Ein Piekser, der Leben rettet

Von: Ilona Rütten-Sieben
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Tut doch (fast) gar nicht weh: Auch Kinderärztin Luzie Haferkorn aus Herzogenrath rät zu ausreichendem Impfschutz schon ab dem Kleinkinderalter. Foto: Ilona Rütten

Nordkreis. Das Wetter ist endlich wieder schön, die steigenden Temperaturen sorgen dafür, dass man sich gerne im Freien aufhält. An ein mögliches Risiko für die Gesundheit denken dabei natürlich die wenigsten.

Aber im Frühjahr und Sommer steigen die Tetanus-Infektionsraten erfahrungsgemäß an. Schon über kleine Wunden kann das Bakterium „Clostridium tetani” übertragen werden und zu Wundstarrkrampf führen.

Nach Beschwerden wie Kopfschmerzen, Unruhe, Schweißausbrüchen oder allgemeinem Krankheitsgefühl betreffen diese Krämpfe oft zuerst die Kau- und Gesichtsmuskulatur. Später kann es zu Störungen der Atemmuskulatur oder Herzrythmusstörungen kommen, die durchaus tödlich sein können.

Weltweit sterben nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich über eine Million Menschen an Tetanus. In Deutschland traten in der jüngeren Vergangenheit weniger als 15 Fälle pro Jahr auf, betroffen waren meist ältere Menschen ohne ausreichenden Impfschutz.

Tetanus-Bakterien kommen auf der ganzen Welt vor und siedeln sich vor allem in Form von Sporen im Erdboden an. Optimale Bedingungen, um sich zu vermehren, finden die Bakterien bei einer Temperatur von etwa 37 Grad, Sauerstoff brauchen sie nicht.

Besonders gefährlich sind daher tiefe, verschmutzte Wunden, aber auch ein kleiner Schnitt oder ein Dorn im Finger können ausreichen, damit die Erreger ihren Weg in den Körper finden. Auch durch Hunde- oder Katzenbisse und -kratzer werden diese übertragen. Die Inkubationszeit liegt durchschnittlich bei einer Woche, kann aber auch Monate betragen. Die Wunde selbst ist übrigens meist unaufällig.

„Um so wichtiger ist es, vor Wundstarrkrampf geschützt zu sein”, rät Hans Mertens von der Barmer in Alsdorf. Der kleine Piekser dazu sollte alle zehn Jahre wiederholt werden. „Besonders wichtig ist die Auffrischungsimpfung für alle Menschen, die an gestörter Durchblutung leiden, etwa Diabetiker oder Patienten mit einem offenen Ekzem. Bei ihnen haben die den Wundstarrkrampf auslösenden Bakterien beste Lebensbedingungen”, erklärt Mertens.

Was kann man tun, wenn man eine Verletzung hat und kein Impfschutz vorliegt oder man sich nicht sicher ist, ob man ausreichend geschützt ist? „Es ist zu empfehlen, einen Arzt aufzusuchen. Wichtig ist, dass der Impfpass immer aktuell geführt wird. Gegebenenfalls muss nachgeimpft werden”, erläutert die Herzogenrather Kinderärztin Dr. Luzie Haferkorn.

Ein Arzt kann die Abschürfung oder andere Blessuren säubern und abgestorbenes Gewebe entfernen, denn bei einer sauberen, gut durchbluteten Wunde ist die Infektionsgefahr geringer. Bei großen verschmutzten Wunden wird die Impfung aufgefrischt, wenn mehr als fünf Jahre nach der letzten Immunisierung vergangen sind. Die Kosten tragen die Krankenkassen.
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