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Die Wogen in St. Gertrud schlagen hoch

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:

Herzogenrath. In der Pfarre St. Gertrud schlagen die Wogen hoch, mit Karneval und guter Laune hat das aber nichts zu tun.

Im Gegenteil: Die Mitglieder des Kirchenvorstands, Pfarrer Dr. Guido Rodheudt als Vorsitzenden eingeschlossen, und die Ehrenamtler befürchten auf Grund eines von Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff am 30. Januar 2009 unterzeichneten Schreibens, dass ihre vitale Gemeinde zu Jahresbeginn 2010 in ihrer heutigen Form aufgelöst werden soll.

Vorgesehen ist die Eingliederung sowohl in einen Kirchengemeindeverband (KGV) als auch in eine mit Merkstein zu bildende Gemeinschaft der Gemeinden (GdG).

Das trifft die Herzogenrather tief, sind sie doch auf ihr traditionell geprägtes kirchliches Leben überaus stolz.

Tridentinische Messen in der Marienkirche ziehen sogar Menschen weit über die Grenzen des Nordkreises hinaus an. Geschickt haben sich die Herzogenrather bisher aus Fusionen herausgehalten, die in der von Finanz- und anderen Krisen gebeutelteten Diözese in der Bildung von 71 GdGs gipfelte.

Schon zum 1. Mai 2005 waren St. Antonius Niederbardenberg, St. Gertrud Afden und St. Mariä Himmelfahrt Herzogenrath-Mitte, die in Pfarrer Rodheudt einen gemeinsamen Seelsorger hatten, unter der Schutzherrschaft der heiligen Gertrud von Nivelles zu einer, rund 5000 Gläubige umfassenden Pfarre zusammengeschlossen worden - nicht per Verfügung aus Aachen, sondern aus eigenem Willen. Das Profil der Pfarre ist konservativ.

Wortgottesdienste gibt es so gut wie nie, dafür unter anderem tägliche Eucharistiefeiern.

Das werde wohl der Vergangenheit angehören, wenn die Herzogenrather in GdG und KGV „gezwungen” werden, befürchten Pfarrer und Kirchenvorstand. Die Verfügung des Bischofs erweckt aber auch aus finanziellen Gründen Zorn.

Franz-Peter Reinartz, Rendant von St. Gertrud: „Mit unserer eigenen Verwaltung sind wir um 16.700 Euro billiger als wenn wir uns einem Verwaltungszentrum anschlössen.”

Doch die Zielrichtung sieht der kirchliche Mitarbeiter noch in einem anderen Bereich: „Die Bistumsleitung redet über Finanzen, aber gemeint ist ideologisierte Pastoral - um die zu finanzieren, gibt es immer Geld.”

Was unter dieser „ideologisierten Pastoral” zu verstehen ist und warum sie die Herzogenrather vehement ablehnen, erläutert Pfarrer Rodheudt: Da GdG und KGV auf einer Team-Struktur basieren, befürchtet der Priester, dass er und seine Amtsbrüder als Teamer zum Mitwirken an pastoralen Konzepten gezwungen würden, die einem sakramentalen Verständnis von Kirche widersprechen.

Mit der Bildung flächendecker Einheiten werde zudem das kirchliche Leben von seiner Ortsbindung losgekoppelt. Die Folge seien eine schwindende Identifikation der Gläubigen mit „ihrer” Pfarre und eine Lösung der inneren Verbundenheit.

Zudem wird befürchtet, dass auch die Einsatzfreude der noch sehr zahlreichen Ehrenamtler schwinde. Die zunehmende Zahl der GdGs habe bereits zu vielen Kirchenaustritten geführt.

Nun wollen die Katholiken von St. Gertrud ihren Kampf gegen die Politik des Bistums selbstbewusst aufnehmen. Pfarrer Rodheudt bietet den Erfahrungsschatz des fusionierten St. Gertrud zur allseitigen Nutzung an: „Warum will Aachen nicht von unseren Erfahrungen profitieren?”
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