Die Wahl: Brücke abreißen oder Laster verbannen

Von: Stephan Mohne
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Nicht mehr standfest: Die Brücke über dem Haarbachtal muss so bald wie möglich abgerissen werden. Die über 200 Meter lange, erst 1956 gebaute Talbrücke soll einem Neubau weichen. Foto: Michael Jaspers

Aachen/Würselen. Gerade einmal 55 Jahre hat die Brücke, die hoch über das Haarbachtal gespannt ist, auf dem Buckel. Trotzdem muss sie komplett abgerissen werden. Zu diesem Schluss sind laut „Straßen.NRW” Gutachten und Stellungnahmen von renommierten Ingenieurbüros gekommen.

Nicht nur das: Der Abriss muss in „kürzestmöglicher Zeit” erfolgen. Die über 200 Meter lange Brücke, über die auf der Autobahn 544 zwischen Europaplatz und Kreuz Aachen täglich mehr als 50.000 Fahrzeuge rollen, weise „enorme Defizite in statischer und baulicher Hinsicht” auf.

Thomas Krumschmidt von „Straßen.NRW” - der Landesbetrieb betreut 2500 Brücken auf 1000 Kilometern - präzisiert den Ernst der Lage auf Anfrage: „Wenn die Brücke nicht neu gebaut wird, dann müsste man den Lkw-Verkehr dort von der Autobahn nehmen.” So soll Mitte 2013 mit dem Abriss - und dem Neubau - begonnen werden.

Derzeit laufen laut Krumschmidt noch Grundstücksverhandlungen, da einige benötigte Grundstücke nicht im Besitz der Stadt oder des Landes sind. Die Kosten sind enorm: Laut Krumschmidt laufen derzeitige Schätzungen auf 16 bis 18 Millionen Euro hinaus. Die Bauzeit soll zwei bis zweieinhalb Jahre dauern. Anders als beim derzeitigen Neubau der benachbarten - viel kleineren - Brücke über der Haarener Gracht wird die Haarbachtal-Brücke direkt komplett abgerissen. Der Verkehr soll dann über zwei Behelfsbrücken fließen, die hochgezogen werden müssen.

Der erneute Brückenbau wird aber wohl auch bedeuten, dass es wie beim aktuellen Brückenbau mit dem Dauerstau auf der A 544 weitergeht. Das sensible Haarbachtal - es ist auch ein beliebtes Naherholungsgebiet - soll laut einem Schreiben an die Haarener Bezirksvertretung durch den Bau nur wenig beeinträchtigt werden.
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