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Düvelstädter helfen gezielt dem tapferen Eric

Von: Anja Klingbeil
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Zwar leidet Eric an einer seltenen Krankheit - doch hindert sie ihn nicht ddaran, ein lebensfreudiger junger Mann zu sein. Foto: Anja Klingbeil

Würselen. Endlich die Diagnose zu kennen, das war für Petra Centa das Wichtigste. „Es war schlimm, wenn die Leute mich auf der Straße gefragt haben, was mein Sohn hat, und ich ihnen keine Antwort darauf geben konnte”, erinnert sich die 45-Jährige.

Benigne hereditäre Chorea, kurz BHC, wurde bei ihrem Sohn Eric vor gut zwei Jahren endlich festgestellt. Endlich, weil die Familie zu diesem Zeitpunkt bereits eine Odyssee von Ärzten und Untersuchungen hinter sich hatte, denn BHC ist so selten, dass es bei Eric nur durch einen Zufall diagnostiziert werden konnte.

Der sechsjährige Würselener ist der einzig bekannte Fall dieser Krankheit in Deutschland. „Insgesamt gibt es nur elf Fälle weltweit”, sagt Petra Centa. Die Chorea ist ein Symptom mehrerer Krankheiten, die die Basalganglien des Hirns betreffen.

Typisch sind unwillkürliche, plötzliche, rasche und unregelmäßige Bewegungen der Arme und Beine, des Gesichtes und des ganzen Körpers. „Eric hat einen schwankenden Gang, ähnlich dem eines Betrunkenen. Ich denke, so kann man es am besten erklären”, sagt Petra Centa. Wenn der Sechsjährige geht, dann kommt es nicht eben selten vor, dass er einfach in sich zusammenklappt und hinfällt

„Aber das hat sich wirklich verbessert. Früher ist er bei jedem zweiten Schritt einfach hingefallen. Fallen war für Eric der Normalzustand”, erzählt Petra Centa. Früher, das war bevor Eric im Uniklinikum in Köln mit einem medizinischen Gerät große Fortschritte in der Behandlung der Krankheit machte.

Das Galileo-Reha-Gerät ist ähnlich wie die Vibrationsgeräte, die es mittlerweile in vielen Fitness-Studios gibt. Im Gegensatz zu diesen vibriert die Platte allerdings nicht seitlich von links nach rechts, sondern von unten nach oben, ahmt damit den Gang eines Menschen nach. Mehrmals am Tag macht Eric auf diesem Gerät, das in seinem Kinderzimmer steht, seine Übungen jeweils für drei Minuten. „Dabei wird jeder Muskel bewegt, gestärkt und das Gleichgewicht verbessert”, berichtet Petra Centa.

Da die Krankenkasse die Anschaffung eines solchen Gerätes leider nicht übernahm - Kostenpunkt 4000 Euro - wurde der FC Sparta Würselen aktiv. Unter dem Motto „Sparta Kids für Würselener Kids” organisierte der Verein ein großes Fußball-Benefizturnier zugunsten von Eric. Und das überstieg alle Erwartungen: 7160 Euro kamen dabei zusammen. „Jetzt kann ich endlich den Galileo kaufen”, erzählt Eric und strahlt über das ganze Gesicht.

Neben den Übungen auf dem Gerät muss der Junge zudem mehrmals am Tag Medikamente nehmen. „Aber das macht er ohne Widerworte. Er weiß, dass ihm die Tabletten helfen”, sagt Petra Centa. Auch wenn es am Anfang schwierig war, haben sie und ihre Familie gelernt mit Erics Krankheit zu leben. „Es war natürlich ein Schock, als mein Kind krank wurde. Denn ich habe ihn gesund auf die Welt gebracht. Im Alter von einem halben Jahr wurde er dann zum ersten Mal krank”, erinnert sich Petra Centa, „natürlich fragt man sich, warum das ausgerechnet uns passiert.Ó Doch ihre Kraft zieht sie auch aus Eric. Denn trotz seiner Krankheit ist er ein glückliches, zufriedenes Kind, das sich nie beklagt und sein Leben bewundernswert meistert.

„Ich bewundere mein Kind. Wir als Erwachsene würden das vielleicht nicht so gut ertragen.” Und beim Fußballspielen im Hof mit den Nachbarskindern fällt es kaum auf, dass Eric nicht so ist, wie jedes andere Kind. „Ich kann ihn nicht immer und ständig beschützen. Er will natürlich das machen, was alle anderen Kinder auch machen. Aber Eric kennt seine Grenzen. Und zum Glück hat er sich noch nie ernsthaft verletzt oder etwas gebrochen, wenn er hingefallen ist”, sagt Petra Centa.

So eifert der Sechsjährige seinem großen Idol in Sachen Fußball nach: Gianluigi Buffon, Torhüter der italienischen Nationalmannschaft. „Der ist mein absoluter Lieblingsspieler”, sagt Eric und strahlt über das ganze Gesicht.
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