Herzogenrath - Ehrenamt: Lückenbüßer oder Motor?

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Ehrenamt: Lückenbüßer oder Motor?

Von: Nina Krüsmann
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Spannende Unterhaltung: Anne F
Spannende Unterhaltung: Anne Fink (v.l.), Hartmut Prast, Sozialdezernentin Birgit Froese-Kindermann, Toni Ameis und Referentin Dr. Marianne Genenger-Stricker diiskutierten im Klösterchen über das Ehrenamt. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. Ist das Ehrenamt ein Lückenbüßer oder ein Motor? - Diese Frage stellten sich anlässlich der „Woche des bürgerschaftlichen Engagements” jetzt politische Vertreter der Stadt Herzogenrath gemeinsam mit vielen Vertretern der örtlichen Vereine und Verbände.

Im Soziokulturellen Zentrum Klösterchen stellten sie sich die Frage, was heutzutage „Aller Ehren wert?” ist. „Das Ehrenamt hat Hochkonjunktur, taucht in den Programmen aller Parteien auf. Ich wünsche mir heute einen kritischen Diskurs”, betonte Wilfried Hammers vom Förderverein Arbeit und Umwelt in der Region Aachen, der den Abend moderierte.

Berufliche Qualifikation erwerben

Professor Dr. Marianne Genenger-Stricker, Professorin für Erziehungswissenschaften und Dekanin der Katholischen Hochschule für soziale Arbeit in Aachen, präsentierte zunächst eine Studie des Bundesministeriums für Familie zum Thema Ehrenamt. Demnach waren 2009 36 Prozent aller Bundesbürger ab 14 Jahren längerfristig freiwillig und unentgeltlich tätig. „90 Prozent davon engagieren sich einmal im Monat, 56 Prozent mindestens einmal pro Woche. Die Bereitschaft zum Ehrenamt hat sich deutlich erhöht, auch bei Jugendlichen, die dabei auch berufliche Qualifikationen und Kompetenzen erwerben”, differenziert die Expertin.

Angesichts des G8-Abiturs befürchte man aber gerade unter den Schülern sinkende Zahlen im Ehrenamt. Anschließend startete die Diskussion. „Die Frage ist zunächst, wo Ehrenamt überhaupt stattfindet. Meines Erachtens geht es hauptsächlich um die sozialen Bereiche - und zehn Prozent Sport. Leider wird das Ehrenamt heute zumeist stiefmütterlich behandelt”, betonte Bürgermeisterin Anne Fink, warum es wichtig sei, nicht nur anlässlich der Ehrenamtswoche auf die Bedeutung des unentgeltlichen Engagements hinzuweisen.

„Ich betreibe mein Ehrenamt mit Leidenschaft, bin seit längerer Zeit bei der Freiwilligen Feuerwehr. Als Lückenbüßer fühle ich mich nicht, mehr als Motor, denn ich kann etwas bewirken”, erzählte SPD-Fraktionsmitglied Hartmut Prast. Auch im Sportverein oder bei der Kindergartenrenovierung habe er in der Vergangenheit gerne geholfen. Dass der Staat für den Feuerschutz sorgen muss und nicht die Ehrenamtler, findet Toni Ameis von den Linken. „Gerade im sozialen Bereich, in der Kinder- und Altenbetreuung werden Fachkräfte gebraucht, keine Ehrenamtler.”

„Es geht darum, den Sozialstaat zu entlasten und die gesellschaftliche Eigenverantwortung der Bürger zu stärken. Das fördert den Zusammenhalt und schafft Solidarität”, erklärte Genenger-Stricker. Problem sei die Beziehung zwischen Haupt- und Ehrenamt. „Da ist mehr Abgrenzung erforderlich.”

Sozialdezernentin Birgit Froese-Kindermann stellte die große Bedeutung des Ehrenamts heraus: „Ohne das Herzblut der ehrenamtlich Tätigen könnten wir vieles nicht bewegen”, sagte die studierte Juristin, die selbst als Schülerlotsin, im Kirchenvorstand oder in der Schulpflegschaft tätig war. Die Stadtverwaltung arbeite derzeit daran, die Begleitung und Unterstützung der Ehrenamtler zu optimieren. Die siebte Woche des bürgerschaftlichen Engagements des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement ist die größte Freiwilligen-Offensive Deutschlands und findet noch bis 25. September mit vielen Veranstaltungen und Aktionen in Herzogenrath statt.

Vom Informationstag für Jung und Alt zum Reha- und Gesundheitssport bis hin zur Seniorenverkehrs-Schulung, einem 60plus Frühstück mit Literatur in der Stadtbücherei, dem Herzogenrather Blaulichttag und einem Integrationsfest haben alle Bürger die Möglichkeit, sich zu beteiligen.
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