Würselen - Eine strittige Debatte um Blumenrabatte

Eine strittige Debatte um Blumenrabatte

Von: Georg Pinzek
Letzte Aktualisierung:
4831964.jpg
Winterlandschaft im Herzen der Stadt: Um die Umgestaltung des „Dreiecksplatzes“ gibt es eine kontroverse Diskussion. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Die Stadt Würselen hat viele Besonderheiten. Eine davon ist der „Dreiecksplatz“ des Kalkhaldenparks. Städtebaulich betrachtet ist so ein Platz – eben von drei Seiten gefasst – eine Rarität. Aber viel zu selten wird der Platz im Zentrum des Euregionale-Projekts von Besuchern frequentiert. Das soll sich ändern.

Denn immerhin hat das Paratmachen von großer und kleiner Halde samt besagter Freifläche plus Teich 2,3 Millionen Euro gekostet, 1,85 Million Euro hat das Land NRW zu der  Realisierung des Bausteins der Grünmetropole beigesteuert, um industrielle Folgelandschaften in Szene zu setzen.

Der „Dreiecksplatz“ zwischen den beiden Halden sollte laut der renommierten Hamburger WES Landschaftsarchitekten zum Dreh- und Angelpunkt des neuen Quartiers werden, als Foyer für die beiden Halden und den Reckerpark fungieren. Er biete genügend Raum für städtische Feste, sportliche Events und kulturelle Veranstaltungen. So die konzeptionelle Idee.

In der Praxis wurde das „zentrale Element“ des Kalkhaldenparks als Veranstaltungsort jedoch kaum angenommen. Wegen Vandalismus mussten die Haldenaufgänge immer wieder monatelang gesperrt werden. Sie wurden aufwendig saniert und die Sturzsicherungen verstärkt.

Die großen Sitzstufen werden weiterhin mit Farbe beschmiert. Und im Teich landete nicht nur jede Menge Müll, sondern es wurden Fische, viele Fische dort ausgesetzt. Um ein wiederholtes Fischsterben, das bereits Tierschützer auf den Plan gerufen hatte, zu vermeiden, ist jetzt eine Pumpe im Dauerbetrieb, die die Sauerstoffzufuhr regelt.

Bereits im vergangenen Frühjahr bescheinigte die Stadtverwaltung dem „Dreiecksplatz“: Er funktioniere nicht. In Folge dessen wurde ein Konzept präsentiert, um den Platz zu beleben: Mit Hochbeeten soll er dekoriert werden. Fünf Blumenbeete sind projektiert, in deren Bepflanzung sich die fünf Partnerstädte Würselens, Morlaix, Réo, Campagnatico, Ruichang und Hildburghausen widerspiegeln sollen. Dazu sollen sie mit landestypischen Pflanzen ausgestaltet werden. Außerdem sollen Bänke aufgestellt und Papierkörbe angebracht werden. Die Kosten wurden mit 50.000 Euro beziffert.

Doch offenkundig wurde dabei die Rechnung ohne den Planer gemacht. Denn im WES-Büro stößt eine derart eklatante Umplanung keinesfalls auf Gegenliebe. Zu klären wäre also vor dem Griff zu Spaten, Hacke und Pflanzstock die Frage nach den Urheberrechten.

Professor Hinnerk Wehberg, der sich noch im November 2012 in Würselen ein Bild von der Umsetzung der WES-Planung gemacht hatte, schwärmte in einem Brief dem damaligen Mitplaner und heutigen Kölner Dezernatsleiter Stadtentwicklung, Planen, Bauen und Verkehr, Franz-Josef Höing, vor: „Der Park sieht genauso wie geplant aus.“ Die endlich fertige Bebauung (das Seniorenzentrum Carpe Diem eröffnete April 2012) schaffe einen guten Rahmen.

Nicht nur bei seinem Besuch macht er sich für den Erhalt des Platzes stark. Professor Wehberg erklärte auf Anfrage dieser Zeitung: „Jetzt gebt dem Platz auch etwas Zeit und gefährdet nicht das gelungene Euregionale-Konzept.“ Auch mit Blick auf die Entwicklung des Singer-Geländes. In einem Brief ans Würselener Rathaus hatte der Planer schon einmal moniert: „Die Halden sind zu lange allein gelassen gewesen. Wir sind überzeugt, wenn die immer geplante Randbebauung gleichzeitig entstanden wäre, wäre viel weniger bis nichts passiert.

Ich komme gerne nach Würselen, um mich den Ausschüssen zu stellen. Wir sind davon überzeugt, dass dieser Dreieckplatz ein hervorragender Veranstaltungsplatz sein wird.“ Er ist sicher, wenn überdies das Konzept für das Singergelände realisiert sei und die große Halde dadurch gewinne, sei das von der Euregionale angestrebte Ziel erreicht.

Die Stadt Würselen hat die Umgestaltungspläne für den „Dreiecksplatz“ bei der Bezirksregierung zur Prüfung vorgelegt. Geklärt wird, ob bei dem Eingriff Fördergelder zurückgezahlt werden müssten. Erst kürzlich hatte die Verwaltung den Stadtentwicklungsausschuss darüber informiert: „Die Bezirksregierung kann die Schwierigkeiten bei der ,Vermarktung‘ des Dreiecksplatzes und den Wunsch nach einer Umgestaltung nachvollziehen.

Dabei wird Wert darauf gelegt, dass alle geförderten Bestandteile des ,Dreiecksplatzes‘ erhalten bleiben, was beim vorgelegten Vorschlag durch die Anlegung von Hochbeeten voraussichtlich der Fall ist.“

Das letzte Wort über die Umplanung ist bei einem Okay aus Köln aber sicherlich noch nicht gefallen . . .

Leserkommentare

Leserkommentare (5)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert