Gesamtschule ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln”, drückte eine Mutter das Gefühl vieler Eltern aus. „Jedes Kind wird nach seinen Leistungen mitgenommen”, griff Froese-Kindermann einen Aspekt des Gesamtschulkonzepts heraus. Die Philosophie sei, Bildungschancengleichheit herzustellen. „Selbst bei schlechten Noten in Klasse fünf und sechs kann die Oberstufe noch erreicht werden.”

Die Abiturprüfung und die Anforderungen in der Oberstufe seien jedoch in allen Schulen der Sekundarstufe II gleich. Das bedeute, dass Kinder in der Gesamtschule „sich auch mal auf den Hosenboden setzen müssen”, wenn sie sich doch noch für das Abitur entscheiden. Sie haben unter Umständen ein Jahr länger als andere Abiturienten, denn in der Gesamtschule sind G8 und G9 (acht und neun Jahre Dauer) gleichermaßen möglich. „Außerdem gibt es Förderkurse, um ab Klasse 10 in die Oberstufe zu kommen.”

Eine Mutter wandte ein, „ich muss aber mein Kind für eine gewisse Zeit in die E-Kurse (Leistungskurse) bekommen, damit es die Qualifikation bekommt, also besteht doch ein ziemlicher Druck.” Dies blieb unwidersprochen.

Ob man vom Gymnasium in die Gesamtschule wechseln könne, wollte ein anderer Zuhörer wissen. Dieses Thema habe die Landesregierung noch nicht abschließend geregelt, „aber wir können es uns nicht anders vorstellen”, antwortete die Referentin. Sie appellierte: „Bringen Sie sich in der Schulpflegschaft ein!” Das Schulkonzept werde von der Schulkonferenz gemacht, und die bestehe aus Lehrern, Eltern und Schülern.
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