Ein echter Lacherfolg mit „Alles jot jereäjelt”

Von: Elisa Zander
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Etwas gebrauchtes Badewasser? Für die neugierige und geizige Nachbarin Zellestine (Gisela Schröder, 2. von links) eine tolle Sache, Geld zu sparen. Rose (Nadine Schröder), deren Mutter Emma (Marlene Bourceau) und Schwiegervater Zalmuenes (Hans Schröder) sind entsetzt. Foto: Elisa Zander

Würselen. Idylle, Ruhe, Abgeschiedenheit - das alles suchte der Autor Ha-Jo Hassmich, um seinen neuesten Ratgeber zu schreiben. Ein Bauernhof schien ihm da der beste Ort zu sein, nicht wissend, dass er dort alles finden würde außer Idylle, Ruhe und Abgeschiedenheit.

Denn auf dem Hof, der irgendwo in Würselen existieren könnte, leben Rosi (Nadine Schröder) und Zalmuenes (Hans Schröder). Ihr ist der Ehemann und seines Zeichens Sohn von Zalmuenes weggelaufen, sodass das ungleiche Paar von Schwiegertochter und -vater nun den Hof alleine bewirtschaften muss.

Von Unterstützung kann dabei jedoch keine Rede sein, lediglich Emma Escheholz (Marlene Bourceau), Mutter der Jungbäuerin, hilft hin und wieder. Keine große Hilfe ist auch Nachbarin Zellestine Schauter (Gisela Schröder), die sich bei ihren Besuchen an allem bedient, was sie in die Finger bekommt: Eier, Brot, Kaffee, genutztes Badewasser - nichts ist vor ihr sicher. Nicht einmal die Zeitung, die sie sich regelmäßig von Rosi „leiht”.

Pepp kommt in die Sache, als Zalmuenes eigenmächtig eine Heiratsanzeige für Rosi aufgibt und einige Dam- und Herrschaften auf dem Hof verkehren, wobei niemand vom anderen weiß, wer man ist und warum man eigentlich an diesem Fleckchen Erde gelandet ist.

Nach der Kriminalkomödie im vergangenen Jahr haben sich die Mitglieder des Würselener Volkstheaters entschieden, ein heiteres, belangloses und vor allem lustiges Stück auf die Bühne zu bringen. Mit „Alles jot jereäjelt” feierten sie im Alten Rathaus Premiere.

Für gute Zwecke

Wochenlang wurde geprobt und viel Arbeit investiert. „Das ist leider nicht mehr selbstverständlich, dass man viel Engagement und Begeisterung in einen Verein steckt”, sagt Gisela Schröder, Vorsitzende des Vereins, der in diesem Jahr 22-jähriges Bestehen feiern kann.

Umso mehr freut sich der Vorstand, dass Marlene und Leo Bourceau, Verena Smolerak und Heinz Schmidt ihr zehnjähriges Bühnenjubiläum beim Würselener Volkstheater feiern können. „Die Leute zu halten, ist nicht einfach”, erzählt Gisela Schröder. „Die Altersspanne unserer Mitglieder ist sehr weit, die Harmonie muss sich immer wieder neu finden.” Doch dadurch entsteht auch ein besonderer Zusammenhalt, den die Vereinsmitglieder nicht missen wollen.

Den demonstrierten sie auch bei der Benefizveranstaltung, die alle zwei Jahre stattfindet. In diesem Jahr kam der Erlös der Aufführungen im Frühjahr dem Don-Bosco-Haus in Aachen und Burkina Faso zu Gute. „Wichtig ist es uns”, erklärt Gisela Schröder, „vor Ort zu helfen und unseren Besuchern zu zeigen, was mit ihrem Geld getan wird.”

Geld spielt auch auf dem Bauernhof im Dreiakter eine Rolle. Denn das ist - wie meistens - knapp. Darum soll durch Fremdenzimmer der Rubel rollen. Eine Vorstellung, die Zelmuenes ganz und gar missfällt. Ob es eine Lösung für das Durcheinander, auch mit den Heiratsanzeigen und dem Autor gibt? Natürlich. Wie die aussieht, kann noch bei vier weiteren Aufführungen herausgefunden werden...
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