Durch Heimdialyse mehr Unabhängigkeit

Von: Daniel Gerhards
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Maschinelle Blutreinigung: Dia
Maschinelle Blutreinigung: Dialysepatient Frank Peters kann dank der Unterstützung durch Dr. Ulrich Gladziwa, ärztlicher Leiter des KfH Nierenzentrums, seine Dialyse schon bald zu Hause vornehmen. Foto: Daniel Gerhards

Würselen. Frank Peters hat eine lange Leidenszeit hinter sich. „Mit vielen Höhen und Tiefen”, wie der 45-Jährige erklärt. Wegen seiner Nierenerkrankung musste er 1999 mit der Dialyse beginnen. Zunächst mit der sogenannten Bauchfelldialyse, später musste er an ein Dialysegerät.

Auch heute ist Peters wieder mit einem Schlauch mit einem solchen Gerät verbunden. Es reinigt sein Blut.

Noch macht er dieses Dialyseverfahren im KfH Nierenzentrum Würselen. Doch schon bald kann er die Blutreinigung selbst zu Hause vornehmen. Nach einer Schulung durch die „Trainingsschwestern” des Nierenzentrums bekommt er eine Maschine, mit der er die Dialyse völlig selbstständig durchführen kann. Privatdozent Dr. Ulrich Gladziwa, ärztlicher Leiter des Nierenzentrums, erklärt, dass die Heimdialyse „Selbstständigkeit und Eigenverantwortung” der Patienten fördert. Dabei ist das Verfahren „medizinisch absolut gleichwertig” zur Dialyse im Nierenzentrum.

Dabei gibt es zwei Möglichkeiten der Dialyse in den eigenen vier Wänden. Als „Einstiegsbehandlung” rät Gladziwa zur sogenannten Peritonealdialyse. Dabei übernimmt das Bauchfell als natürliche Filtermembran die Entgiftungsfunktion. Eine Zuckerlösung wird mittels eines Katheters zum Bauchfell geleitet. Die umspült den biologischen Filter und entzieht die Giftstoffe.

„In der Regel kann man dieses Verfahren fünf bis sieben Jahre lang machen”, erklärt Gladziwa. Es gibt jedoch Patienten, die dieses Dialyseverfahren schon länger anwenden. „Ich mache das bereits seit zwölf Jahren”, sagt Helmut Fischer. Die Handgriffe beherrscht der 73-Jährige „im Schlaf”. Zwar muss er seine Dialyse mehrmals täglich durchführen, doch das dämpft seinen Tatendrang nicht. Urlaub, Kreuzfahrten - das alles geht, trotz Dialyse. „Mit den entsprechenden Handicaps funktioniert das alles”, erklärte Fischer bei einem gemeinsamen Frühstück für die Heimdialysepatienten des Nierenzentrums.

Die Bauchfelldialyse kommt für Frank Peters derweil nicht mehr in Frage. Er hat bereits eine Nierentransplantation hinter sich. „In den ersten zehn Tagen nach der Transplantation hatte ich wieder Nierenversagen. Das war absolut frustrierend”, erklärt er. Und auch seine neue Niere „lief nie besonders gut”. Doch nun hat Peters wieder Hoffnung geschöpft. Dank der Heimhämodialyse besteht die Möglichkeit, dass der Vermessungstechniker wieder zurück in seinen Job kann. Dann wird er sich selber sechsmal wöchentlich an die Dialysemaschine, die sein Blut reinigt, anschließen.

Mehr Zeit für Familie und Beruf

Knapp 30 Heimdialysepatienten betreut das KfH Nierenzentrum in Würselen. „In der Regel kann das jeder Patient zu Hause machen”, erklärt Gladziwa.

Dadurch sollen die Nierenpatienten mehr Sicherheit und Unabhängigkeit bekommen. Denn die zeitlich sehr aufwändigen Verfahren können viele der Patienten buchstäblich im Schlaf realisieren. Dadurch bleibt mehr Zeit für Beruf, Familie und Freizeit. Partner und Pflegedienste werden durch das Nierenzentrum so geschult, dass sie die Patienten dabei unterstützen können.
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