Baesweiler - Einzigartiges Projekt liegt gut im Zeitplan

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Einzigartiges Projekt liegt gut im Zeitplan

Von: Daniel Gerhards
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Beinahe fertig: Die Trakte III
Beinahe fertig: Die Trakte III und IV des Baesweiler Gymnasiums mit dem PZ und der neuen Mensa sind beinahe vollständig saniert. Foto: Daniel Gerhards

Baesweiler. Es wird noch kräftig gebaut am Gymnasium. Der Verwaltungstrakt ist bereits vollständig saniert, die Arbeiten an Trakt III und IV mit dem Pädagogischen Zentrum und der neuen Mensa stehen kurz vor dem Abschluss.

Einiges zu tun ist noch am naturwissenschaftlichen Trakt. Zuletzt wird dann die Turnhalle saniert. Das Baesweiler Gymnasium wird derzeit zum Passivhaus umgebaut - ein bundesweit bislang einzigartiges und deshalb vielbeachtetes und preisgekröntes Projekt.

Durch ideale Wärmedämmung und absolute Luftdichte wird der Energiebedarf der Schule um etwa 90 Prozent verringert. Schulleiter Wilhelm Merschen lobt den außerordentlichen „Weitblick”, den die Verantwortlichen in der Stadt Baesweiler - sowohl der Stadtrat als auch die Verwaltung mit Bürgermeister Dr. Willi Linkens an der Spitze - bei dem Mammut-Vorhaben bewiesen hätten. „Man hätte an der Schule ohnehin etwas tun müssen. Der Schulträger hat hier eine großartige Chance genutzt.” Die Verwaltung habe sehr großes Geschick darin bewiesen, Fördermittel zu beantragen. „Das muss man als Schulträger erst mal wollen und dann auch noch in der Lage sein, den Eigenanteil zu leisten”, stellt Merschen heraus.

Rund 10 Millionen Euro fließen in die Sanierung des Gebäudekomplexes. Allein 7,2 Millionen werden davon für die energetische Sanierung aufgebracht. Die Baumaßnahmen zur effizienteren Energienutzung werden zu zwei Dritteln mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket I des Bundes gefördert.

Während der Sanierung läuft der Schulbetrieb voll weiter. Lediglich die Stufe 13 ist in die ehemalige Settericher Lessingschule ausgelagert. „Der Lärm ist schon oft eine große Belastung”, sagt die kommissarische stellvertretende Schulleiterin Birgit von den Ber-ghen. Aber das gehört bei solch einem aufwändigen Umbau halt dazu. Echte Engpässe können hingegen in puncto verfügbare Räume entstehen. Gerade der Umbau des naturwissenschaftlichen Trakts stellt die Fachlehrer vor Probleme. „Chemieunterricht muss auch im Chemieraum stattfinden”, verdeutlicht Schulleiter Merschen. Daher wird der Trakt in vier Abschnitten saniert, so dass immer drei Viertel des Trakts nutzbar sind. Auch das sichere Verpacken der wissenschaftlichen Sammlungen ist enorm aufwändig. Aber: „Das ist wirklich kein Manko. Wir bekommen sehr viel Unterstützung”, betont von den Berghen mit Blick auch auf tatkräftige Hilfe seitens der Stadt.

Bisher liegen die Arbeiten „ganz gut im Zeitplan”, sagt Merschen. Bis zum Ende der ersten Hälfte des kommenden Schuljahres sollen demnach alle Räume wieder nutzbar sein. Bis dahin sollen dann auch die Arbeiten an der Außenhaut abschlossen sein. Und die Turnhalle soll in der Zeit von den Osterferien bis zu den Sommerferien 2012 saniert werden.

In welchem Maße das Passivhauskonzept letztlich funktioniert, muss dann abgewartet werden. Erst muss das Beheizungs- und Belüftungssystem ein Jahr laufen, damit belastbare Daten hinsichtlich der Energiewerte vorliegen. Zudem bekräftigt Wilhelm Merschen, „dass es auch um die Raumluftverbesserung geht”. Bei einem Wert von über 1000 ppm (in dieser Einheit wird die Kohlendioxid-Belastung angegeben) spreche man von schlechter Luft. „Wir hoffen, dass die Luftqualität bei geschlossenem Fenster deutlich unter dem Grenzwert liegt. Das ist die Nagelprobe für die Anlage.”

Erdwärme nutzen

Geheizt wird dann mit Erdwärme. Dafür sollen auf der Rasenfläche zwischen Turnhalle und Verwaltungstrakt Erdbohrungen vorgenommen werden. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, soll dieser Bereich mit einem Kletterturm attraktiver gestaltet werden.

Energiekosten sollen um 90 Prozent sinken

Durch die Passivhausbauweise soll sich der Energiebedarf des Gymnasiums um 90 Prozent verringern. Bisher betragen die Energiekosten rund 180.000 bis 200.000 Euro jährlich, die die Stadt Baesweiler zahlt.

Zu der Reduzierung trägt auch eine Lüftungsanlage bei, die mittels Wärmerückgewinnung für minimalen Energieeinsatz sorgt. 85 Prozent der Wärme, die etwa durch die Schüler im Gebäude entsteht, soll durch die Technik zurückgewonnen werden. Die restliche benötigte Heizwärme soll weitgehend durch Geothermie abgedeckt werden.

In Deutschland gibt es rund 40 Passivhaus-Schulen, aber es gibt noch kein saniertes Gebäude dieser Größenordnung, das den Passivhaus-Standards für Neubauten entspricht - darin ist das Gymnasium einzigartig. Bei der Sanierung eines Altbaus ist die ideale Wärmedämmung wesentlich komplizierter zu realisieren als bei einem Neubau.

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