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Durchgangsverkehr aus dem Dorf raushalten

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
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Mitten im Stau L 136: Paul Thelen (l.) und Franz-Peter Schwartz von der Projektgruppe Infrastruktur wollen dazu beitragen, Linden-Neusen vom belastenden Durchgangsverkehr zu befreien. Foto: Karl Stüber

Würselen. Die Linden-Neusener, die entlang der Hauptstraße L 136 wohnen, können fast schon die Uhr danach stellen: Zwischen 6 und 8 Uhr sowie 16 und 18 Uhr rollen wochentags Autos Stoßstange an Stoßstange durch den Ort.

Mit Blick auf korrekt am Straßenrand abgestellte Autos gibt es immer wieder Staus. Die Straße ist schmal, viele Bürgersteige um vieles schmaler – und gefährlich für Fußgänger und jüngere Kinder, die dort auf ihren Rädchen unterwegs sind, wie Paul Thelen von der Linden-Neusener Projektgruppe „Unser Dorf hat Zukunft“ zum Thema Infrastruktur erzählt. Hinzu kommen Lärm und Dreck. Zum Ortstermin ist er mit dem Fahrrad gekommen, mit dem Pkw hätte er die Zeit nicht einhalten können.

Nicht zuletzt durch den grandiosen Erfolg beim städteregionalen Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ beflügelt – schließlich gab es Gold –, wollen die Linden-Neusener in Sachen Verkehrsberuhigung noch aktiver werden.

Karl Johnen (68) kann sich noch gut an seine Kindheit im Dorf erinnern. Da habe man noch auf der Straße Fußball und Nachlaufen spielen und im Winter Schneeballschlachten austragen können, so wenige Autos seien unterwegs gewesen – und das, obwohl die A 44, die parallel zur Landstraße verläuft, noch nicht gebaut war. Richtig Durchgangsverkehr habe nur eingesetzt, wenn Alemannia Aachen ein Heimspiel hatte.

Während es um die Schwarz-Gelben im Zuge des sportlichen Niedergangs zwischenzeitlich wesentlich ruhiger geworden ist, geht es auf der Hauptstraße um so wilder zu. Paul Thelen und später auch Franz-Peter Schwartz, der sich ebenfalls auf dem Fahrrad bis zur Kirche gegenüber dem Dorfplatz durch den Verkehr gekämpft hat, und mit ihnen viele weitere Linden-Neusener, wollen das typische Straßendorf möglichst stark vom Durchgangsverkehr entlasten – und das nicht in Konfrontation mit der Stadt Würselen, sondern in Kooperation.

Ohnehin sind die Möglichkeiten der Kommune, hier einzugreifen, gering. Schließlich handelt es sich um eine Landstraße, wofür der Landesdienst Straßen.NRW zuständig ist. Aber hier können ja Bürgermeister Arno Nelles und seine Verwaltung entsprechend Druck machen, möglichst verstärkt durch lokale Parteien und Politiker, die jetzt die Initiative in Linden-Neusen konkret ansprechen und einbinden möchte, wie Thelen sagt.

Vorschläge stehen ja bereits: Entweder wird die sogenannte Osttangente von Weiden aus verlängert und/oder die Autobahnauffahrt an Begau erhält auch eine Abfahrt. Im August hat die Stadt Würselen eine Verkehrszählung vornehmen lassen: 10 000 Fahrzeug pro Tag wälzen sich durch das Dorf.

Bei einer Bürgerversammlung sammelte die Stadt Würselen entsprechende Bedenken und Anregungen. Nach diesem Austausch stellte die Initiative zusätzlich einen Katalog aus Anregungen bzw. Anmerkungen zusammen und schickte diesen mit einem Begleitschreiben an die Stadt. „Wir werden jetzt den Verkehr und seine Auswirkungen noch genauer beobachten“, verspricht Thelen, nicht locker lassen zu wollen.

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