Würselen - Droht Jugendtreff im Bahnhof das Aus?

Droht Jugendtreff im Bahnhof das Aus?

Von: Georg Pinzek
Letzte Aktualisierung:
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Droht dem Jugendtreff im alten Bahnhof das Aus? Im Rathaus wird mit spitzen Bleistiften gerechnet. Foto: Pinzek

Würselen. Es ist ein Dilemma! Auf der einen Seite steht die Erkenntnis: Würselen braucht einen Streetworker, um Jugendliche dort zu erreichen, wo sie sich aufhalten und auch manchmal unangenehm auffallen.

Nicht nur der Runde Tisch „Jugendkriminalität”, sondern auch der Jugendhilfeausschuss hat die mobile Jugendsozialarbeit wiederholt angemahnte.

Andererseits steht die Stadt vor einem abgrundtiefen Haushaltsloch. Geld für neues Personal? Fehlanzeige: Das wird die Kommunalaufsicht der Nothaushaltskommune eben nicht genehmigen. Nun ist guter Rat bekanntlich teuer.

Der Stadtrat in der Zwickmühle hatte die Verwaltung beauftragt, Möglichkeiten auszuloten, die Aufgabe mit vorhandenen Personalressourcen wahrzunehmen.

Der Sozialausschuss muss sich nun in seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 13. Januar, 17.30 Uhr mit einem Vorschlag befassen, der, wenn er denn umgesetzt wird, weitreichende Folgen hätte: Für den Jugendtreff im Alten Bahnhof wäre dann Endstation. Die Schließung der Einrichtung steht also auf dem Prüfstand.

Erster Beigeordneter Werner Birmanns sowie Peter Krahnen und Hans Brings vom zuständigen Fachbereich argumentieren: „Nach Ansicht der Verwaltung ist die Tätigkeit eines mobilen Jugendarbeiters beziehungsweise Streetworkers nur mit geeignetem Fachpersonal zu leisten. Dieses Personal steht nur in den drei städtischen Jugendeinrichtungen zur Verfügung.” Vor dem Hintergrund der wichtigen Aufgabe und der finanziellen Möglichkeiten erscheint es für die Verwaltung „vertretbar, die städtische Jugendeinrichtung âBahnhofÔ aufzugeben. Hierfür spricht auch, dass im innerstädtischen Bereich weiterhin die Jugendeinrichtung der Pfarre St. Sebastian (KOT) bestehen bleibt und offene Jugendarbeit somit abgesichert ist.”

Nachdem im Dachgeschoss bereits die Kindertagesstätte des Deutschen Kinderschutzbundes geschlossen wurde, beherbergt das markante Gebäude noch die Geschäftsstelle des Kinderschutzbundes, zuständig für Würselen, Herzogenrath und Alsdorf, und das Kommunale Kino „Metropolis” mit seinem Donnerstagsspielplan und Sonderprogrammen. Laut Verwaltung sollte geprüft werden, ob die beiden verbleibenden Nutzungen einer Vermarktung des Gebäudes entgegenstehen beziehungsweise eine Einbeziehung von Kino und Kinderschutzbund in ein Vermarktungskonzept möglich sei.

Für die Aufgaben des Streetworkers würden zwar auch Räume benötigt, jedoch nicht in dem Umfang, wie sie im „Bahnhof” derzeit genutzt würden. Durch die angestrebte enge Kooperation mit den Schulen würde sich die Suche nach geeigneten Räumen in der Nähe von Gymnasium, Hauptschule und Grundschule anbieten.

Die Räume sollten jedoch so beschaffen sein, dass auch die beiden etablierten Angebote des „Bahnhofs”, der Kindertreff und der Offene Treff für behinderte und nicht-behinderte Kinder und Jugendliche (einmal wöchentlich mit Honorarkräften in Kooperation mit dem Verein „Gemeinsam leben - gemeinsam lernen”) weiter angeboten werden könnten.
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