Alsdorf - Die Sonne geht im Energeticon 2014 auf

Die Sonne geht im Energeticon 2014 auf

Von: Karl Stüber
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Ungewöhnliche Informationsque
Ungewöhnliche Informationsquelle: Harald Richter, neuer Geschäftsführer der Energeticon gGmbH, überprüft den Zustand einer der Informationssäulen zum Landschaftshaldenpark, bestehend aus den drei alten Halden des ehemaligen Bergwerks Anna II. Alle Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Harald Richter ist sichtlich erleichtert. „Alle organisatorischen, finanziellen und rechtlichen Voraussetzungen sind erfüllt. Der Bauantrag zur Sanierung und für die auf die geplante Ausstellung bezogenen Umbauten ist gestellt.” Es geht um das Energeticon.

Und das ist weitaus mehr als das bereits sanierte und als Veranstaltungsstätte genutzte Fördermaschinenhaus an der Konrad-Adenauer-Allee. Das Konzept sieht den Ausbau zum Kompetenzzentrum und Erlebniswelt Energie vor. Jetzt kommt nach langer Vorbereitungsphase sichtbar Bewegung in die Sache.

Aktuell geht es darum, zwei weitere wichtige Bauten aus der Zeit des Steinkohlebergbaus, die alte Schmiede und die Kaue, zu ertüchtigen. „Die beiden Gebäude sind praktisch wie Rohbauten. Die gesamten technischen Anlagen müssen komplett erneuert und erweitert werden”, sagt der neue Geschäftsführer der Energeticon gGmbH, der auf Birgit Godehardt folgte. Zudem werden die Voraussetzungen zur Aufnahme der Ausstellung zur Dokumentation „historischer und regenerativer Sonnenenergie” geschaffen.

Netzwerke knüpfen

Gemeint ist damit einerseits die ansprechende Dokumentation der Zeit des Steinkohleabbaus in Alsdorf, ergänzt um die fossilen Energieträger Braunkohle, Gas und Erdöl, andererseits die allgemeinverständliche Darstellung zukunftsweisender Energieformen, die sich letztlich alle aus der Sonne speisen bzw. durch die Sonne ausgelöst werden, die sich in etwa in Wärme und Wind niederschlagen.

Richter hat die Geschäftsführerfunktion zusätzlich zu seiner Funktion als Projektbeauftragter des Bürgermeisters für die Energielandschaft Anna und den Haldenlandschaftspark übernommen. Ehemals Dezernent der Verwaltung und Technischer Beigeordneter , der den Strukturwandel mitgestaltet hat, kennt er sich bestens aus. Da das Langhaus zur Vorbereitung des Baus des Kultur- und Bildungszentrums (Kubiz) mietfrei „gezogen” werden musste, wechselte die Energeticon-Geschäftsstelle in das ehemalige Ledigenheim an der Herzogenrather Straße in unmittelbare Nähe des Energeticon-Geländes. Richter wird intensiv von seiner Assistentin Lea Erkens unterstützt, die für Veranstaltungen, pädagogische Konzepte und Zielgruppen-Arbeit zuständig ist. Schließlich soll das Energeticon einmal zahlreiche Besucher anlocken und außerschulischer Lernort sein.

Zudem will man sich weiter als Tagungsstätte und Veranstaltungsstätte profilieren. Das heißt Klinken putzen und Netzwerke knüpfen. Bereits im Zuge der Vorbereitung der Euregionale 2008 ins Leben gerufene Kooperationen werden derzeit wieder verstärkt aktiviert, so etwa Exploregio.net, ein trinationaler Verbund außerschulischer Lernorte für Natur, Kultur und Technik, oder die Kooperation von Genk, Eupen, Maastricht und Alsdorf im Kulturaustausch. Kollegen der Geschäftsstelle sind zudem Mandy Kohn (Finanzbuchhaltung), Frank Krottenmüller (Technische Leitung), unterstützt durch Michael Schinke, Alfred Lothmann und Holger Jansen. An der Energeticon gGMBH sind beteiligt: Landschaftsverband (50 Prozent), Alsdorf (25), Städteregion (10) sowie Kleingesellschafter wie Baesweiler, Herzogenrath, Stolberg, Eschweiler und Bergbaumuseums- und Energeticon-Verein (2,5).

„Im Hintergrund wirken Hochschulprofessoren mit”, beschreibt Richter weitere Unterstützung für die Energeticon-Initiative. Forschungszentrum Jülich, RWTH und Fachhochschule Aachen, hier mit dem Solarinstitut am Standort Jülich, helfen mit.

Richter ist zuversichtlich, dass sich das Energeticon in seiner Gesamtheit schnell mit Leben füllen wird. „Wenn alles fertig ist, wird dafür gesorgt sein, dass hier ein abwechslungsreiches Programm geboten wird.”

Kuratorium wird gebildet

Hans-Dieter Collinet, Ministerialdirigent a.D. in NRW und Fachmann für Stadtentwicklung, treuer Wegbegleiter des Strukturwandels in Alsdorf und „Türöffner” zur Realisierung vieler wichtiger Vorhaben, ist von den Gesellschaftern des Energeticon mit der Aufgabe betraut worden, ein begleitendes Kuratorium ins Leben zu rufen und zu leiten. Nach der Sommerpause ist die Gründung geplant, wie Richter erläutert.

Außerordentlich hebt Richter die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Verein Bergbaumuseum Grube Anna unter Vorsitz von Dr. Georg Kehren hervor. Dieser Verein hat ebenfalls sein neues Domizil im Ledigenheim gefunden, Tür an Tür mit der Geschäftsstelle des Energeticon - aber mit separatem Eingang. „Da ist in der Vergangenheit keine Schraube umsonst gedreht worden”, kann laut Richter diese Initiative ihre bergbaugeschichtlichen Sammlungen, Großexponante und Dokumentationen umfänglich in das Konzept mit einbringen. Und die im Ledigenheim eingelagerten Bestände können sich sehen lassen. Nur ein Beispiel: Die Bibliothek der ehemaligen Bergschule Aachen ist ebenfalls dort gelandet. 1500 Bananenkisten oder zehn Tonnen Bücher galt es seinerzeit zu transportieren.

Der neue Energeticon-Geschäftsführer nennt noch einen wichtigen Mann: Josef Pagen. Der Mann inventarisiert die sozialgeschichtlichen Zeugnisse des Bergbaus - und das mit origineller Büroausstattung. Pagen nutzt die Möblierung des ehemaligen Bergdirektors besagter Bergschule. Nutzen ist eben die beste Form des Erhaltens. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings. Die Eröffnung des Energeticons mitsamt angelegtem Ausstellungsparcours durch die ertüchtigten Gebäude und übers Außengelände wird sich um rund zehn Monate verzögern.

Erst im August 2014 sollen sich die Pforten öffnen. Die Bauphase in altem Gemäuer ist schwierig und birgt Überraschungen. So müssen Zwischendecken der Kaue, in die beim großen Bergwerksunglück im Jahre 1930 das Fördergerüst stürzte, aufwendig erneuert werden. Damals war die Kohleförderung nach zehn Monaten wieder angelaufen. Da scheint bei den Verantwortlichen die Wiederaufnahme der Arbeit Priorität vor der Güte der Reparaturen gehabt zu haben.

Richter beruhigt: „Die Mehrkosten können wir in dem zur Verfügung stehenden Etat durch Umschichten auffangen.” So geht die Sonne im Energeticon erst mit Verzögerung auf...
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