Dorfwettbewerb: Worm-Wildnis nimmt 2011 erneut teil

Von: Stefan Schaum
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Keine großen Denkmäler, aber viele Wegekreuze: Die gehören zum Bild in Rodas Ortsteil Worm-Wildnis, den Heimatvereinsvorsitzender Thomas Ortmanns auch wegen des Wir-Gefühls sehr schätzt. Foto: Schaum

Herzogenrath. Auf Schönheitspreise sind die „Wörmscher” gar nicht aus. Sie wissen ja selbst, dass ihr Dorf optisch nicht viel zu bieten hat. „Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Bahnlinie quer durch den Ort gebaut wurde, war es vorbei mit einer räumlichen Entwicklung, wie es sie andernorts gibt”, sagt Thomas Ortmanns, Vorsitzender des Heimatvereins Worm-Wildnis.

Doch auch ohne Dorfplatz, Denkmäler oder Architekturschätzchen hat die Fünf-Straßen-Gemeinschaft am Rande Herzogenraths einige Vorzüge.

„Ich denke, dass wir durch unser Gemeinschaftsgefühl gepunktet haben. Wir haben rübergebracht, mit welcher Begeisterung wir Wörmscher sind.” 2008 sprang für Worm-Wildnis im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft” auf Nordkreisebene ein gar nicht mal schlechter vierter Platz heraus.

Das „Wir-Gefühl” soll bei der erneuten Teilnahme wieder im Vordergrund stehen. Wie sonst auch. „Praktisch jede der gut 260 Familien, die hier leben, ist Mitglied im Heimatverein”, sagt Ortmanns. Man kennt sich, man hilft sich. „Nachbarn erledigen füreinander Einkäufe oder bieten Fahrdienste an, wenn jemand keinen Führerschein hat oder zu alt ist, um selbst zu fahren.”

Eine „Überalterung” prägt das Dorf jedoch nicht. Im Gegenteil. „Es leben sehr viele kinderreiche Familien hier”, sagt Ortmanns, der einen Trend erkannt hat. „Wer in Worm-Wildnis aufgewachsen ist, kehrt oft dorthin zurück, wenn er eine Familie gegründet hat und sesshaft wird.” Auch das spreche für den Zusammenhalt der „Wörmscher”, die im Übrigen politisch sehr interessiert seien und durchaus streitbar, wenn es etwa darum geht, bei der Verwaltung eine bessere Straßenbeleuchtung oder mehr Sauberkeit an den Bushaltestellen durchzuboxen.

All diese ohnehin vorhandenen Dinge habe die Wettbewerbsteilnahme noch ein gutes Stück weiter nach vorn gebracht. „Man merkt bei der Vorbereitung noch einmal sehr genau, wo die Stärken des Dorfes liegen und wie man sie noch verbessern kann.” Anderes entdecke man beim Abarbeiten des umfangreichen Fragenkatalogs, der zum Wettbewerb gehört, ganz neu. So wissen die Wörmscher nun, dass sie ganz schön viele Obstbäume haben, nämlich gut 600 Stück.

Jetzt wird im Zuge der erneuten Bewerbung überlegt, ob man das Obst gemeinsam ernten und eine Saftpresse für das Vereinsheim im Naturpark anschaffen soll. Dort - sozusagen im Herzen von Worm-Wildnis - finden im Lauf des Jahres viele Feiern statt. Auch eine Art Jugendtreff gibt es dort als Ergebnis der ersten Teilnahme. Bei der zweiten ist angedacht, regelmäßige Begegnungstage einzurichten. Um den im Wettbewerb geforderten dörflichen Zusammenhalt noch einmal zu unterstreichen. Ortmanns: „Mit der Dorfgemeinschaft ist es ja nicht anders als mit einer Ehe: Die Beziehung sollte stets gepflegt werden.”
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