Echte Völkerverständigung in Gastfamilien leben

Von: Thomas Vogel
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Das Austauschprogramm ist für
Das Austauschprogramm ist für alle spannend: (v.l.) die Gastschülerinnen Kathleen van Hoomissen und Iva Hu, MdB Helmut Brandt, Gastmutter Irene Schacht sowie Gastfamilie Anna, Leon und Barbara Flöge.

Herzogenrath. Bratwurst, Schnitzel, Bretzel - was Teenager in den USA über Deutschland wissen, ist nicht selten auf Vorurteile zur deutschen Küche beschränkt. Andersherum ist das aber nicht besser. Dabei ernähren sich US-Amerikaner nicht nur von Hamburgern beim Barbecue.

Kathleen van Hoomissen stammt aus Portland, Oregon. Ihren ersten Hamburger seit sieben Jahren aber hat sie in Deutschland gegessen. Seit August lebt die 18-jährige Austauschschülerin für ein Jahr bei Familie Schacht in Herzogenrath, geht in Aachen zur Schule.

Sie ist Teilnehmerin des „Congress Bundestag Youth Exchange”-Programms, einem gemeinsamen Austauschprogramm des deutschen Bundestages und des amerikanischen Kongresses. Es bietet jungen US-Amerikanern und jungen Deutschen die Möglichkeit, ein Jahr im jeweils anderen Land zu verbringen.

Nun sitzen Kathleen und Iva Hu, ebenfalls amerikanische Austauschschülerin, im Restaurant Seehof in Herzogenrath und sprechen mit Helmut Brandt. Der Bundestagsabgeordnete kümmert sich gerne um die Teilnehmer des Programms in seinem Wahlkreis, ist besonders an den Eindrücken der beiden jungen Frauen interessiert. Aber auch an den Erfahrungen der Tauschmütter, die ebenfalls am Treffen teilnehmen.

Die 17-jährige Iva Hu kommt nicht ohne Vorwissen nach Deutschland. Sie war vorher schon für vier Wochen über ein Austauschprogramm ihrer Schule in Deutschland. Und sie ist begeistert, obwohl die Unterschiede zu ihrem Heimatland deutlich ausfallen. „Das Schulsystem ist sehr anders, das Essen ist anders, aber in beiden Ländern ist es gut”, beschreibt sie ihren Eindruck.

Besonderen Gefallen hat sie an den deutschen Eiscafés und Bäckereien gefunden. Auch die Leute seien nett und hilfsbereit. Das habe sie am eigenen Leib erlebt, als sie sich in einer Stadt verlaufen habe und prompt Hilfe fand. Hört sich wie gelebte Völkerverständigung an. Genau darum geht es auch vielen Familien, die an dem Programm teilnehmen und fremde Jugendliche für ein Jahr beherbergen.

Irene Schacht sagt: „Es ist das erste, aber auch das letzte Mal, dass wir an dem Programm teilnehmen”. Mit ihrer Tochter auf Zeit, Kathleen, hat das aber nichts zu tun. Es sind einfach alle eigenen Kinder aus dem Haus - und damit endet dieses Kapitel.

Jedoch nicht, ohne noch einmal diese Erfahrung gemacht zu haben, so Schacht. Sie wolle anderen Menschen die eigene Kultur nahebringen und auf diese Weise etwas für die Völkerverständigung tun.

Die Kohlscheider Familie Flöge hat sich zur Aufnahme entschieden, weil ein eigener Spross für ein Jahr in Thailand ist. Damit das Haus nicht so leer ist, haben sie sich entschlossen, Iva in ihrer Mitte aufzunehmen.

Mit ihrer Gastfamilie ist Kathleen sehr zufrieden. Sie bemühen sich sehr und versuchen alles, damit die junge Amerikanerin viel von Deutschland und seinen Nachbarländern sieht.

Wie Iva kann auch sie Deutschland, dem Heimatland ihrer Großmutter, viel Positives abgewinnen. „Natürlich habe ich auch das deutsche Bier probiert”, sagt sie lächelnd.

Es schmecke toll, im Gegensatz zu amerikanischem Bier, das eher wie Wasser sei. Das kennt sie natürlich nur vom Hörensagen, denn in den USA darf erst mit 21 Jahren Alkohol konsumiert werden. Was den zwei Mädels besonders aufgefallen ist: Die Menschen in Deutschland denken mehr, bevor sie handeln, sind aber auch zurückhaltender.

In den Vereinigten Staaten seien die Leute offener, aber auch impulsiver. Überraschend: Junge Leute genießen in Deutschland mehr Freiheit, stellt Kathleen fest. Das bezieht sich nicht nur auf Ausgehen und Feiern, auch in der Schule bestünden mehr Optionen.

Helmut Brandt zieht ein positives Fazit zum Austauschprogramm. Es helfe jungen Menschen beider Länder einen eigenen Eindruck vom jeweils anderen zu gewinnen. Er hofft, mit Besuchen wie diesem das Programm bekannter zu machen. So sollen in Zukunft noch mehr Jugendliche die Möglichkeit bekommen, ein Jahr im Nordkreis zu verbringen.
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