Alsdorf - Ein Landschaftsmaler auf der Suche nach Spuren des Menschen

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Ein Landschaftsmaler auf der Suche nach Spuren des Menschen

Von: Elisa Zander
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Der Künstler ist im Bilde: Ra
Der Künstler ist im Bilde: Rainer Bauer wird vor seinen strukturstarken Werken zu einem Ruhepol. Foto: Elisa Zander

Alsdorf. Wer in den Landschaftsmalereien von Rainer Bauer nach einer typischen Darstellung sucht, der sucht vergeblich. Der Künstler bringt mit Ölfarben Landschaften auf die Leinwand, in denen Menschen Spuren hinterlassen haben. Darin sieht Rainer Bauer den Reiz.

Man spürt die Anwesenheit von Menschen, die auf den Bildern selbst jedoch nicht zu sehen sind. Auf einen „Mittler” verzichtet Rainer Bauer und nimmt stattdessen als Künstler eine Sichtposition ein, die er dem Betrachter überträgt.

Durchaus atmosphärisch sind die Lichtstimmungen, die er in Ausschnitte von Wäldern, Gewässern oder Straßenabschnitten legt. Fragmentarisch, teilweise unvollendet wirken die Werke mitunter selbst auf den Erschaffer.

Der hauptberufliche Lehrer sieht darin einen Spiegel seiner selbst. Malerei ist ein Ausgleich. „Es hat ein bisschen was therapeutisches, etwas von einer Daseinsbewältigung.” Gute und schlechte Erfahrungen lässt er in seine Kunst fließen, die dadurch einen Mehrwert erhalten. Sie sind Ausdruck von Empfindungen, Sehnsüchten, Wünschen und Ängsten des Schaffenden und gleichzeitig eine Projektionsfläche jener für den Betrachter.

Mit vergrößerten Mikrostrukturen erreicht der Wahl-Aachener, der in Unna geboren wurde und in Münster studierte, die Abstraktion. Raum wird in Strukturmerkmale aufgelöst, Farbe und Fläche dominieren.

Eine Auswahl der Werke von Rainer Bauer zeigt eine Ausstellung im Rathaus, die vom Kunstverein Alsdorf in Kooperation mit der Stadt veranstaltet wird. Gerne ist Bauer der Einladung gefolgt. „Der Kunstverein ist sehr offen, sympathisch, nicht abgehoben. Hier steht die Identität des Künstlers im Mittelpunkt und nicht die des Vereins.”

Rainer Bauer zeigt in der Ausstellung eine Rückschau mit dem verbindenden roten Faden der Strukturen. Pflanzliche Organismen könnte als Oberthema genannt werden. Es sind Bilder von 1986 dabei, insbesondere jedoch aus der letzten Schaffensdekade der vergangenen fünf bis sechs Jahre.

Geheimnisvoll, melancholisch, unwirklich sind Schlagwörter, mit denen sich die Bilder von Rainer Bauer beschreiben lassen. Davon können sich Interessierte selbst ein Bild machen.

Am Freitag, 22. Juni, findet um 19 Uhr im Alsdorfer Rathaus, Hubertusstraße, die Vernissage statt. Der Künstler ist anwesend. Zu sehen sind die Bilder im Rathaus bis Freitag, 13. Juli.
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