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„Druck von oben und unten” nimmt zu

Von: Sebastian Dreher
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Treffen zur Delegiertenversammlung: Walter Wahn (Vorsitzender IMV-Landesverband), Gerhard Serer (Vorsitzender IMV-Bundesverbands), Heinz Gehlen (Geschäftsführer der IHK Aachen), Karol Makiola (Stellvertretender Vorsitzender IMV-Aachen) sowie Hans-Josef Wacker (Geschäftsführer IMV-Aachen). Foto: Sebastian Dreher

Herzogenrath. Die Meldung der Woche hätte Heinz Gehlen, Geschäftsführer der IHK Aachen, bei seiner Rede zur Delegiertenversammlung der Industriemeistervereinigung (IMV) Landesverband NRW im Oswald-von-Nell-Breuning-Haus beinahe vergessen. „Der Meistertitel berechtigt ab sofort zur Einschreibung an allen Hochschulen”, sagt der Fachmann für Berufsbildung.

„Da haben wir so lange Jahre drauf gepocht - und jetzt kommt das Gesetz klammheimlich daher.” Den Sitzungsteilnehmern aus den 13 Vereinigungen des Landesverbandes erklärt Gehlen den Grund, warum sie dieses Mal zur Versammlung bis an den äußersten Rand des Bundeslandes reisen mussten. „Die Region um Aachen ist das älteste Industriegebiet Deutschlands. Die industrielle Revolution kam von England über Lüttich nach Aachen und Stolberg.”

Erfahrungen austauschen

Die 93 Mitglieder der IMV-Aachen kommen vor allem aus den Branchen Metall- und Elektroindustrie, Süßwaren und Chemie. Vorsitzender des Aachener Ablegers, Hans-Josef Wacker, ist zugleich Geschäftsführer des Landesverbandes. Er beschreibt den Zustand, in dem sich die seit 50 Jahren tätige Vereinigung befindet, durch das Bild eines Sandwichs: „Druck von oben und unten. Wenn der zu hoch wird, quillt die Sauce an den Seiten raus.”

Vermittlung zwischen den zuliefernden Betrieben und der Industrie sei eine Kernkompetenz der IMV, meint Wacker. Die Vereinigung habe seit jeher die Ziele verfolgt, Erfahrungen innerhalb der Mitglieder auszutauschen, die zur Verbesserung der innerbetrieblichen Atmosphäre und zur Herausbildung neuer junger Kräfte führt.

IMV-Landesverbands-Vorsitzender Walter Wahn weist auf den demographischen Wandel hin, dem bis zum Jahr 2060 30 Prozent der Erwerbstätigen zwischen 20 und 60 Jahren zum Opfer fallen werden. „Dem daraus resultierenden Fachkräftemangel müssen wir mit einer gesteigerten Qualifizierung der Mitarbeiter begegnen. Der moderne Industriemeister muss seine Vorbildfunktion weiter ausbauen und Aufgaben übernehmen, die weit über seine Fachfunktion hinaus gehen, beispielsweise Seminare organisieren und Vorträge halten können.”

Als Tipp für den anstehenden Personalmangel weist IHK-Mann Gehlen seine Kollegen von der IMV darauf hin, dass es nötig sein könnte, in Zukunft auch auf schlecht ausgebildete Personen zurück zu greifen, um diese dann dementsprechend aus- oder weiterzubilden. Es wird sich zeigen, ob der Rat angenommen wird.
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