Aachen/Alsdorf - Eifersucht: SMS als Auslöser für Attacke auf Ehefrau

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Eifersucht: SMS als Auslöser für Attacke auf Ehefrau

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Alsdorf. „Warum haben sie sich denn wegen der von Ihnen genannten Kleinigkeiten gestritten?”, wollte die Vorsitzende Richterin des Aachener Schwurgerichts, Hildegard Tag, wissen.

Dem wegen versuchten Mordes an seiner schwangeren Ehefrau angeklagten Rainer E. (27) aus Alsdorf fiel die Antwort sichtbar schwer: „Es waren so Bagatellen, Nichtigkeiten.”

Ob es denn ein zu weich gekochtes Ei gewesen sei oder sonstige Alltags-Nervigkeiten - er wollte nicht so richtig raus mit der Sprache, bis sein Anwalt Dieter Ferner die richtige Richtung angab: „Ja, es stimmt, ich war eifersüchtig”, gab sein Mandant Kleinlaut zu.

Wie so oft in heutiger Zeit ging es um eine heimlich gelesene SMS auf dem Handy der Partnerin, der Ehefrau also. Da hatte der in Heimen aufgewachsene und bis etwa 2007 wegen Drogendelikten immer wieder straffällig gewordene E. eine Nachricht von einem anderen gelesen.

Das war etwa eine Woche vor der Tat, als E. am 18. Februar dieses Jahres gegen 20.30 Uhr seiner Frau auf dem Spielplatz Amselweg/Kranichstraße in Hoengen ein Küchenmesser in den Bauch rammte. Die Schwangere überlebte und saß am Montag äußerst gefasst als Nebenklägerin im Gerichtssaal.

Der andere hatte in der SMS in höchsten Tönen von der Handybesitzerin geschwärmt, einer Mutter zweier größerer Kinder und eben frisch mit dem Angeklagten verheiratet - sie waren nach langem hin und her im Herbst 2009 vor den Traualtar getreten.

Schmoren in Keller und Garage

Die Handy-Nachricht brachte den sowieso eifersüchtigen Ehemann völlig in Rage. Er zog ohne das Wissen seiner Frau in den Keller des Hauses, hier hatte er noch einige Gegenstände des täglichen Lebens abgestellt, dies auch deshalb, weil er selbst im Sommer 2009 aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen war, wieder aus Eifersucht.

Doch da hatte er sich selbst in eine andere Beziehung gestürzt, sie aber „nach einem Monat”, wie er der Richterin erklärte, wieder aufgegeben und war zu seiner Frau zurückgekommen, die er zum ersten Mal mit etwa 17 Jahren kennengelernt hatte.

Im Keller nun hauste er vor sich hin, trank und nahm nach eigenen Angaben Antidepressiva, die er verschrieben bekommen hatte, weil er nach einem Bandscheibenvorfall von seiner Zeitarbeitsfirma gekündigt worden war. Vom Keller zog er in die Garage des Hauses, vegetierte vor sich hin und trank weiter.

Dann gab es eine Verabredung mit der Ehefrau auf dem Spielplatz. Wieder, so gab er auf Befragen an, betrank er sich seit mittags, habe am Abend davor sogar mindestens 30 Tabletten des Antidepressivums geschluckt.

Er habe seit der Zeit im Keller ständig ein Küchenmesser in der Hosentasche gehabt, zum Käse- und Brotschneiden. Als er sich mit seiner Frau traf, gab es Streit, sie gestand ihm, dass sie schwanger sei, behauptete von ihm. Er glaubte ihr nicht, stach 18-mal mit großer Wucht zu.

An die genauen Tatumstände könne er sich nicht mehr erinnern, gab er am Montag an. Staatsanwalt Oliver d´Avis schien nicht sehr erfreut über die Einlassung des 27-Jährigen, vor allem, da er direkt nach der Tat bei der Polizei angab, er habe das Messer eigens aus dem Keller geholt, weil er „einen fürchterlichen Grell”, also eine Mordswut auf seine Frau hatte. Der Prozess geht am Dienstag weiter.
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